18.07.2007 · Bei der privaten Altersvorsorge ist die Wahl des Lebensversicherers wichtig. Die Auszahlungen unterscheiden sich stark. Dies zeigt ein Vergleich.
Die Wahl des richtigen Anbieters kann die Auszahlungen von privaten Renten in der Größenordnung von 15 Prozent steigern. Das belegt eine Studie des Informationsdienstes Map-Report, die erstmals die tatsächlich gezahlten Ablaufleistungen der Lebensversicherer vergleicht.
Die Leistungsfähigkeit der Anbieter ist zum Teil sehr unterschiedlich. Ursachen dafür sind unterschiedliche Kosten für Vermittlung und Verwaltung, das Geschick bei der Kapitalanlage sowie die Finanzstärke.
Zu wenig Transparenz
Vergleiche des von Maklern gelesenen Branchendienstes rufen regelmäßig den Zorn der Versicherer hervor. Auch die Ergebnisse des jüngsten Reports sind im Detail angreifbar, weil die verglichenen Policen nicht identisch sind. Gleichwohl bietet die Arbeit eine Orientierungshilfe, weil die Qualität von Rentenversicherungen für den Laien kaum zu beurteilen ist.
Größere Transparenz ist aber dringend notwendig. Zwar dominieren bei den Lebensversicherern noch Verträge mit einmaliger Kapitalauszahlung am Ende eines langjährigen Sparprozesses. Wegen der veränderten Steuergesetze werden künftig aber viel mehr Menschen die lebenslange Rentenzahlung wählen, weil auf diese Weise die in der Sparphase angesammelten Kapitalerträge steuerfrei sind.
Qualität des Lebensversicherers entscheidend
Außerdem müssen die staatlich geförderten Rürup- und Riester-Renten ganz oder zum überwiegenden Teil verrentet werden. Kurzum: Private Renten spielen eine rasch wachsende Rolle in der Altersvorsorge, und damit wird auch die Qualität der Anbieter wichtiger.
Der Map-Report hat bei den Gesellschaften die historischen Ablaufleistungen für sofort beginnende lebenslange Renten gegen Einmalzahlungen abgefragt. Die Ansparphase, wie sie bei Riester- und Rürup-Verträgen wichtig ist, spielt also hier keine Rolle.
Eine Beispielrechnung
Im Beispiel handelt es sich jeweils um einen 63 Jahre alten Mann, der 50 000 Euro einzahlt und eine Rentengarantiezeit von zehn Jahren wünscht.
Das bedeutet, dass bei einem frühzeitigen Tod die vereinbarte Rente noch bis zum zehnten Jahr an die Hinterbliebenen gezahlt wird. Wer im Jahr 1990 - erst seitdem sind solche Verträge im größeren Stil verkauft worden - eine Police abgeschlossen und seitdem überlebt hat, ist heute 80 Jahre alt und hat je nach Anbieter bisher zwischen 78 000 und 90 400 Euro erhalten.
Unterschiedliche Konstruktionen
Die Verträge sind nur bedingt vergleichbar. Einige bieten dynamische Renten, deren monatliche Auszahlung im Lauf der Jahre langsam steigt, andere versprechen gleichbleibende Auszahlungen und wieder andere Auszahlungen, die zu Beginn besonders hoch sind, dafür aber allmählich fallen.
Trotzdem sind die Ergebnisse der Umfrage interessant. Denn in dem Vergleich haben dynamische Verträge ein Handicap gegenüber solchen mit fallenden Auszahlungen, weil sie zu Beginn niedrige Renten finanzieren und erst später mit den anderen Modellen mithalten können.
Vorteil für dynamische Verträge
Je länger der Vergleich ist, desto besser schneiden die dynamischen Verträge also ab. Dennoch belegt zum Beispiel die R+V mit ihrer dynamischen Police mit einer Auszahlung von knapp 90 000 Euro in den 17 Jahren seit 1990 einen Spitzenplatz.
Die LV 1871, die wegen eines fallenden Tarifs mit monatlich 471 Euro die höchste Anfangsrente auszahlen konnte, kommt trotzdem nur auf 85 000 Euro und einen mittleren Platz. Wenn der Beispielrentner nun noch länger lebt, werden sich die Auszahlungssummen also noch weiter auseinanderbewegen zugunsten der R+V.
Aktienbaisse traf laufende Renten
Die höchste bisher geflossene Auszahlungssumme im Vergleich der 1990 beginnenden Verträge weist die Allianz auf. Bei dem Vertrag handelt es sich um eine gleichbleibende Rente. Allerdings ist das Wort „gleichbleibend“ in Bezug auf Rentenversicherungen mit Vorsicht zu genießen. Denn die Verträge werden, wie auch dynamische Policen, unter der Annahme kalkuliert, dass die Verzinsung des Deckungskapitals konstant bleibt.
Zu Beginn des Jahrzehnts schmolzen aber mit der Baisse auf den Aktienmärkten die Reserven der Lebensversicherer. Zugleich sank der Zins für die Neuanlage auf den für die Branche besonders wichtigen Anleihemärkten zeitweise auf 3 Prozent. Deshalb mussten die Versicherer ihre Überschussbeteiligungen für ihre Kunden so weit senken, dass die Gesamtverzinsung im branchenweiten Durchschnitt von 7 auf wenig mehr als 4 Prozent fiel.
Diese Entwicklung traf auch die schon laufenden Renten. Von der Allianz erhielt der beschriebene Musterrentner in den Jahren 1990 bis 2003 eine monatliche Rente von 432 Euro. Heute sind es nur 365 Euro.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.848,03 | +1,42% |
| FAZ-INDEX | 1.526,72 | +1,43% |
| TecDAX | 778,36 | +0,73% |
| MDAX | 10.441,40 | +1,41% |
| SDAX | 5.048,27 | +1,17% |
| REX | 422,26 | −0,26% |
| Eurostoxx 50 | 2.520,31 | +1,24% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 81,56 | +1,37% |
| Dow Jones | 12.949,90 | +0,35% |
| Nasdaq 100 | 2.584,24 | −0,31% |
| S&P500 | 1.361,23 | +0,23% |
| Nikkei225 | 9.384,17 | +1,58% |
| EUR/USD | 1,3138 | +0,07% |
| Rohöl Brent Crude | 119,95 $ | −0,08% |
| Gold | 1.723,00 $ | +0,58% |
| Bund Future | 138,50 € | −0,16% |