Home
http://www.faz.net/-gv6-75r1r
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 15.01.2013, 11:36 Uhr

Anleiheauktion Spanien besorgt sich deutlich günstiger frisches Geld

Die spanische Regierung hat am Dienstag mit Anleihen über 12 und 18 Monaten insgesamt 5,75 Milliarden Euro eingesammelt. Die Zinsen, die das Land den Anlegern für das geliehene Kapital zahlen muss, sanken deutlich.

© dpa Die Renditen auf kurzlaufende spanische Staatsanleihen sinken.

Das rezessionsgeschwächte Euroland Spanien hat sich am Dienstag zu deutlich günstigeren Konditionen frisches Geld besorgen können. Mit zwei Geldmarktpapieren nahm das Land insgesamt 5,75 Milliarden Euro auf, wie aus Zahlen der spanischen Notenbank in Madrid hervorgeht. Das waren 250 Millionen Euro mehr als im Vorfeld maximal angepeilt.

Die Nachfrage nach den beiden Schuldtiteln, die 12 und 18 Monate laufen, blieb hoch. Bei den Zinsen setzte sich die Tendenz rückläufiger Refinanzierungskosten fort. Das zwölfmonatige Papier rentierte mit durchschnittlich 1,47 Prozent. Das ist über ein ganzer Prozentpunkt weniger als bei einer entsprechenden Auktion Mitte Dezember. Ähnlich stark fiel der Rückgang bei dem 18-monatigen Papier aus, das mit 1,69 Prozent rentierte.

Höherer Refinanzierungsbedarf

Die günstige Zinsentwicklung verschafft den öffentlichen Haushalten Spaniens etwas Luft, zumal der Refinanzierungsbedarf in diesem Jahr höher als 2012 ausfällt. Das Papier mit eineinhalbjähriger Laufzeit wurde unterdessen zum letzten Mal versteigert. Als Grund gelten die seit Jahresbeginn verpflichtenden Umschuldungsklauseln (Collective Action Clauses, CAC) für Schuldtitel mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr.

Mehr zum Thema

Obwohl negative Effekte an den europäischen Anleihemärkten bislang ausgeblieben sind, versucht das spanische Schatzamt offensichtlich, Vorbehalten auf Käuferseite vorzubeugen. Stattdessen sollen künftig Schuldtitel mit neunmonatiger Laufzeit versteigert werden. Die neuen CAC sehen verbindliche Regeln für Zahlungsausfälle vor.

Quelle: FAZ.net mit dpa-AFX

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Amerikanischer Aktienmarkt Der Ölpreisverfall belastet die Wall Street

Ernüchterung an der Börse in New York: Die neuerlichen Sorgen vor einem Abflauen der Weltwirtschaft durch den sinkenden Ölpreis schwächt vor allem die Aktien von Energiekonzernen und Banken. Doch es gibt auch gute Nachrichten. Mehr

02.02.2016, 23:21 Uhr | Finanzen
Spanien Erdbeben im Mittelmeer

Nach einem Erdbeben im Mittelmeer waren auch Auswirkungen in der spanischen Nordafrika-Exklave Melilla zu spüren. Mehr

25.01.2016, 12:36 Uhr | Gesellschaft
Kuriosum als Dauerzustand Wem nützen Negativzinsen?

Ein Kuriosum wird zur Normalität: Am Markt für Anleihen haben Papiere im Volumen von mehr als fünf Billionen Euro negative Renditen. Die langfristigen Kosten sind erheblich. Mehr Von Gerald Braunberger

02.02.2016, 10:15 Uhr | Finanzen
Spanischer Sozialisten-Chef König Felipe beauftragt Sánchez mit Regierungsbildung

Spaniens König Felipe hat den Chef der sozialistischen Partei, Pedro Sánchez, mit der Regierungsbildung beauftragt. Er nominierte Sánchez als Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten. Zuvor hatte der amtierende Ministerpräsident Mariano Rajoy vergeblich für eine Koalition seiner konservativen Volkspartei mit den Sozialisten geworben. Mehr

03.02.2016, 15:21 Uhr | Politik
Schuldenkrise in Venezuela Neues Futter für die Geier

Der innenpolitische Stillstand und der sinkende Ölpreis bringen Venezuela immer mehr in die Bredouille. Sollte das Land zahlungsunfähig werden, hätten Hedgefonds leichtere Beute als in Argentinien. Mehr Von Carl Moses

30.01.2016, 18:35 Uhr | Finanzen
Wertpapiersuche
Zinsen