03.02.2012 · Viele Anleger befürchten eine steigende Inflation. Und sie fragen sich, ob Aktien ein Schutzmittel sind. Laut einer RBI-Studie ist das der Fall. Doch zwei andere Anlageklassen taugen noch besser als Inflationsschutz.
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Aktien fraglich als Inflationsschutz
Wie bei Immobilien auch beruht die Legende, dass Aktien gegen Inflation
schützen, teilweise auf einem Mythos. Nämlich dem, dass die
Aktien selbst durch Kriege hindurch erhalten bleiben, wie Immobilien und
Gold auch, dass der Wert des Bargelds aber durch die anschließende
Währungsreform zum allergrößten Teil weg war.
.
Hier muß man allerdings sagen, dass auch die Aktien während
des 2. Weltkriegs im Wert gefallen sind und auch die Häuserpreise,
und sie haben sich danach nur langsam erholt.
.
Es ist wohl keineswegs so, dass Aktien automatisch steigen, wenn auch
die Inflation ansteigt. Das ist kein Automatismus. Die
Aktienkursverläufe werden nach wie vor vor allem von den
Konjunkturzyklen bestimmt.
.
Wenn man Aktien kauft, um gegen Inflation gerüstet zu sein, setzt
man v. a. darauf, dass große AG´s mit hoher Marktmacht die
gestiegenen Preise überwälzen können an die Kunden und so
höhere Gewinne erzielen.
Der Anleger denkt, und der Staat nimmt.
Bei Inflation können Aktien als Sachwerte scheinbar mehr Sicherheit
bieten als Spargeld und Rentenanlagen. Das Risiko von Aktien bleibt
indes beachtlich, und im letzten Jahrzehnt war ein
Aktiendepot meist weniger ertragreich als Festgeld oder ein Rentendepot. Kapitalanlagen
und Vermögen erfordern, um langfristig erfolgreich zu sein,
generell Risikobereitschaft
und viel persönlichen Einsatz der Anleger, indes der Staat
praktisch mühelosen gesetzlichen Zugriff in beliebigem Umfang auf
die Erträge und das Kapital nehmen wird. Der Staat kann
natürlich auch mögliche Vorteile aus Sachanlagen wie Aktien
über Abgabennormen entziehen, und das macht er auch jetzt schon in
überzogenem Ausmaß.
Deswegen habe ich 100 % Aktien im Depot.
Kein Witz. Auch wenn das niemand empfiehlt. Sonst wird immer empfohlen, auch Anleihen und den ganzen Rotz zu haben. Der Grund ist genau der: Ich möchte nicht nur eine starke Rendite, sondern auch Inflationsschutz. Und Aktien sind nunmal Sachwerte.
Aktien dürften sich bei einer erwarteten EURO-Krise
aber nur dann ähnlich entwickeln wie damals in USA, wenn sich die
europäische Wirtschaft einigermaßen halten kann. Davon gehe
ich nicht aus, denn die EURO-Krise wird mit Insolvenzen von Staaten und
einer schweren Weltwirtschaftskrise begleitet sein. Hinzu kommt das
fortschreitende Aufholen der BRIC gegenüber Europa.
Der zunehmende Ausverkauf unserer Technik an China (siehe eben
Putzmeister) muß langfristig seine Folgen zeigen. Mittlerweile ist
China nach meiner eigenen unvollständigen Liste
Weltmarktführer in
Windkraftanlagen (7 der 15 führenden Anbieter sind Chinesen),
Photovoltaik,
Lithium Batterien,
Seltene Erden
Energiesparlampen, LED-Technik
Herstellung und Verkauf von Fahrzeugen (Angestrebt auch bei Elektrofahrzeugen).
Schwerindustrie
Weitere werden alsbald folgen
Vermögenserhalt bei Inflation - eine schöne wissenschaftliche Analyse ...
aber sie beleuchtet im wesentlichen "normale" Zeiten - doch
wass passiert, wenn´s mal so richtig kracht?
.
Deshalb stelle ich gern eine reale Beobachtung hinzu: Die
Kapital-Lebensversicherung, die mein Großvater als Altersvorsorge
abgeschlossen hat, erlitt 1984 einen "Haircut" um 90% - also
etwas mehr, als zur Zeit für Griechenland im Gespräch ist -
und möglicherweise für mehrere andere Länder im Raum
steht. Er wäre von Sozialhilfe abhängig gewesen, wenn er nicht
weiterhin in die umlagefinanzierte staatliche Rentenversicherung
eingezahlt hätte.
.
Mein Lehrer erzählte im Geschichtsunterricht folgende Begebenheit:
Er schichtete das elterliche Vermögen rechtzeitig von RM-Anleihen
in Aktien von Daimler-Benz um, die in den 50-er Jahren "durch die
Decke" gingen. Im Ergebnis besaß er in den 60-ern nicht nur
eine tolle Villa in Hamburg-Blankenese, sondern kam auch mit einem
Borgward-Pullman (heute in etwa vergleichbar mit einem Maybach oder
einem Bentley) zum Unterricht.
Ich nehme an, es handelt sich um einen Zahlendreher...
und Sie meinen 1948, das war das Jahr der Währungsreform in
Deutschland. Allerdings weiß ich gar nicht, ob es damals schon
Sozialhilfe und eine umlagefinanzierte Rentenversicherung gab. Ich
glaube nämlich, zumindest letztere wurde erst später eingeführt.
Ich wüßte sonst nicht, welches Ereignis bei der
Kapitallebensversicherung Ihres Großvaters zu einem
"Haircut" von 90 % geführt haben sollte.
Wir sind jetzt im 21. Jahrhundert
Die Welt war, vor allem wirtschaftlich, eine andere in den 70ern. Daher
kann man solche Ergebnisse nicht genau auf heute übertragen.
Immerhin gut, daran erinnert zu werden, daß wir nicht die erste
Wirtschafts- und Finanzkrise seit 1929 erleben, und daß es nach
dieser samt Inflation nicht nur weiterging in den 80ern, sondern sogar
steil bergauf.
Wenn man über die untersuchte Periode hinaus in die 80er schaut,
ändert sich das Bild übrigens in einem Punkt entscheidend:
Edelmetalle, vor allem Gold, stürzten ab, um sich 20 Jahre lang
nicht zu erholen, während die beiden anderen Anlageklassen weiter
ein gutes Investment blieben. Daher ist das derzeitige Getrommel
für Gold, unter Ausnutzung der Angst der kleinen Leute, mit
Vorsicht zu genießen.
Preissteigerung und Hyperinflation sind zweierlei
Gewiss trifft es zu, dass Aktien bei leichten Preissteigerungen nicht immer mitziehen, aber wer 1922 tausend Siemensaktien hatte, der hatte 1924 noch immer tausend Siemensaktien.
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