Besitzer griechischer Staatsanleihen sind durch den Schuldenschnitt im März hart gebeutelt. Nun behielt ihre Depotbank auf eine erste, mickrige Rückzahlung auch noch Abgeltungssteuer ein. Dieses Vorgehen hat das Bundesfinanzministerium angeordnet.
Für eine griechische Staatsanleihe im Nennwert von 1000 Euro hatten private Gläubiger nicht weniger als 24 Anleihen erhalten, deren Wert sich insgesamt aber nur auf 465 Euro belief. Grundsätzlich können Anleger den Verlust steuerlich geltend machen, wenn sie ihre Griechenland-Anleihen nach dem 31. Dezember 2008 erworben haben. Denn der Fiskus betrachtet den erzwungenen Tausch von einer Staatsanleihe in 24 neue Anleihen als Veräußerungsgeschäft.
Den Verlust ermittelt aus den Anschaffungskosten für die griechische Staatsanleihe abzüglich des Wertes der 24 neuen Anleihen am Tag der Buchung ins Depot (oder dem niedrigsten Kurs am ersten Handelstag) kann der Anleger in seiner Steuererklärung 2012 nutzen. Der Griechenland-Verlust lässt sich gegen Gewinne mit anderen Wertpapieren, die nach 2008 erworben wurden, verrechnen. Fallen im Jahr 2012 nicht „genug“ Veräußerungsgewinne an, lässt sich der Verlust für spätere Jahre vortragen, sofern er in der Anlage KAP zur Steuererklärung aufgeführt wird.
Abgeltungssteuer auf Nullzinskuponanleihe
Eine Ausnahme ist indes die Nullzinskuponanleihe, die jetzt nach sechs Monaten als erste der 24 neuen Anleihen vom Europäischen Staatenrettungsfonds EFSF zurück gezahlt wurde. Für diese Anleihe, die Griechenland-Gläubiger als Ausgleich für aufgelaufene Stückzinsen erhalten hatten, hat das Bundesfinanzministerium (BMF) „Null“ als Anschaffungswert angenommen.
Daher ist mit der Rückzahlung nun zwingend ein Veräußerungsgewinn mit dieser Anleihe eingetreten. Davon müssen Depotbanken 25 Prozent Abgeltungssteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag einbehalten. Noch bei einer weiteren Umtauschanleihe nimmt der Fiskus einen Anschaffungswert null an: Beim „Besserungsschein“, dessen Zinszahlung von der Entwicklung des griechischen Bruttoinlandsproduktes abhängt.
Ein leichter argumentativer Denkfehler
Monika Lorenz (Diaulina)
- 25.09.2012, 13:46 Uhr
Wer keine Griechenlandanleihenn hat
Closed via SSO (Pagsure)
- 25.09.2012, 01:21 Uhr
Ein Lehrstück! Gutes Thema.
Horst Müller (KonzeptionistzuVerlassen)
- 24.09.2012, 21:06 Uhr
Unvollständige Information
Wolfgang Schlage (20thStreet)
- 24.09.2012, 20:00 Uhr
Griechenland ist eh nicht zu retten.
Volkmar Neuendorf (MisterKalamari)
- 24.09.2012, 17:37 Uhr