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Anleiheauktion Spanien besorgt sich problemlos langfristiges Kapital

 ·  Trotz seiner hohen Schuldlast halten die Investoren Spanien am Kapitalmarkt die Treue. Das Land nahm am Donnerstag bei Auktionen von Anleihen mittlerer und langer Laufzeiten 4,8 Milliarden Euro ein. Seinen Refinanzierungsbedarf für 2012 hat Spanien damit komplett gedeckt.

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Das krisengeschwächte Euroland Spanien hat sich am Donnerstag problemlos langfristiges Kapital besorgt. Bei einer Auktion dreier Staatsanleihen mit Laufzeiten von bis zu zwanzig Jahren konnte das Land sogar mehr Geld als geplant aufnehmen, insgesamt fast 5 Milliarden Euro. Dies geht aus Zahlen der nationalen Notenbank hervor.

Die Plazierung langlaufender Anleihen gilt angesichts der massiven Probleme Spaniens als schwierig. Die geglückte Auktion kann als Erfolg verbucht werden. Damit hat das als heißer Anwärter auf den Euro-Rettungsschirm gehandelte Land seinen Refinanzierungsbedarf für 2012 komplett gedeckt. Es kann nun in den verbleibenden Auktionen im November und Dezember bereits für 2013 Gelder einsammeln. Mit drei Staatsanleihen, die 2015, 2018 und 2032 fällig werden, nahm Spanien insgesamt 4,76 Milliarden Euro auf. Das sind gut 260 Millionen Euro mehr als ursprünglich anvisiert.

Sogar spanische Anleihen mit 20 Jahren Laufzeit gefragt

Die Anleger griffen auch bei den erstmals seit Mai 2011 wieder aufgelegten 20-jährigen Anleihen zu: Das Land brachte Papiere im Volumen von 732 Millionen Euro an den Mann. Die Nachfrage überstieg das Angebot um das 2,1-Fache, was als Vertrauensbeweis der Investoren gewertet wurde. Allerdings musste das Land einen relativ hohen Zins von 6,328 Prozent für die langlaufenden Papiere bieten.

Bei den Zinskosten eignet sich lediglich die kürzeste Anleihe mit Fälligkeit 2015 für einen Vergleich. Bei dem dreijährigen Papier sank die zu zahlende Rendite von 3,96 Prozent - erzielt bei einer Auktion im Oktober - auf 3,66 Prozent. Die vergangenen Versteigerungen der anderen beiden Papiere liegen für einen Renditevergleich zu lange zurück.

Hilftsantrag bleibt auf der Agenda

Trotz seiner hohen Schulden hat das Land bislang keinen Rettungsantrag in Brüssel stellen wollen. Spekulationen, wonach Spanien dieses Jahr nicht mehr in Brüssel anklopfen wird, drückten am Donnerstag auch auf dem Euro-Kurs. Investoren fürchten, dass sich in diesem Fall die europäische Schuldenkrise noch länger hinziehen könnte als ohnehin befürchtet. Die EZB steht bereits Gewehr bei Fuß, Spanien mit flankierenden Anleihekäufen am Sekundärmarkt unter die Arme zu greifen, falls es unter den Rettungsschirm schlüpft.

Der Ökonom Nick Stamenkovic von Ria Capital Markets geht davon aus, dass sich Ministerpräsident Mariano Rajoy nach den erfolgreichen Auktionen in seiner Sicht bestärkt sieht, dass ein Antrag nicht dringlich ist. „Aber wenn der Refinanzierungsbedarf für 2013 stärker ins Blickfeld rückt, dürfte das Land doch zu einer Flucht in die Arme der EZB getrieben werden.“

Nach Einschätzung der EU-Kommission wird Spanien noch mindestens zwei Jahre lang mit einem hohen Haushaltsdefizit kämpfen. Anders als von der Regierung in Madrid selbst berechnet, werde die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone auch 2014 mit einem Haushaltsloch von 6,4 Prozent weit vom vereinbarten Defizitziel von 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) entfernt sein, sagte die EU-Kommission in ihrer Herbstprognose voraus.

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