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Anleihen Die besten Zinstips im Juli

16.07.2004 ·  Die amerikanische Notenbank erhöht die Zinsen, trotzdem steigen die Kurse. Gute Zeiten für den Rentemarkt? Welche Anleihen sollte man kaufen? FAZ.NET fragte die Experten der Banken.

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Am 30. Juni erhöhte die amerikanische Notenbank die Leitzinsen. Nach diesem ersten Schritt zum teureren Geld sind die internationalen Anleiherenditen nicht etwa gestiegen, sondern eher gesunken. Läßt die vielbeschworene Zinswende also doch noch auf sich warten? Fällt sie gar ganz aus?

Nach der Meinung der meisten von FAZ.NET befragten Rentenmartexperten nicht. Die jüngsten Kursgewinne „sehen wir eher als Zwischenrally im Bärenmarkt, denn als Trendwende an.“, heißt es etwa von der Deutschen Bank.

Kurze Laufzeiten und „Floater“

Im Anleihebereich bedeutet ein solcher „Bärenmarkt“ - solange man in relativ sichere Papiere mit kurzer Laufzeit investiert - allerdings nur recht kleine Kursverluste. Wer seine unter Pari erworbenen Titel bis zum Ende der Laufzeit hält, braucht sich über kurzfristige Marktbewegungen ohnehin nicht zu sorgen. Denn er erhält 100 Prozent des Kapitals zurück. Festverzinsliche Wertpapiere sind nach wie vor eine gute Anlageform für sicherheitsliebende Investoren. Es bleibt die Frage, welche Anleihen im speziellen interessant erscheinen.

Im Umfeld steigender Zinserwartungen erscheint ein Engagement in Papieren mit kurzen Laufzeiten sinnvoll. Die Kurse dieser Titel reagieren weniger sensibel auf Zinserhöhungen als langlaufende Anleihen. Ein Weg von steigenden Renditen zu profitieren liegt im Erwerb von „Floatern“. Das sind variabel verzinsliche Papiere.

Unternehmensanleihen

Hartmut Preiß von der DZ Bank empfiehlt zwei dieser Titel. Bei Floatern wird ein Geldmarktzinssatz, zum Beispiel der Euribor, zugrunde gelegt und ein, je nach Güte des Emittenten verschieden hoher, Aufschlag addiert. Bei der empfohlenen Ford-Anleihe ergäbe sich momentan eine Rendite von ungefähr 3,7 Prozent, da die Verzinsung des Euribor derzeit bei etwa 2,1 Prozent liegt und Ford einen Aufschlag von 1,6 Prozentpunkten gewährt. Stiegen nun die Geldmarktzinsen, würde auch der Euribor und damit die Verzinsung des Floaters steigen.

Unternehmensanleihen erscheinen im Umfeld der aktuellen Konjunkturbelebung als interessante Anlageform. Mögliche Kursrückgänge aufgrund von Zinserhöhungen ließen sich beim Kauf dieser Anleihen „abfedern“, glaubt Kirsten Werner von der Deutschen Bank. Auch ihre Kollegin Simone Büttner von der WGZ Bank hält Unternehmensanleihen derzeit für eine recht gute Anlagevariante. In Studien der Ratingagenturen S&P und Moody`s ließe sich eine Verbesserungstendenz bei den Bonitäten privater Anleiheemittenten erkennen.

Telstra, Casino, Hubba Bubba

Die Analystin der WGZ Bank empfiehlt einige frisch aufgelegte Anleihen ausländischer Unternehmen. Telstra ist das australische Pendant zur Deutschen Telekom. Der Ex-Monopolist müsse sich zwar seit einiger Zeit dem Wettbewerb stellen, verfüge aber über eine gute Marktposition und sei im Vergleich zu europäischen Telekommunikationsunternehmen wesentlich geringer verschuldet.

Casino Guichard Perrach ist ein französischer Einzelhandelskonzern, dessen Anleihe nach der Meinung von Simone Büttner fair bewertet sei. Cadbury Schweppes verkauft Softdrinks und Süßwaren, zum Beispiel Hubba Bubba Kaugummis. Die Anleihe erscheint Simone Büttner unter anderem deshalb interessant, weil aus der ganzen Branche nur wenige Titel auf dem Markt seien und sich hier eine besondere Diversifikationsmöglichkeit biete.

Schweiz oder Marokko?

Torsten Hähn von der WGZ Bank empfiehlt relativ sichere Anleihen aus Schwellenländern zum Kauf. Die Zinserhöhungsbefürchtungen, die instabilere Länder verstärkt unter Druck gesetzt hatten, hätten sich mittlerweile abgeschwächt. Dennoch wolle er lieber vorsichtig sein und vergleichsweise gute Schuldner, wie Mexiko und Südafrika empfehlen. Auch Marokko sei „zwar nicht die Schweiz“, aber dennoch vergleichsweise solide.

Und schweizerische Anleihen? Oder zumindest solche von Schuldnern mit besten Bonitätsnoten? Die bieten nur magere Zinsen, von ungefähr drei Prozent. Für steuerorientierte Anleger könnten die von Kirsten Werner empfohlenen Titel der Hypobank Essen und des französischen Staates dennoch interessant erscheinen, da Kursgewinne niedriger besteuert werden als Kuponzahlungen.

Auch wenn Anleihen solider Emittenten keine sonderlich hohen Renditen bieten mögen, bleiben diese die sicherste Anlageform. Die Zusatzrendite, die sich mit Unternehmens-, Schwellenländer- und Fremdwährungsanleihen erzielen läßt, wird sinnvollerweise „Risikoaufschlag“ genannt. Die in der folgenden Tabelle aufgeführten Zinstips der Banken stellen in diesem Sinne keine Musterdepots dar, sondern zeigen interessant erscheinende Einzeltitel verschiedener Marktsegmente.

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25.05.2012 22:03 Uhr
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BUND 144,35 +0,25%
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Zinsen
25.05.2012 11:45 Uhr
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REXP 422,77 +2,82%
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