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Sonntag, 19. Februar 2012
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Aktienanleihen Hohe Kupons begeistern Anleger

15.03.2010 ·  Hohe Kupons von 8,9 oder 10 Prozent locken Anleger in Aktienanleihen. Doch der Käufer hat nichts von Aktienkursgewinnen, trägt das Kursverlustrisiko und bekommt noch nicht einmal die Dividende

Von Daniel Mohr
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Seit der Insolvenz des Zertifikateemittenten Lehman Brothers im Herbst 2008 gibt es nur zwei Zertifikategattungen, die Marktanteile gewonnen haben: Garantiezertifikate und Aktienanleihen. Garantiezertifikate dominieren mittlerweile mit einem Marktanteil von gut zwei Dritteln, Aktienanleihen hingegen weisen die höchsten Wachstumsraten auf. Seit Oktober 2008 hat sich der Marktanteil von 0,5 auf 2,6 Prozent erhöht. In Aktienanleihen sind mittlerweile knapp 2,7 Milliarden Euro angelegt.

Als typisches Beispiel einer Aktienanleihe soll ein seit Montag im Handel befindliches Papier auf die Eon-Aktie von Sal. Oppenheim mit Laufzeit bis März 2011 dienen (Isin DE000SL1H0E7). Der Anleger bekommt einen jährlichen Kupon von 10,25 Prozent garantiert.

10 Prozent nach oben und unten

Die Rendite des Zertifikats hängt darüber hinaus ganz wesentlich von der Entwicklung des Eon-Aktienkurses ab. Notiert die Eon-Aktie zum Ende der Laufzeit mindestens auf ihrem Niveau vom Beginn der Laufzeit (27,25 Euro), so erhält der Anleger neben dem Kupon sein eingesetztes Kapital zurückgezahlt. Die erzielte Rendite betrüge somit auf ein Jahr gerechnet gut 10 Prozent.

Steht der Aktienkurs in einem Jahr jedoch niedriger als am Montag, so bekommt der Anleger Aktien geliefert. Der Nennwert eines Zertifikats sind 1000 Euro. Die Zahl der zu liefernden Aktien ergibt sich aus der Division von 1000 Euro mit dem Einstandskurs von 27,25 Euro. Das ergibt 36,69725. Der Anleger erhält 36 Aktien und für die restlichen 0,69725 Aktien einen Barausgleich.

Würde der Aktienkurs zum Beispiel um 20 Prozent auf 21,80 Euro fallen, erhielte der Anleger 36 Aktien im Wert von 785 Euro, dazu gut 15 Euro als Barausgleich und den garantierten Kupon von 104,75 Euro. In der Summe bleiben ihm gut 900 Euro übrig - ein Verlust von knapp 10 Prozent.

Keine Dividende, keine Partizipation am Kursgewinn

Das Beispiel zeigt, dass der garantierte Kupon als Puffer bei Kursverlusten dient. Während der Aktienkurs um 20 Prozent gefallen ist, hat der Anleger nur knapp 10 Prozent verloren. Es zeigt allerdings auch, dass Aktienanleihen ein erhebliches Kursrisiko besitzen. Es gibt keinen Schutz für das eingesetzte Kapital, lediglich einen dämpfenden Effekt durch die garantierte Kupon-Zahlung. Anleger sollten daher tunlichst nur Aktienanleihen kaufen, wenn sie der jeweils zugrundeliegenden Aktie zumindest ein konstantes Kursniveau zutrauen.

Von Kurssteigerungen der Eon-Aktie profitiert der Anleger nicht. Seine Rendite ist auf die Rückzahlung des eingesetzten Kapitals zuzüglich des Kupons begrenzt. Zudem fließen die 1,50 Euro Dividende je Aktie (immerhin eine Rendite von 5,5 Prozent bezogen auf den Basiskurs der Aktienanleihe), die Eon nach Analystenschätzungen im Mai ausschütten dürfte, dem Zertifikate-Emittenten zu. Darüber hinaus trägt der Anleger wie bei allen Zertifikaten das Risiko, dass der Emittent zahlungsunfähig wird. Dann droht unabhängig von der Entwicklung des Zertifikats der vollständige Verlust des eingesetzten Kapitals.

Eine Eon-Aktienanleihe ist keine Eon-Anleihe

Den hohen Kundenzuspruch für Aktienanleihen begründen Emittenten mit der Begierde der Deutschen nach Kupons. Auch sei der Name Anleihe sehr viel positiver besetzt als der Name Zertifikat. Gleichwohl sollten die Anleger sehr wohl zwischen einer Eon-Anleihe und einer Eon-Aktienanleihe unterscheiden.

Die Eon-Anleihe wird von Eon selbst begeben. Wird der Energiekonzern während der Laufzeit nicht insolvent, bekommt der Anleger den Nennwert der Anleihe am Ende der Laufzeit samt ausstehender Kupons zurückgezahlt. Die Entwicklung des Aktienkurses ist irrelevant. Bei einer Eon-Aktienanleihe ist hingegen ein Zertifikateanbieter der Emittent. Der Anleger hat daher das Risiko, dass dieser insolvent wird und zusätzlich dass der Aktienkurs sinken kann.

So lässt sich erklären, dass eine Eon-Anleihe in Schweizer Franken mit Laufzeit bis Februar 2011 nur eine jährliche Rendite von einem Prozent bringt (Isin CH0030447517), ebenso wie eine in Euro notierte mit Laufzeit bis Ende November 2010 (Isin XS0400467121). Die riskantere Eon-Aktienanleihe hat hingegen eine mögliche Rendite von gut 10 Prozent.

Teure Puffer

Neben der klassischen Variante gibt es bei Aktienanleihen zahlreiche Abwandlungen. So hat die Hypovereinsbank eine Aktienanleihe auf die Deutsche Post noch bis zum 1. April in der Zeichnung (Isin DE000HV5BWC2). Das Zertifikat läuft bis Oktober 2011 und der Anleger erhält einen jährlichen Kupon von 5,6 Prozent.

Bedingung für die Rückzahlung des eingesetzten Kapitals ist, dass der Aktienkurs der Deutschen Post am Ende der Laufzeit mindestens auf 60 Prozent des Niveaus vom Beginn der Laufzeit notiert. Gegenüber der klassischen Variante ist somit ein erheblich größerer Risikopuffer eingebaut. Die mögliche Rendite ist jedoch entsprechend geringer.

Ebenfalls ein geringeres Risiko haben Aktienanleihen auf Indizes, da sie den Durchschnitt vieler Aktienkurse abbilden. Bei Dax-Produkten kommt hinzu, dass die Dividendenzahlungen bei der Indexberechnung berücksichtigt werden, sie dem Zertifikatekäufer somit auch zugute kommen.

Eine Aktienanleihe auf den Dax mit Laufzeit bis März 2011 und einem Kupon von jährlich 7 Prozent bietet HSBC Trinkaus (Isin DE000TB7XFJ2). Um eine Auszahlung von 1083,81 Euro für ein Zertifikat zu erhalten, das am Montag 1005 Euro kostete, muss der Dax in einem Jahr mindestens auf 5900 Punkten notieren. Ansonsten bekommt der Anleger neben dem Kupon 0,1695 mal den Dax-Stand vom Ende der Laufzeit ausgezahlt.

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17.02.2012 22:03 Uhr
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17.02.2012 11:39 Uhr
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17.02.2012 17:45 Uhr
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17.02.2012
Name Kurs Prozent
DAX 6.848,03 +1,42%
FAZ-INDEX 1.526,72 +1,43%
TecDAX 778,36 +0,73%
MDAX 10.441,40 +1,41%
SDAX 5.048,27 +1,17%
REX 422,26 −0,26%
Eurostoxx 50 2.520,31 +1,24%
F.A.Z. EURO INDEX 81,56 +1,37%
Dow Jones 12.949,90 +0,35%
Nasdaq 100 2.584,24 −0,31%
S&P500 1.361,23 +0,23%
Nikkei225 9.384,17 +1,58%
EUR/USD 1,3138 +0,07%
Rohöl Brent Crude 119,95 $ −0,08%
Gold 1.723,00 $ +0,58%
Bund Future 138,50 € −0,16%