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Anlage-Strategie Wie sich ein Ölpreisschock auf deutsche Aktien auswirken dürfte

 ·  Der Dax hat sich deutlich erholt. Gleichzeitig steigt der Ölpreis. Und bei einer Zuspitzung der Iran-Krise könnte das schwarze Gold noch viel teurer werden. Welche Aktien deswegen gefährdet sind, hat die Commerzbank ermittelt.

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Der Preis für die Nordsee-Öl-Sorte Brent ist mit 117,50 Dollar je Barrel gerade auf den höchsten Stand seit mehr als 6 Monaten gestiegen. Charttechnisch gesehen ist die Notiz damit auf dem besten Weg, das Vorjahreshoch von fast 127 Dollar zurückzuerobern.

Erklären lässt sich das unter anderem auf die Sorge, welche Auswirkungen eine sich zuspitzende Iran-Krise auf die Versorgungslage haben könnte. So warnte unlängst der Internationale Währungsfonds ein Embargo könnte den Rohölpreis auf bis zu 140 Dollar je Barrel steigen lassen, sofern keine alternativen Lieferanten gefunden würden.

Seit der Dax-Einführung ereigneten sich drei Ölpreisschocks

Bis jetzt konnten solche Befürchtungen dem deutschen Aktienmarkt aber noch nichts anhaben. Der Dax ist in diesem Jahr trotzdem munter gestiegen. Trotzdem fragen sich die Anleger natürlich besorgt, ob ein nicht völlig auszuschließender weiterer Ölpreisanstieg zu neuen Kursturbulenzen führen könnte. Zumal sie nicht vergessen haben, stark steigende Ölpreise früher schon zu heftigen Kursverwerfungen beigetragen haben.

Commerzbank-Analyst Markus Wallner hat vor diesem Hintergrund zurückgeblickt und er ist dabei seit der Einführung des Dax auf drei Ölpreisschocks gestiegen. In allen diesen drei Fällen ist der Ölpreis aufgrund besonderer Ereignisse – also nicht lediglich wegen starker Nachfrage – in kurzer Zeit kräftig gestiegen und er hat sich dann aber auch relativ schnell wieder erholt. Konkret war dies bei den Golfkriegen 1990 und 2003 sowie bei dem Hurrikan Katrina im Jahr 2005 der Fall.

Nur bei den ersten beiden Ereignissen sei laut Wallner aber befürchtet worden, dass das globale Wirtschaftswachstum einbricht, weshalb sie als mögliche Blaupause für zukünftige Ölpreisschocks dienen können. In diesen beiden Fällen stieg der Ölpreis im Durchschnitt um 79 Prozent und der Dax verlor, wie Wallner errechnet hat, in den drei Monaten bevor der Ölpreis seinen Höhepunkt gefunden hatte im Durchschnitt 25 Prozent. Der MDax sank zudem um 16 Prozent.

Zyklische Sektoren und ausgewählte Einzeltitel besonders gefährdet

Besser als der Gesamtmarkt schnitten in dieser Zeit insbesondere defensive Dax-Unternehmen aus den Sektoren Gesundheit (etwa Fresenius) und Konsum (beispielsweise Beiersdorf) ab. Unternehmen aus den zyklischen Bereichen Transport (etwa Lufthansa), Industrie (beispielsweise ThyssenKrupp, Siemens) mussten im Durchschnitt starke Verluste hinnehmen, stellt Wallner fest. (siehe Grafik).

Auch der europäische Aktienmarkt (Dow Jones Stoxx 600 Index) habe zweistellige prozentuale Verluste erlitten. Die relative Kursentwicklung der europäischen Sektoren weist laut Wallner bei den beiden Golfkriegen eine hohe Übereinstimmung auf. Bei beiden Ölpreisschocks hätten sich die meisten zyklischen Sektoren wie Banken, Industrie, Chemie, Technologie, Media und Automobil schlechter als der Markt entwickelt. Mit der Ausnahme der Ölbranche hätten nur defensive Sektoren wie Nahrung, Gesundheit, Versorger und Telekommunikation während des Ölpreisanstiegs zugelegt.

Auch wenn die dargestellten Ölpreisschocks nicht eins zu eins auf die Zukunft übertragbar sind, könnte eine Zuspitzung der Irankrise und ein daraus resultierender Ölpreisanstieg die Volatilitäten am deutschen und europäischen Aktienmarkt erneut erhöhen, glaubt Wallner. Und auch aus diesem Grund rät er dazu, die Aktien- und Sektorenauswahl mittelfristig nicht zu zyklisch auszurichten.

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