14.01.2004 · Die meisten Beispielrechnungen zu den im vergangenen Jahr abgeschlossenen kapitalbildenden Lebensversicherungen und privaten Rentenversicherungen sind, laut einer Studie, zu hoch angesetzt.
Die meisten Beispielrechnungen zu den im vergangenen Jahr abgeschlossenen kapitalbildenden Lebensversicherungen und privaten Rentenversicherungen sind zu hoch angesetzt. Das ist das Ergebnis einer Studie der Kölner Versicherungsratingagentur Assekurata, in deren Rahmen die Angebote von 57 Gesellschaften auf ihre Plausibilität überprüft wurden.
Insgesamt sei bei 63 Prozent der untersuchten Beispielrechnungen nicht nachvollziehbar gewesen, wie die in Aussicht gestellte Rendite erwirtschaftet werden solle, sagte Assekurata-Geschäftsführer Reiner Will bei der Vorstellung der Studie in Köln. Mit der jüngsten Absenkung der Überschußbeteiligung seien die Versicherer zwar wieder auf ein realistischeres Niveau heruntergekommen. "Die Anlageziele sind teilweise aber immer noch ambitioniert", fügte er hinzu.
Diesmal keine Namen
Assekurata hatte fünf verschiedene Produktanforderungen gestellt und die dabei von den Gesellschaften in Aussicht gestellte Verzinsung mit den möglichen am Kapitalmarkt zu erwirtschaftenden Renditen verglichen. Dabei wurde eine neue Methodik angewandt, bei der eine Vielzahl künftig zu erwartender Szenarien an den Aktien- und Rentenmärkten simuliert wurde. Berücksichtigt wurde dabei auch der Stand der ausgewiesenen Reserven einer Gesellschaft, der eine risikoreichere Kapitalanlage zuläßt. Assekurata nimmt nun den sogenannten Sollzins - das ist derjenige Zins, den der Versicherer mindestens erzielen muß, um aus den Beiträgen und Kapitalanlageerträgen den Risikoschutz, die Kosten und die prognostizierte Überschußbeteiligung der Versicherten zahlen zu können - und gleicht ihn mit den Ergebnissen der Simulation ab. Wird bei drei Viertel und mehr der simulierten Fälle dieser Sollzins verfehlt, gilt die in der Beispielrechnung prognostizierte Rendite als unplausibel.
Im Gegensatz zur letzten Untersuchung dieser Art vor anderthalb Jahren nennt Assekurata diesmal jedoch nicht die Namen der Gesellschaften, die bei der Untersuchung besonders positiv oder besonders negativ aufgefallen sind. Offensichtlich reagiert die Ratingagentur damit auf Proteste der Versicherer, die auch ihre Kunden sind. Allerdings läßt auch ein Blick auf die Sollzinsen allein Rückschlüsse auf die Plausibilität der Angebote zu.
Blick auf die Sollzinsen hilft
Die Spannbreite ist dabei enorm und liegt beispielsweise bei einem Kapital-Lebensversicherungsvertrag mit 30 Jahren Laufzeit für einen bei Vertragsabschluß dreißigjährigen Mann zwischen 3,31 Prozent (Arag Leben) und 7,99 Prozent (Asstel Leben). Das heißt, Asstel müßte in den kommenden 30 Jahren im Durchschnitt 7,99 Prozent jährlich am Kapitalmarkt erwirtschaften, um die in den Beispielrechnungen des vergangenen Jahres in Aussicht gestellte Verzinsung zu erwirtschaften. Die drei größten deutschen Anbieter Allianz Leben (5,86 Prozent), Aachener und Münchener (5,33 Prozent) sowie Hamburg-Mannheimer (6,01 Prozent) liegen mit ihren Sollzinsen noch im Mittelfeld. Allerdings wirken auch diese den Beispielrechnungen zugrunde liegenden Zahlen ehrgeizig vor dem Hintergrund, daß die zehnjährige Bundesanleihe als vergleichsweise sichere Geldanlage aktuell mit 4,15 Prozent rentiert.
Mit der jüngsten Absenkungsrunde haben die meisten Lebensversicherer auf die offensichtliche Diskrepanz zwischen ihrem Angebot und den Kapitalmarktgegebenheiten reagiert. Dies sei ein notwendiger Schritt gewesen, sagt Will. "Wir erwarten daher, daß die aktuellen Angebote im Jahr 2004 erheblich plausibler sein werden."
Nach einer ersten Übersicht des Branchendienstes Map-Report liegt die Gesamtverzinsung der Sparanteile für dieses Jahr im Durchschnitt bei 4,36 Prozent. Vor drei Jahren lag dieser Wert noch bei 7,06 Prozent. Die jüngsten drei Absenkungsrunden treffen insbesondere diejenigen Anleger empfindlich, die fest mit der prognostizierten Auszahlungssumme rechnen. Vor diesem Hintergrund sind die von Assekurata ermittelten Sollzinsen ein Anhaltspunkt, ob und und in welchem Ausmaß Handlungsbedarf besteht.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |