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Anleihemarkt Wetten auf steigende Renditen könnten sich lohnen

08.05.2009 ·  Die wieder höhere Risikobereitschaft hinterlässt auch am Anleihemarkt Spuren. Die Renditen deutscher und amerikanischer Staatsanleihen haben sich deutlich von ihren Rekordtiefs gelöst , und die Zins-Futures generieren Verkaufssignale.

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Eine interessante Trendwende hat sich in den vergangenen Wochen an den Rentenmärkten vollzogen. Während die Renditen von Unternehmensanleihen und Emittenten aus Schwellenländern sinken, ziehen die für deutsche und amerikanische Staatsanleihen deutlich an.

So fiel am Freitag der für den Markt richtungweisende Euro-Bund-Future um 0,51 Prozent auf 120,30 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen stieg auf 3,446 Prozent. Damit notiert der Bund-Future inzwischen unter der unteren Begrenzung der seit November 2008 bestehenden Seitwärtsbewegung, die von 126,5 bis 121,5 Prozent reichte. Sollte sich dieser Bruch als nachhaltig herausstellen, entsteht damit aus charttechnischer Sicht deutliches Abwärtspotential bis auf rund 116 Prozent in der mittleren Frist.

In Amerika rentieren zehnjährige Staatspapiere mittlerweile wieder mit 3,34 Prozent und dreißigjährige Staatsanleihen mit 4,31 Prozent. Die Renditen bewegen sich somit wieder auf den höchsten Ständen seit November 2008. Noch Mitte Dezember waren die Renditen bis auf Rekordtiefs von 2,08 und 2,53 Prozent abgerutscht. Investoren haben dadurch in diesem Jahr mit den Papieren, die im Vorjahr noch als Ultima Ratio galten, schon deutliche Verluste erlitten.

Steigende Risikobereitschaft sorgt für höhere Renditen

Inzwischen profitieren Staatsanleihen erstklassiger Schuldner nicht mehr so stark von der hohen Risikoaversion. Diese ist zuletzt wieder deutlich zurück gegangen. Dadurch fließt wieder mehr Geld in andere Anlagen. Außerdem muss das Segment ein großes Angebot an neuen Staatsanleihen verkraften, die die teueren Konjunkturprogramme finanzieren sollen.

Doch es gibt nicht nur Angebotsdruck. Zunehmen fragen sich Anleger, wie die Staaten ihre wachsenden Schuldenberge langfristig stemmen wollen. Damit einher gehen Inflationsängste, obgleich derzeit wegen der Wirtschaftsflaute Deflationsrisiken vorherrschen. Unabhängig davon erschienen Renditen von nur noch 2,08 Prozent für zehnjährige amerikanische Staatsanleihen angesichts der Risiken unnatürlich niedrig.

Die zuletzt zu beobachtende Entwicklung zu „normaleren“ Renditen dürfte sich fortsetzen, falls sich die jüngsten Stabilisierungstendenzen unter den konjunkturellen Frühindikatoren bestätigen. Wenn die Marktteilnehmer die Chance einer Wirtschaftserholung einpreisen, wird das weiter auf den Kursen festverzinslicher Papiere lasten.

Short-Wetten interessant, aber auch riskant

Wer vor diesem Hintergrund auf einen weiter fallenden Bund-Future wetten will, dem stehen etliche derivate Produkte dazu zur Verfügung. So hat HSBC Trinkaus einen Turbo-Put-Optionsschein (Isin DE000TB2VQ97, 10,72 Euro) auf den Euro-Bund-Future im Bestand, der bis zum 04. Juni läuft, einen Hebel von 11,22 aufweist und dessen Abstand zur Knock-Out-Schwelle von 131 Prozent knapp 9 Prozent beträgt.

Bestätigt wird der jüngste Ausbruch des Bund-Futures übrigens auch durch das Handelsvolumen, das mit fast 1,2 Millionen Kontrakten so hoch war wie noch nie in diesem Jahr. Eine Garantie auf weiter fallende Kurse gibt es aber nicht, zumal nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich die allgemeine Stimmungslage noch einmal markant eintrübt.

Bei diesen Produkten handelt es sich zudem um sehr spekulative Papiere, die wertlos verfallen, falls die Knock-Out-Schwelle berührt werden sollte. Damit sind solche Produkte nur für erfahrene Investoren mit entsprechendem Risikoprofil geeignet. Das gilt auch für das ABN Amro T-Bond Mini Short Zertifikat (Isin NL0009119478, 9,72 Euro, Hebel: 9,03, Knock-Out-Schwelle: 129,98 Prozent)

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @JüB
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