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Anleihemärkte Schwierige Bedingungen für die Staatsfinanzierung

16.12.2009 ·  Dem Markt für Staatsanleihen steht nach Einschätzung der Ratingagentur Moody's eine schwierige Phase bevor. Sie warnt vor Turbulenzen auf dem Anleihemark. Das Risiko von Zahlungsausfällen wachse, insgesamt schwinde die Kreditqualität.

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Dem Markt für Staatsanleihen steht nach Einschätzung der Ratingagentur Moody's eine schwierige Phase bevor. Das Risiko von Zahlungsausfällen wachse, insgesamt schwinde die Kreditqualität. Vor allem die Vereinigten Staaten und Großbritannien müssten überzeugende Pläne zur Reduzierung der Defizite vorlegen, ansonsten könnten sie bereits 2011 ihre Bonitäts-Bestnoten einbüßen, erklärte der bei Moody's für die Ländereinstufung verantwortliche Pierre Cailleteau am Montagabend. "Die langfristigen Zinsen werden weltweit steigen und damit die wahren Kosten der Finanz- und Wirtschaftskrise offenbaren."

Die mit Bestnoten bewerteten Länder wie Deutschland und Amerika könnten sich nicht den Luxus erlauben, mit der Bekanntgabe von Konsolidierungsplänen zu warten, bis sich die Wirtschaft nachhaltig erholt habe, heißt es in einer Studie der Ratingagentur. Die Verringerung der Haushaltsdefizite werde für die Staaten besonders schwierig, weil die Wachstumsraten der Wirtschaft niedrig sind und die Zinsen dennoch nicht weiter sinken können.

Finanzielle Widerstandsfähigkeit der Staaten hat in der Finanzkrise gelitten

Die finanzielle Widerstandsfähigkeit der Staaten habe in der Finanzkrise gelitten. Die meisten Regierungen könnten sich eine weitere Finanzkrise nicht mehr leisten, ohne dass ihre Bonität in Mitleidenschaft gezogen wird. Die Investoren könnten beginnen, "das Undenkbare zu denken" und sich mit der Frage zu beschäftigen, ob erstmals auch reiche Staaten an ihrem Schuldendienst scheitern könnten.

Auch für die Schwellenländer haben sich die Finanzierungsbedingungen seit der Finanzkrise verschlechtert. Jüngstes Beispiel ist Mexiko, für das die Ratingagentur Standard & Poor's gerade die Bonitätsnote von "BBB+" auf "BBB" gesenkt hat. Investoren reagierten allerdings erleichtert darauf, dass der Ausblick auf "stabil" verändert wurde und nicht "negativ" blieb. Die Budget- und Strukturreformen seien zu zögerlich, um die Wachstumsaussichten und die Steuereinnahmen beträchtlich zu erhöhen.

Für die Frage, ob sich Länder mit schwächerer Bonität auch weiterhin reibungslos finanzieren können, steht ein aufschlussreicher Test bevor. Für die kommenden Monate erwägen zahlreiche Schwellen- und Entwicklungsländer die Begebung internationaler Anleihen. Schon für Januar hat Griechenland, dessen Risikoprämien nach einer Ratingherabstufung in die Höhe geschossen sind, die nächste Anleihe in Aussicht gestellt. Russland ("Baa1/BBB") will im ersten Quartal 2010 nach über zehnjähriger Absenz wieder an die internationalen Kapitalmärkte zurückkehren.

Russland wieder zurück am Kapitalmarkt

Im kommenden Jahr sollen bis zu 18 Milliarden Dollar an internationalen Anleihen begeben werden. Allerdings könnte der steigende Ölpreis zu höheren staatlichen Einnahmen und damit zu einer niedrigeren Schuldenaufnahme führen, sagte der stellvertretende Wirtschaftsminister Andrej Klepach. In diesem Fall kann das Emissionsvolumen seinen Worten zufolge um 8 auf 10 Milliarden Dollar sinken.

Das osteuropäische Sorgenkind Lettland ("Baa3/BB") zeigt sich nach den Investorengesprächen in den vergangenen Wochen zuversichtlich, wieder an den internationalen Anleihemarkt zurückkehren zu können. Finanzminister Einars Repse wertete die von Citigroup und Credit Suisse organisierten Gespräche in Frankfurt, London und den Vereinigten Staaten als sehr positiv. Offenbar plant das Land, das nur noch dank eines von der Europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) gewährten Kredites über 7,5 Milliarden Euro zahlungsfähig ist, eine in Dollar denominierte Anleihe. Doch die Zeit bis Weihnachten droht gerade für einen kritischen Emittenten wie Lettland knapp zu werden.

Seine erste internationale Anleihe platzierte am Dienstag der Senegal ("B+"). Das Volumen des fünfjährigen Schuldtitels lag bei 200 Millionen Dollar. Der Zinskupon beträgt 8,75 Prozent. Das westafrikanische Land hatte in der Vorwoche zu Investorengesprächen geladen. Auch andere afrikanische Länder wollen den internationalen Anleihemarkt anzapfen: Angola will 4 Milliarden Dollar begeben und Nigeria 500 Millionen Dollar. Tansania erwägt die Aufnahme von 500 Millionen Euro im kommenden Jahr. Aber zuerst will sich das ostafrikanische Land ein Rating beschaffen.

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