Einen kleinen Schwächeanfall haben zuletzt die südafrikanischen Staatsanleihen erlitten. Die Kurse sind fünf Tage in Folge gefallen. Die Rendite der als Richtgröße angesehenen 13-1/2prozentige Rand-Anleihen mit Laufzeit bis zum September 2015 wirft dadurch jetzt eine Rendite von 8,51 Prozent ab - ein Plus von 24 Basispunkten in fünf Tagen.
Händler bringen die Einbußen in ihren Erklärungsversuchen mit der Abstufung der Bonität von Ford und General Motors auf Ramschstatus zusammen. Ergänzent um die Sorge vor weiter steigenden Leitzinsen in Amerika habe dies bei den Investoren eine sinkende Risikobereitschaf bewirkt, worunter Schwellenländer-Anleihen wie die aus Südafrika leiden würden. „Es ist eine Rückkehr zur Qualität zu beobachten“, stellt Willie Pelser, Fondsmanager bei Real Africa Asset Management, fest.
Deutlicher gestiegener Risikoaufschlag
Die Richtigkeit dieser Einschätzung zeigt sich auch an der Renditedifferenz zwischen den zehnjährigen südafrikanischen und amerikanischen Anleihen. Der Renditevorsprung hat sich inzwischen wieder auf 430 Basispunkte ausgebaut, deutlich mehr als der bisherige Schnitt seit Jahresbeginn von 391 Basispunkten. Das ist auch deshalb etwas erstaunlich, weil in Südafrika erst am 14. April die Leitzinsen um weitere 50 Basispunkte auf sieben Prozent gesenkt wurde, während der Leitzins in Amerika unlängst ein weiteres Mal angehoben wurde.
Zu erklären ist die kleine Schwäche der Anleihen vermutlich mit dem zuletzt im Verhältnis zum Dollar nachgebenden Rand. Erfahrungsgemäß folgen die Kurse der südafrikanischen Anleihen der Notiz der Landeswährung nach unten und umgekehrt. „Die Handelsbilanzzahlen aus Amerika haben den Rand gedrückt und die Anleihenkurse vollziehen die Bewegung am Devisenmarkt nach“, erklärt Leon Myburgh, Devisenstratege bei Barclays Plc laut Bloomberg News. Insgesamt hat der Rand in diesem Jahr gegenüber dem Dollar schon neun Prozent an Wert verloren.
Noch scheinen die Risiken überschaubar zu sein
Über diese Entwicklung steigen die Importpreise und das wiederum verstärkt die Preisrisiken. Überbordende Inflationsgefahren sind zwar noch nicht auszumachen, aber bei einem Leitzins, der nach Zinssenkungen im Umfang von 650 Basispunkten seit Juni 2003 so niedrig ist wie seit 24 Jahren nicht mehr, und einer gut laufenden Konjunktur, kann sich das mittelfristig schnell ändern. „Mit Blick auf die nächsten Preisdaten gibt es im Markt einige Bedenken“, berichtet Arno Lawrenz, Anleiheexperte bei Old Mutual Asset Managers. Und zwar befürchtet man, daß die Zahlen ein Anspringen der Inflation signalisieren. Schon im März war die Inflationsrate auf 3,6 Prozent von 3,1 Prozent im Februar gestiegen.
Allerdings ist dabei auch zu bedenken, daß der Stand vom Februar der niedrigste Inflationswert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1998 war. Und mit Blick auf die jüngste Rand-Schwäche ist zu berücksichtigen, daß das Plus zum Dollar seit Ende 2001 noch immer rund 90 Prozent beträgt. Eine gewisse Vorsicht nach dem Motto „Wehret den Anfängen“, scheint vor diesem Hintergrund mit Blick auf die süfafrikanischen Anleihen (speziell die in Rand denominierten) zwar angebracht zu sein. Aber solange sich die volkswirtschaftlichen Rahmendaten in so geordneten Bahnen bewegen wie in den vergangenen Jahren, dürfte nicht zu viel Ungemach drohen.