18.08.2003 · Absicherung gegen Zinswende / Höhere Renditen bei Unternehmenstiteln
In den vergangenen Wochen sind die Renditen auf dem Anleihemarkt stark gestiegen. Das ist für Inhaber von festverzinslichen Titeln mit erheblichen Kursverlusten verbunden gewesen. Positive Konjunkturberichte, eine expansive Geldpolitik der amerikanischen Notenbank und die wachsende Staatsverschuldung hat die Spekulation auf weiter steigende Kapitalmarktrenditen genährt. Viele Anleger, die trotz dieser Risiken dem Anleihemarkt treu bleiben wollen, setzen auf variabel verzinste Titel.
Mit Hilfe variabel verzinslicher Anleihen, sogenannter Floater, werden die Kursrisiken auf ein Minimum reduziert. Die Verzinsung ist in den meisten Fällen an die aktuellen Bankensätze für Leihegeschäfte über drei oder sechs Monate (Euribor) gekoppelt und wird regelmäßig angepaßt. Steigt das Zinsniveau, wird auch die Verzinsung des Floaters angehoben. Der Anleger erhält eine höhere Überweisung. Umgekehrt muß er allerdings auch akzeptieren, daß der Kupon reduziert wird, wenn die Zinsen fallen. Doch dieses Risiko erscheint derzeit gering. Die meisten Marktteilnehmer erwarten, daß die Notenbanken in Amerika und Europa auf weitere Senkungen ihrer Leitzinsen verzichten werden.
Ein "sanftes Ruhekissen" in Zeiten langfristig steigender Zinsen
Vor diesem Hintergrund raten viele Banken ihren Kunden, einen Teil ihres Geldes variabel verzinst anzulegen. So empfiehlt die DZ Bank Floater als "sanftes Ruhekissen" in Zeiten langfristig steigender Zinsen. Dagegen seien die Kursrisiken bei Anleihen mit festem Zins erheblich. Die DZ Bank rechnet bei zehnjährigen Bundesanleihen in den kommenden zwölf Monaten mit einem Renditeanstieg um 0,7 Prozentpunkte. Das wäre mit einem Kursverlust von 5,4 Prozent verbunden.
Doch auch die variabel verzinsten Titel sind nicht risikolos zu haben. Wer sein Geld derzeit für zwei Jahre in Euro-Floatern erstklassiger Bonität anlegt, erhält eine Rendite, die leicht unterhalb des Dreimonatssatzes von 2,13 Prozent liegt. Das vergleicht sich mit einem fixen Satz für zweijährige Bundesanleihen von knapp 2,6 Prozent. Um den Renditenachteil von fast 0,5 Prozentpunkten aufzuholen, braucht es einige Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank. Je nachdem wie lange es dauert, bis die Leitzinsen wieder steigen, desto größer wäre der Aufholbedarf.
Floater: Kursgewinne müssen versteuert werden
"Drei oder vier Zinserhöhungen in den nächsten zwei Jahren müßten es schon sein, um das aktuelle Preisniveau für Floater erstklassiger Qualität zu rechtfertigen", glaubt Oliver Rupprich, Anleiheverkäufer bei Metzler. Deshalb empfehle er, einen Blick auf variabel verzinste Unternehmensanleihen. Sie seien zwar mit einem höheren Kreditrisiko verbunden. Aber bei Laufzeiten von zwei bis fünf Jahren sei es überschaubar. Dafür gebe es bei den Unternehmenstiteln einen deutlichen Aufschlag zum Satz für Dreimonatsgeld. So biete der 2005 fällige Euro-Floater von British American Tobacco (Baa1/A-) den Euribor-Satz zuzüglich eines Aufschlags von 0,8 Prozentpunkten.
Bei solchen Anleihen ist allerdings zu beachten, daß es ein Kursrisiko gibt für den Fall, daß sich die Kreditwürdigkeit des Emittenten ändert. Umgekehrt sind auch Kursgewinne denkbar, wenn sich die Bonität verbessert. Allerdings müssen Kursgewinne versteuert werden, weil Floater vom Fiskus als Kursdifferenzpapiere eingestuft werden.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |