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Anleihen Das Angebot inflationsgeschützter Anleihen nimmt zu

25.04.2003 ·  Inflationsgeschützte Wertpapiere erscheinen auf den ersten Blick wenig attraktiv. Langfristig kann das anders aussehen, das Angebot nimmt zu. Diese Titel reagieren deutlich auf die kurzfristige Inflationsdaten.

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Anleihen gelten als Hort der Sicherheit. Zumindest dann, wenn sich der Anleger an Schuldner mit guter Bonität wendet und bereit ist, die erworbenen Papiere bis zum Ende der Laufzeit zu halten. Das ist einer der Gründe dafür, dass sie während der Baisse so stark gefragt waren und deswegen nicht nur auf Grund der sinkenden Leitzinsen starke Kursgewinne verbuchen konnten.

Damit verbunden ist die Gefahr deutlich sinkender Kurse, wenn die Konjunktur anspringen sollte. Denn dann würde eine zunehmende Investitions- und Konsumnachfrage nicht nur die Preise steigen lassen. Das würde die Notenbanken dazu zwingen, die Zinsen zu erhöhen, um die Preisentwicklung unter Kontrolle zuhalten. Eine zunehmende Nachfrage nach Krediten würde diesen Effekt noch verstärken. Zunehmende Inflation und steigende Zinsen wären jedoch Gift für die Anleihenkurse, die verbleibendeRendite würde durch eine hohe Inflationsrate zusätzlich geschmälert werden.

Im Moment sind solche Phänomene noch nicht absehbar. Im Gegenteil - immer wieder kommen Stimmen zu Wort, die mit einer deflationären Entwicklung rechnen. In diesem Fall würden nicht nur die Preise nicht steigen, sondern auch die Wirtschaft könnte sich auf Grund der fehlenden „Preissetzungsmacht“ und damit der mangelnden Gewinnperspektive nicht erholen. Das ist allerdings noch keine ausgemachte Sache.

Lockere Geldpolitik der Notenbanken könnte sich längerfristig rächen

Aus diesem Grund stößt die lockere Geldpolitik der westlichen Notenbanken - in Amerika befinden sich die Leitzinsen auf dem tiefsten Stand seit 40 Jahren - bei längerfristig orientierten Anlegern auf Bedenken. Denn die Geldpolitik wirkt immer verzögert und bei einem normalen zyklischen Verlauf der Wirtschaft inflationstreibend. Aus diesem Grund empfehlen sie zum Teil so genannte inflationsindexierte Anleihen. Das bedeutet, je nach Konstruktion werden entweder der regelmäßig ausgeschüttete Kupon oder die Nominalbeträge um die Inflationsentwicklung korrigiert. Nimmt die Inflation zu, wird entsprechend mehr ausgeschüttet, die reale Ausschüttung bleibt damit stabil. Geht die Inflationsrate jedoch zurück, fällt auch die Ausschüttung - und damit der Preis der Anleihe.

Genau dieses Phänomen machte sich in jüngster Zeit nach einer Untersuchung des Anleiheexperten Johannes Rudolph von HSBC Trinkaus & Burkhardt bei den französischen inflationsindexorientierten Anleihen bemerkbar. Seit dem zehnten März hat der Barclays-Index für europäische inflationsindexierte Anleihen 3,34 Prozent abgegeben, mit zehnjährigen Bundesanleihen verlor man lediglich 1,4 Prozent. Damit haben in jüngster Zeit inflationsgeschützte Anleihen stärker geschwankt als konventionelle Anleihen. Rudolph führt diese Entwicklung auf starke Verwerfungen unterschiedlicher Komponenten der Preisindizes zurück.

Angebot an inflationsgeschützten Produkten nimmt zu

Auf dem aktuellen Niveau bieten die französischen Anleihen - zum Beispiel das bis ins Jahr 2032 laufende Papier mit einem Nominalkupon von 3,5 Prozent und der ISIN FR0000188799 - eine reale langfristige Rendite von 2,5 Prozent. Verglichen mit dem aktuellen Wirtschaftswachstum, das deutlich darunter liegt, sei das relativ interessant. Allerdings würde er mit dem Einstieg noch etwas warten, da ein Rückgang des Ölpreises zu noch günstigeren Preisen führen könnte. Seit kurzer Zeit gibt es auch zwei deutsche Anleihen, bei denen die Rendite an die Inflationsentwicklung gekoppelt ist. Beide wurden emittiert von der Kreditanstalt für Wiederaufbau mit den ISINs DE0001726701 und DE0002456415. Auf Grund des jüngsten Aufkommens inflationsorientierter Derivate rechnet Rudolph mit weiteren Emissionen.

Insgesamt ist der Kauf einer inflationsindexierten Anleihe eine Art von Wette auf eine zunehmende Inflation. Denn steigen die Preise, dann steigt auch die nominelle Ausschüttung, die reale bleibt konstant. Fallen sie jedoch, so geht die nominale zurück. Damit dürften sie für eine ausgeprägte deflationäre Phase wenig geeignet sein.

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25.05.2012 22:03 Uhr
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