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Anleihe-Tip Rumänien-Anleihen bieten noch Konvergenzphantasie

08.09.2003 ·  Mit dem bevorstehenden EU-Beitritt ließ sich an Osteuropas Rentenmärkten gutes Geld verdienen. Doch inzwischen zieht diese Story nur noch vereinzelt. Chancen bieten sich laut WGZ-Bank noch in Rumänien.

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Die positiven Impulse, die sich in Osteuropa aus der Phantasie des bevorstehenden Beitritts zur Europäischen Union ableiten ließen, scheinen in den meisten Fällen weitgehend abgearbeitet zu sein. Noch mit die meisten Chancen bietet in dieser Hinsicht aber der rumänische Anleihemarkt.

Allerdings ist hier auch das Risiko etwas höher als in vielen anderen osteuropäischen Ländern. Trotzdem rät die WGZ-Bank in einer Studie langfristig orientierten Anlegern zum Kauf der bis 02. Juli 2010 laufenden bulgarischen Euro-Staatsanleihe. Bei einem aktuellen Kurs von 97,75 Prozent wirft dieser Titel eine Rendite von 6,16 Prozent ab (ISIN: XS0171638330). Und bei der bis 08. Mai 2012 laufenden Anleihe lassen sich sogar 6,7 Prozent kassieren (ISIN: XS0147466501).

IWF-Verhandlungen mitentscheidende Schlüsselkomponente

Allerdings räumt auch die WGZ-Bank ein, daß diese höheren Renditen mit gewissen Risiken erkauft werden. So steht Rumänien nach Ansicht der Analysten in den nächsten Monaten vor richtungsweisenden Entscheidungen, die das Ansehen des Landes an den Finanzmärkten entscheidend mitprägen werden.

Sehr wichtig ist in diesem Zusammenhang die in den kommenden Wochen vor dem Abschluß stehende vierte und letzte Überwachung des aktuellen Kreditabkommens mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF). Das IWF-Direktorium soll in der ersten Oktoberwoche über die noch ausstehende Tranche über 150 Millionen Dollar entscheiden.

Bei einem positiven Votum dürfte dies, wie die WGZ-Bank vermutet, auch Signalwirkung für die EU-Kommission haben. Diese gibt im Herbst ihren Fortschrittsbericht über die Beitrittskandidaten ab. Und mit Blick auf Rumänien wird es wichtig sein, ob das Land erstmals den für den EU-Beitritt angestrebten Status einer funktionierenden Marktwirtschaft erhält. Denn falls nicht, dürfte der ohnehin ambitionierte Zeitplan für den bis 2007 angestrebte EU-Beitritt noch schwieriger als ohnehin zu erreichen sein.

Volkswirtschaftliche Bilanz noch mit Kratzern

Volkswirtschaftlich gesehen befindet sich Rumänien durchaus auf einem akzeptabeln Weg. Doch auch hier lauern noch einige Stolpersteine. So dürfte nach Einschätzung der WGZ-Bank dem IWF das zu stark steigende Lohnniveau ein Dorn im Auge sein. Dieses lag im ersten Halbjahr 2003 mit neun Prozent deutlich über dem fünfprozentigen Produktivitätsanstieg der Volkswirtschaft und birgt somit Inflationspotenzial. Das ist auch deshalb nachteilig, weil der bisherige Disinflationsprozeß im August einen Dämpfer erhielt, als die Konsumentenpreise im Jahresvergleich um 14,8 Prozent nach 14,0 Prozent im Vormonat gestiegen sind.

Kritisch zu werten sind auch die stärker als erwartet steigenden Importe, das in einem gegenüber dem Vorjahr steigenden Handelsbilanzdefizit resultiert. Auch die Gefahr eines Leistungsbilanzdefizits von ungesunden 4,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts scheint zuletzt gestiegen zu sein. Entwicklungen wie diese lassen vermuten, daß der IWF auf eine Beibehaltung einer restriktiveren Fiskal- und Geldpolitik beharren wird.

Doch es gibt auch Hoffnungsschimmer wie das offenbar endlich in Gang kommende Privatisierungsprogramm. Und was aus Sicht der Gläubiger besonders wichtig ist, sprechen die im August um weitere 370 Millionen Euro auf 6,661 Milliarden Euro gestiegenen internationalen Devisenreserven dafür, daß die Bedienung der bis Jahresende fälligen Schuldendienstverpflichtungen von 548 Millionen Euro keine Problem darstellen sollten.

Im Chart sehen Sie die Entwickluzng der bis 2010 laufenden bulgarischen Euro-Staatsanleihe.

Quelle: @JüB
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