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Anlage-Erfolgskriterien Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen

28.09.2009 ·  Bei der Geldanlage stehen sich Anleger nicht selten selbst im Weg. Neben dem notwendigen Fachwissen spielt oft auch die Psychologie eine Rolle. Das Motto „Gewinne laufen lassen und Verluste begrenzen“ kann sehr hilfreich sein.

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Beinahe schon anmaßend klingt die Börsenregel: „Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen.“ Schließlich ist dies der Urgedanke an der Börse oder besser gesagt jeden kaufmännischen Handelns. Nämlich möglichst günstig kaufen und teuer verkaufen.

Aber wenn dies so einfach ist, warum fällt die Umsetzung denn so schwer. Warum häuften sich gerade die Klagen von Investoren gegen Unternehmen am Neuen Markt oder die Telekom? Hätten beispielsweise Anleger die T-Aktie 1997 bei 20 Euro gekauft und im Frühjahr 2000 bei 100 Euro wieder verkauft, so müssten nicht heute noch die Anwälte die Köpfe rauchen lassen.

Doch statt unten zu nehmen und oben zu geben, springen viele Investoren erst zu spät auf den Zug auf und - was das Schlimmste ist - bleiben darin sitzen. Erfolgreiche Börsianer haben aber eines gemeinsam: Sie beherrschen das Verlustmanagement.

Regel: Verluste begrenzen

Die einfachste Hilfe hierbei sind Stopps. Manche Börsenexperten setzen beispielsweise grundsätzlich unterhalb von 10 bis 15 Prozent ihres Einstiegskurses einen so genannten Stopp. Wenn sich die Aktie nicht in die gewünschte Richtung entwickelt und der Kurs auf diese Marke fällt, werden die Aktien automatisch verkauft. Gerade in volatilen Zeiten reagieren die Kurse oft sehr heftig auf negative Nachrichten.

Der Vorteil einer Stopp-Marke ist in erster Linie, dass die eigenen Emotionen ausgeschaltet werden. Denn mit dem Verkauf einer Aktie mit Verlust müssen sich Investoren eingestehen, kein glückliches Händchen gehabt und ihre Wette verloren zu haben. Die eigene Schwäche zu offen zu legen, fällt aber den Menschen gemeinhin schwer. Daher neigen Anleger oft dazu, an ihren Verlustpositionen festzuhalten. Sie reden sich ein, der Markt irre sich einmal und die Aktie werde später schon noch die gewünschte Richtung einschlagen.

An falschen Ideen zu lange festhalten bedeutet sogar in zweifachen Hinsicht Schaden für den Aktionär. Nicht nur, dass das eingesetzte Kapital keine Rendite bringt. Der Anleger erleidet auch einen Opportunitätsverlust, weil das in den Verlustbringern geparkte Kapital für alternative Investments, die möglicherweise Gewinne abwerfen würden, fehlt.

Regel: Gewinne laufen lassen

Aber auch Investoren, die ihre Verluste in Zaum halten, müssen die Gewinne hegen und pflegen. Der größte Feind hierbei ist die Gier. „Wer sich reich rechnet, rechnet zwei Mal“, so eine alte Börsenregel. Sie beschreibt das Phänomen, dass Anleger gerne hochrechnen, wenn ihre Aktie weiterhin so steigt, wie viel Gewinn sie dann in einer Woche, einem Monat usw. verbuchen könnten. „Mit den Dollarzeichen im Auge lassen sich aber selten kluge Entscheidungen treffen“, sagt ein Händler. Denn dann verpassen Anleger oft die ersten warnenden Signale, der Blick nach oben versperrt das Gespür für das Gewitter im Rücken.

Sinnvoll ist es auch, bei steigenden Aktienkursen mit Stopps zu arbeiten und diese dann sukzessive nach zu ziehen. Ließe man die Verkaufsmarke unter dem Einstandskurs stehen, so wären die schönen zwischenzeitlichen Gewinne im schlimmsten Falle wahrscheinlich wieder aufgefressen, bevor der Anleger die Aktien verkauft. Daher sollte diese Marke auf dem Weg nach oben ebenfalls angehoben werden. Viele Banken bieten dazu die Möglichkeit an, einen „Trailing Stop“ zu setzen, der automatisch nachgezogen wird.

Das zweite Problem bei gut laufenden Aktien ist, dass Investoren zu früh Gewinne realisieren. Nach dem Motto: „Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach“, schließen sie ihre Positionen, obwohl die Aktie noch Potential hat. Auch hier geben nachgezogene Stopp-Kurse das nötige Sicherheitsgefühl.

„Gewinne laufen lassen und Verluste begrenzen.“ Eine banale Regel, über die es sich aber lohnt, einmal inne zu halten. Und das eigene Handeln daran zu messen. Und schon klingt die Handlungsanweisung gar nicht mehr so simpel.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @ank
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