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Veröffentlicht: 02.01.2017, 11:55 Uhr

Prognose 2017 Weiter niedrige Zinsen für Sparer – wieder höhere für Hausbauer


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Prognosen zur amerikanischen Zinsentwicklung im Jahr 2017
10-jährige Staatsanleihe 2-jährige Staatsanleihe
Jahresmitte Jahresende Jahresmitte Jahresende
Allianz 2,60 2,70 1,50 1,70
Bayern LB 2,40 2,70 1,50 1,80
Berenberg 2,80 3,10 - -
BHF-Bank 2,70 2,50 1,30 1,50
BNP Paribas 2,60 2,75 1,50 1,70
Commerzbank 2,60 2,80 1,30 1,70
Deka 2,60 2,75 1,40 1,85
DB AWM - 3,00 - 1,80
Deutsche Bank - 3,10 - 1,65
DZ Bank 2,40 2,50 1,40 1,60
HSBC Trinkaus&Burkhardt 2,30 2,40 1,10 1,50
Helaba 2,30 1,35 1,00 1,00
HSH Nordbank 2,60 2,85 1,10 1,55
ING-Diba 3,00 2,80 1,60 1,60
J.P. Morgan 2,35 2,55 1,30 1,55
Bankhaus Lampe 2,20 2,40 1,00 1,30
LBBW 2,70 2,75 1,40 1,70
M.M. Warburg 2,90 2,75 1,50 1,90
Nord LB 2,30 2,50 1,15 1,45
Postbank 2,50 2,80 1,50 1,90
Sal. Oppenheim 2,50 2,80 1,40 1,60
Santander Asset Mngm 2,80 3,00 - -
Société Générale 2,60 2,90 - -
UBS 2,20 2,25 -
Unicredit 2,85 3,00 1,45 1,75
Durchschnitt 2,56 2,68 1,34 1,62
Aktuell 2,48 1,22
Umfragewerte für 2016 2,67 2,74 1,33 1,72
Quelle: Unternehmensangaben - eigene Recherchen

In ihren Jahresprognosen für das Jahr 2017 bringen die Banken durchaus sehr gemischte Erwartungen zu Ausdruck. „Die Welt fährt Autoscooter“, schreibt die Helaba. In ihrem Hauptszenario fahre die Weltwirtschaft mit überschaubarer Geschwindigkeit durch das Jahr 2017 und lasse sich von politischen Ereignissen, die für Schwankungen an den Kapitalmärkten sorgten, nicht aus der Spur bringen. Die zehnjährige Bundesanleihe habe die Phase mit negativer Rendite hinter sich gelassen. Die Spanne der Rendite für 2017 sieht die Helaba zwischen 0 und 1 Prozent. Zehnjährige amerikanische Staatsanleihen sieht die Bank zwischen 1,75 und 3 Prozent.

„Im Unterschied zum positiven Aktienmarktszenario erwarten wir für die Rentenmärkte nur ein verhaltenes Jahr 2017“, schreibt auch das Bankhaus M.M. Warburg in seinem Jahresausblick. „Vor allem mit Staatsanleihen könnte es im nächste Jahr schwierig werden, eine positive Wertentwicklung zu erzielen.“ Der Grund sei, dass die internationale Geldpolitik zum ersten Mal seit langem zumindest nicht expansiver werden dürfte.

Hinsichtlich der Wechselkurse sind die Banken offenkundig sehr unsicher. Prognosen sind auf diesem Gebiet immer besonders schwer. Während die Deutsche Bank glaubt, das Austauschverhältnis zwischen Euro und Dollar könnte bis zum Jahresende 2017 unter die Parität fallen, ein Dollar könnte also mehr wert werden als ein Euro, rechnen andere Banken damit, dass die Parität, also ein Austauschverhältnis von eins zu eins, im Jahreslauf vielleicht mal erreicht wird, es aber keine Umkehr des Austauschverhältnisses gibt.

Unvorhersehbare Entwicklungen 2016

„Zur Jahresmitte 2017 wird klar werden, dass der EZB allmählich die Anleihen ausgehen, die ihre Bedingungen für einen Kauf erfüllen, und sie Ende 2017 wohl damit beginnen muss, die Käufe zu reduzieren“, vermutet die Commerzbank in ihren Ausblick. „Das wird zum Jahresende 2017 dem Euro gegenüber dem Dollar Unterstützung geben.“

Das zu Ende gehende Jahr habe Entwicklungen mit sich gebracht, die viele nicht für möglich gehalten hätten, schreibt auch Max Herbst von der FMH-Finanzberatung in seinem Rückblick auf die Verbraucherzinsen in diesem Jahr. „Erfreuliche bei den Kreditzinsen, wenig erfreuliche auf der Anlegerseite.“ Auf der einen Seite seien die Anlagezinsen trotz bereits erreichter Tiefstände abermals gesunken.

Tagesgeld habe sich laut FMH-Index im Durchschnitt von 0,35 auf 0,20 Prozent verbilligt. Die Zinsen für Festgeld auf zwei Jahre seien von 0,52 auf 0,36 Prozent zurückgegangen – und das bei einer Inflationsrate von durchschnittlich 0,41 Prozent übers Jahr. Das bedeute, dass die Kaufkraft der Ersparnisse im Jahr 2016 stagnierte oder gar leicht zurückging. Diese Tendenz verstärke sich, weil immer mehr Banken den Anlegern für deren Ersparnisse null Prozent oder nahe null Prozent böten. Selbst für Festgeld auf zwei Jahre zahlten fünf von 105 Banken, die FMH beobachtet, nur noch 0,01 Prozent.

Prognosen zur Entwicklung des Euro-Dollar-Kurses im Jahr 2017
Jahresmitte Jahresende
Allianz 1,07 1,10
Bayern LB 1,03 1,00
Berenberg 1,00 1,04
BHF-Bank 1,00 1,05
BNP Paribas 1,05 1,03
Commerzbank 1,03 1,04
Deka 1,03 1,02
DB AWM - 1,00
Deutsche Bank - 0,95
DZ Bank 1,12 1,12
HSBC Trinkaus&Burkhardt 1,10 1,10
Helaba 1,15 1,10
HSH Nordbank 1,00 1,10
ING-Diba 1,08 1,12
J.P. Morgan 1,06 1,15
Bankhaus Lampe 1,08 1,12
LBBW 1,02 1,05
M.M. Warburg 1,02 1,10
Nord LB 1,10 1,11
Postbank 1,05 1,00
Sal. Oppenheim 1,07 1,04
Santander Asset Mngm 1,00 1,05
Société Générale 1,05 1,09
UBS - 1,13
Unicredit 1,08 1,10
Durchschnitt 1,05 1,07
Aktuell 1,05
Umfragewerte für 2016 1,05
Quelle: Unternehmensangaben - eigene Recherchen

Auf der anderen Seite hätten Kreditkunden vom weiteren Rückgang der Zinsen profitiert. Die Zinsen für Ratenkredite mit einer Laufzeit von 36 Monaten sind laut FMH-Index von 4,97 auf 4,7 Prozent gesunken, bei 60 Monaten Laufzeit immerhin von 5,35 auf 5 Prozent. Auch die Kosten für eine Baufinanzierung gingen im Jahresverlauf zurück – bei einer Zinsbindung von zehn Jahren von 1,59 auf 1,03 Prozent im Oktober. Aktuell lägen sie bei 1,35 Prozent. Darlehen mit einer Zinsbindung von 20 Jahren kamen zum günstigsten Zeitpunkt auf 1,71 Prozent, derzeit sind es im Schnitt 2,07 Prozent.

Derweil hätten sich einzelne Geschäftsbanken sowie viele Sparkassen und Volksbanken im Jahr 2016 kreativ neue Einnahmequellen erschlossen. Etliche Banken stöhnten, weil die niedrigen Zinsen ihnen das Zinsdifferenz-Geschäft erschwerten. Nur weniger Häuser trauten sich, Sparern mit durchschnittlichen Einlagen eine „Aufbewahrungsgebühr“ – auch Straf- oder Minuszinsen genannt – abzuknöpfen. Um die geringe Zinsmarge auszugleichen, bäten nun fast alle Filialbanken Girokonten-Kunden zur Kasse, indem sie dafür die Bedingungen verschlechtert hätten. „Da der Gesetzgeber aber gleichzeitig den Wechsel der Bank für Girokunden erleichtert hat, freuen sich die Direktbanken, schreibt FMH: „Sie warten, bis die Filialbanken ihnen die Girokunden als Schlüsselkunden in die Arme treiben.“

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