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Abgeltungssteuer Optimierung Marke Eigenbau

02.09.2008 ·  Die Abgeltungsteuer ist für die meisten Zinsanleger eine Verbesserung. Sie dürfen die Vorteile aus altem und neuem Steuerrecht kombinieren. Bis Jahresende lohnt noch der Kauf von Anleihen, deren Kurs unter dem Nennwert liegt

Von Stefan Ruhkamp
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Die Abgeltungsteuer ist für die meisten Zinsanleger eine Verbesserung. Auf Zinserträge zahlen sie nicht mehr den individuellen Einkommensteuersatz, sondern künftig eine Pauschale je nach Kirchenzugehörigkeit von 25 bis gut 28 Prozent. Obendrein können sie sich bis zum Jahresende - und nur noch bis dahin - einen zusätzlichen Steuervorteil sichern.

„Sie dürfen die Vorteile aus altem und neuem Steuerrecht kombinieren“, erläutert Hartmut Preiß, Analyst der DZ Bank. Denn Anlagen, Aktien und Anleihen, die vor dem 31. Dezember gekauft werden, genießen Bestandsschutz. Kursgewinne dieser Wertpapiere sind also steuerfrei, nur Dividenden beziehungsweise Zinserträge müssen mit dem pauschalen Satz versteuert werden. Unter dem Regime der Abgeltungsteuer werden dagegen Kursgewinne und Zinsen besteuert. Für Zinsanleger ist es also interessant, jetzt noch nach steuergünstigen Anleihen zu forschen. Dafür braucht es keinen darauf spezialisierten Fonds. Wer will, kann sich die dafür erforderlichen Titel auch selbst suchen.

Steuerfreier Wertzuwachs

Interessant sind solche Anleihen, die in Phasen mit niedrigen Zinsen begeben worden sind. Das war zum Beispiel vor drei Jahren der Fall, als die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen zeitweise unter 3 Prozent fiel. Die Eurohypo etwa hat im September 2005 einen öffentlichen Pfandbrief begeben, der im Jahr 2013 fällig wird und bis dahin Kuponzahlungen von nur 2,1 Prozent im Jahr vorsieht. Weil schon bald nach der Emission die langfristigen Zinsen wieder gestiegen sind, ist der Marktwert der damals zu einem Kurs von 95 Prozent emittierten Anleihe (Isin DE000HBE0EQ2) entsprechend gefallen. Derzeit wird sie mit knapp 90 Cent je Euro Nennwert gehandelt. Das entspricht einer Anlagerendite von etwa 4,3 Prozent vor Steuern. Nicht mehr und nicht weniger, als von erstklassig bewerteten Pfandbriefen derzeit zu erwarten ist.

Attraktiv ist diese Anleihe aber wegen der relativ hohen Nachsteuerrendite. Denn nur der Kupon von 2,1 Prozent ist steuerpflichtig. Er wird, sofern die Freibeträge erschöpft sind, in diesem Jahr noch mit dem persönlichen Satz versteuert, also mit bis zu 46 Prozent, und vom kommenden Jahr an mit dem pauschalen Satz, bis zu 28 Prozent. Kursgewinne sind, sofern die Anleihe länger als ein Jahr gehalten wird, steuerfrei - wegen des Bestandsschutzes auch in Zukunft. Der Vorteil: Die Anleihe wird heute mit 90 Cent je Euro Nennwert bezahlt, im Jahr 2013 tilgt die Eurohypo den vollen Nennwert, also 10 Cent mehr. Dieser Wertzuwachs ist steuerfrei und zudem - im Unterschied zu erhofften Aktienkursgewinnen - außerordentlich sicher und planbar, denn die Eurohypo steht für die vollständige Rückzahlung gerade, und obendrein gibt es für den Fall der Fälle einen separaten Deckungsstock.

Anleihe für Privatanleger erschwinglich

Wegen der Stückelung von 1.000 Euro ist die Anleihe für Privatanleger erschwinglich. Um eine vergleichbare Nachsteuerrendite mit einer Anleihe zu erzielen, die zum vollen Nennwert gehandelt wird, müsste diese eine Verzinsung von knapp 6 Prozent bieten. Mit Staatsanleihen oder erstklassigen Pfandbriefen ist das nicht möglich. Unternehmensanleihen, die so hohe Zinsen abwerfen, sind mit entsprechend höheren Risiken verbunden.

Wer sich den Steuervorteil für einen längeren Zeitraum sichern will, kann zur Anleihe der Landesbank Hessen-Thüringen greifen, die im Jahr 2015 fällig wird (Isin DE000HLB0BG0). Sie bietet einen Kupon von 2,3 Prozent und wird derzeit mit 87,5 Prozent des Nennwerts gehandelt. Um die gleiche Nachsteuerrendite mit zu pari gehandelten Anleihen zu erzielen, müssten Anleger Titel finden, die mit 5,9 Prozent verzinst sind. Ein Beispiel für eine kürzere Laufzeit ist der im März 2010 fällige Titel der LBBW (Isin DE000LBW8175). Der Kupon beträgt 2,5 Prozent bei einem Kurs von 97 Cent je Euro.

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Jahrgang 1968, Redakteur in der Wirtschaft.

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