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Anleihen Ende der europäischen Junkbond-Rally erhöht Kapitalkosten

05.04.2005 ·  Die Rally bei europäischen Unternehmensanleihen mit erhöhtem Risiko scheint zum Stillstand gekommen zu sein. "Die Anleger reduzieren ihr Risiko,“ erklärt eine Fondsmanagerin. GM und die Zinserhöhungen in Amerika lassen grüßen.

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Die seit zwei Jahren anhaltende Rally bei europäischen Hochzinsanleihen ist im ersten Quartal zum Stillstand gekommen. Der Renditeaufschlag für Junkbonds gegenüber Staatsanleihen stieg in den ersten drei Monaten des Jahres erstmals seit dem Jahr 2002 und erreichte mit 3,44 Prozentpunkten den höchsten Stand seit November, zeigt ein Index von Merrill Lynch.

Die höheren Spreads am 49 Milliarden Euro schweren Markt für "Ramsch"-Anleihen in Europa treiben die Finanzierungskosten für Unternehmen wie den Industrieausrüster ABB und den Automobilkonzern Fiat nach oben.

"Die Anleger reduzieren ihr Risiko"

"Die Anleger reduzieren ihr Risiko ein wenig", erklärt Tatjana Greil, Fondsmanagerin bei Fortis Investments in London. Das "wird sich wahrscheinlich in einen anhaltenden Anstieg der Risikoprämien niederschlagen." Der Renditeaufschlag für die durchschnittliche europäische Hochzinsanleihe liegt immer noch deutlich unter den 12,65 Prozentpunkten, die zum Ende des dritten Quartals 2002 erreicht wurden.

Den Anlegern bieten die renditestarken aber bonitätsschwachen Papiere eine durchschnittliche Rendite von sieben Prozent, zeigen Daten von Merrill Lynch. Dagegen rentieren Papiere der Investmentgrade-Kategorie im Schnitt nur mit 3,56 Prozent, zehnjährige deutsche Bundesanleihen bieten 3,61 Prozent.

"Es läßt sich noch nicht sagen, wie stark sich die Risikoprämien noch ausweiten werden", erklärt Chris O'Hare, Fondsmanager bei Investec Asset Management in London. "Es gibt immer noch Nachfrage von Anlegern, die auf der Suche nach Rendite sind."

Im vergangenen Jahr bescherten Hochzinsanleihen den Anlegern einen Ertrag von 15 Prozent, doppelt soviel wie Staatsanleihen und Unternehmensanleihen mit Bonität auf Investmentgrade-Stufe, berichtet Merrill Lynch.

Die Nachfrage nach europäischen Junkbonds leidet unter der drohenden Herabstufung von General Motors (GM) auf Junk-Niveau und der Aussicht auf stärkere Zinserhöhungen der amerikanischen Notenbank. Nachdem GM am 16. März den größten Quartalsverlust sei 1992 bekanntgegeben hatte, erwägen Standard & Poor's und Fitch Ratings eine Herabstufung auf "Ramsch"-Niveau. GM hat Anleihen im Volumen von 113 Milliarden Dollar im Umlauf, davon sind umgerechnet 35 Milliarden Dollar in Euro denominiert, zeigen Bloomberg-Daten.

Unruhe durch GM und Leitzinserhöhung in Amerika

Die Federal Reserve Bank hat die Leitzinsen am 22. März auf 2,75 Prozent angehoben und in ihrem begleitenden Kommentar auf steigenden Inflationsdruck verwiesen. Das schürte Spekulationen, die amerikanische Notenbank werde die Zinsen stärker anheben und dämpfte die Nachfrage nach hochriskanten Anlagen wie Junkbonds.

Bei der mit 6,75 Prozent verzinsten Fiat-Anleihe mit Fälligkeit 2011 ist der Renditeaufschlag im ersten Quartal um 0,61 Prozentpunkte auf 4,53 Prozentpunkte geklettert, zeigen Kurse der Fortis Bank auf dem Bloomberg-System. Wenn Fiat heute vergleichbare Papiere auf den Markt bringen wollte, müßte das Unternehmen für jeweils 100 Millionen Euro Anleihekapital 610.000 Euro Zinsen mehr zahlen.

Der Renditeaufschlag für die Fiat-Anleihe liegt bei 4,66 Prozentpunkten, das ist der höchste Wert seit knapp zwei Jahren. Fiat hat Papiere im Volumen von 1,6 Milliarden Euro im Umlauf und ist der größte Emittent im Euro High Yield Constrained Index von Merrill Lynch.

Die Anleihen von ABB legten zunächst zu, mußten die Kursgewinne jedoch bis zum Quartalsende größtenteils wieder abgeben. Am 31. März war die Risikoprämie für die 2011 fällige ABB-Anleihe mit einem Kupon von 6,5 Prozent 0,04 Prozentpunkte niedriger als zu Jahresanfang, zeigen Daten von Fortis Bank. Aktuell liegt der Renditeaufschlag bei 1,52 Prozentpunkten, während er am 2. März ein Jahrestief bei 1,11 Prozentpunkten markiert hatte.

Vor den Quartalszahlen von GM hatte die rege Nachfrage in dem Quartal zur intensivsten Emissionstätigkeit bei Hochzinsanleihen seit Beginn der Aufzeichnungen von Bloomberg 1999 geführt. Insgesamt kamen Junkbonds im Volumen von 8,4 Milliarden Dollar auf den Markt. Bei der Konsortialführung kam Citigroup auf den ersten Platz.

Die größte Hochzinsemission im ersten Quartal brachte der französischen Elektro-Ausrüster Rexel auf den Markt. Das Unternehmen hat eine zehnjährige Anleihe im Volumen von 600 Millionen Euro aufgelegt, die von Moody's mit "Caa1" und von S&P mit "CCC+" bewertet wird.

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