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Anleihe-Tipp M.M.Warburg rät zu inflationsgeschützten Anleihen

07.04.2003 ·  Die Inflation ist der Feind des Sparers. Doch es gibt Möglichkeiten, sich gegen den renditefressenden Preisauftrieb zu schützen. Laut M.M.Warburg sind dazu inflationsgeschützte französische Anleihen geeignet.

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Vor dem Hintergrund der sehr niedrigen nominalen und realen Renditen, die „herkömmliche“ Staatsanleihen bieten, halten die Analysten bei M.M.Warburg Anleihen, die einem Inflationsschutz unterliegen (TIPS = Treasury Inflation Protected Securities), für eine interessante Beimischungsidee.

Bei diesen Anleihen richten sich Rückzahlung und Zinszahlungen nach einem aktuellen Verbraucherpreisindex. Sinn der inflationsgeschützten Anleihen ist es dabei den Analysten zufolge, den realen Barwert zu erhalten. In den USA werden inflationsgeschützte Anleihen vom Schatzamt seit dem Jahr 1997 emittiert. Es gibt derzeit zehn verschiedene Anleihen mit Laufzeiten bis 2007, 2008, 2009, 2010, 2011, 2012 (Januar und Juli), 2028, 2029 und 2032.

Beispiel: Der Nennwert einer Anleihe beträgt 1.000 Dollar. Der US-Verbraucherpreisindex lag im Juli 2002 bei 180,1 Indexpunkten. Die Anleihe ist mit einer Verzinsung von 3,375 Prozent ausgestattet, die Laufzeit beträgt zehn Jahre. Bis zum Ende des Jahres 2002 ist der Verbraucherpreisindex auf 181,6 Punkte gestiegen; damit nun die Kaufkraft erhalten bleibt, muss sich der Nennwertbetrag von 1.000 Dollar dem neuen Verbraucherpreisindex anpassen. Setzt man die entsprechenden Werte in die zur Inflationsbereinigung vorgesehenen Formel ein, bekommt man einen Nennwert von 1.008,33 Dollar heraus, der dann mit 3,375 Prozent verzinst wird.

Implizite Inflationserwartung bei 1,8 Prozent

Die Differenz zwischen der nominalen Rendite einer normalen Staatsanleihe und der realen Rendite eines TIPS kann dabei als die implizite Inflationserwartung des Marktes interpretiert werden. Während die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen momentan 3,92 Prozent beträgt, liegt die Rendite der zehnjährigen TIPS bei 2,12 Prozent; die implizite Inflationserwartung des Marktes für die kommenden zehn Jahre beläuft sich somit auf 1,8 Prozent pro Jahr.

Geht man davon aus, dass die zukünftige Inflationsrate in den USA mehr als 1,8 Prozent beträgt (aktuell 3,0 Prozent), dann lohnt sich der Erwerb von TIPS gegenüber einer herkömmlichen Anleihe, weil dann die Rendite der inflationsgeschützten Anleihe höher ist als die der normalen Anleihe. Unterstellt man, dass die amerikanische Inflationsrate in den nächsten Jahren nicht signifikant von ihrem langfristigen Durchschnittswert seit 1882 abweicht (2,5 Prozent), würde man mit TIPS eine höhere Verzinsung als mit normalen Treasuries erzielen können.

Deflation unwahrscheinlich

Eine Analyse der rollierenden zehn Jahreszeiträume seit 1882 zeigt dabei, dass zuletzt Mitte der 60er Jahre Inflationsraten von weniger als 1,8 Prozent auftraten und davor in den 30er Jahren während der Großen Depression negative Inflationsraten zu beobachten waren. Zwar ist aufgrund der zur Zeit sehr schwachen Konjunkturlage nicht mit einem deutlichen Inflationsanstieg zu rechnen, dennoch halten die Analysten von M.M.Warburg eine Deflation in den USA für unwahrscheinlich.

Da zur Inflationsanpassung der TIPS der gesamte Konsumentenpreisindex verwendet wird und nicht etwa nur die Kernrate, wirken steigende Ölpreise oder auch Steuererhöhungen immer inflationsfördernd, so dass dadurch die Attraktivität inflationsgeschützter Anleihen zunimmt. Im Falle einer konjunkturellen Erholung besteht zudem die Gefahr, dass die starke Geldmengenausweitung der vergangenen zwei Jahre inflationär wirken könnte.

Amerikanische TIPS sind einem Währungsrisiko ausgesetzt

Der Nachteil amerikanischer TIPS liegt aus Sicht der Analysten derzeit insbesondere im Währungsrisiko, da sie davon ausgehen, dass sich der Euro tendenziell weiter gegenüber dem Dollar aufwerten wird. Um das Währungsrisiko zu umgehen, empfiehlt es sich, auf französische inflationsgeschützte Anleihen auszuweichen (OAT = Obligations Assimilables du Tresor), die in Euro emittiert und entweder an den französischen Konsumentenpreisindex (OATi) oder auch an den europäischen Konsumentenpreisindex (OAT€ i) gebunden sind.

In Frankreich werden inflationsgeschützte Anleihen seit 1999 emittiert. Es gibt drei Anleihen, die an die französischen Verbraucherpreise gekoppelt sind (Laufzeiten 2009, 2013 und die an den europäischen Verbraucherindex gekoppelt sind (Laufzeit 2012 und 2032).

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