07.12.2005 · Die Gebührenstrukturen beim Fondskauf sind verwirrend. Leicht kann man zuviel bezahlen. Wer weiß, wo er seinen Fonds einkauft, kann rasch ein paar hundert Euro sparen.
Von Hanno BeckNicht nur guter Rat, auch guter Fonds will oftmals teuer sein. Deshalb kann sich die Suche nach dem günstigsten Fonds unter dem Strich durchaus lohnen. Was aber viele Anleger nicht wissen: Oft kann man ein und denselben Fonds billiger erstehen, indem man weiß, wo man ihn einkauft.
Es ist vor allem der sogenannte Ausgabeaufschlag, der Anleger teuer zu stehen kommt und der in der Regel voll an den Vertrieb weitergereicht wird. Durchschnittlich 4,3 Prozent Ausgabeaufschlag fallen im Schnitt bei deutschen Aktienfonds an, rechnet das ifa Privates Institut für Fondsanalyse vor. Und wer geschickt einkauft, kann ebenjene vier Prozent - oder einen Teil davon - sparen.
No-Load-Fonds sind auf die Dauer schwerer bepackt
Eine einfache Möglichkeit, den Ausgabeaufschlag zu sparen, sind sogenannte No-load-Fonds, die generell ohne Ausgabeaufschlag angeboten werden. Der Haken an diesen Produkten: Der Ausgabeaufschlag ist nicht gestrichen, sondern lediglich in den höheren Verwaltungsvergütungen versteckt.
Wer also No-load-Fonds kauft, tut gut daran, diese nicht länger als vielleicht ein oder zwei Jahre zu halten, danach sind Fonds mit Ausgabeaufschlag, aber geringeren Verwaltungsvergütungen in der Summe billiger. Und wem das alles zu kompliziert ist, der kauft seine Fonds weiterhin bei seiner Bank, feilscht aber um den Ausgabeaufschlag, was in vielen Fällen durchaus funktioniert.
Börsenkauf hat andere Kostenposten
Dem lästigen Ausgabeaufschlag kann man aber auch dadurch entgehen, indem man an die Börse geht. Dort können Anleger mittlerweile eine ganze Palette populärer Fonds wie normale Aktien handeln. Das Interessante an den börsengehandelten Fonds besteht darin, daß man sie ohne Ausgabeaufschlag kaufen kann.
Allerdings fallen die üblichen Gebühren an, die die Bank in Rechnung stellt, und die Maklercourtage. Ein weiterer wichtiger Kostenblock beim Börsenkauf von Fonds ist der sogenannte Spread, also die Differenz zwischen dem An- und Verkaufskurs. Der liegt bei den meisten Fonds zwischen einem und zweieinhalb Prozent und schwankt mit der Börsentagesform des Produktes.
Immobilienfonds haben in der Regel den größten Spread, gefolgt von Aktien- und dann von Rentenfonds. Mit den Kosten des Kaufs sind allerdings nicht alle Kosten eingefangen, natürlich muß man auch noch die Kosten berücksichtigen, die beim Verkauf anfallen. Mit anderen Worten: Wer einen Vergleich zwischen dem normalen Kauf eines Fonds und dem Börsenkauf anstellt, muß im Grunde genommen die Kosten beim Kauf verdoppeln, da Bankgebühren, Courtage und Spread auch beim Verkauf zu Buche schlagen.
Damit schrumpft der Preisvorsprung börsengehandelter Fonds: Bei einem Spread von anderthalb Prozent ist man zuzüglich der Bankgebühren rasch bei drei bis dreieinhalb Prozent Kosten. Und je höher der Spread ist, um so teurer wird die Angelegenheit. Hinzu kommt noch ein weiteres Problem: Der Spread als eine der wichtigsten Kostenkomponenten beim Kauf eines börsengehandelten Fonds schwankt, mithin mangelt es damit den Investoren an einer verläßlichen Kalkulationsbasis für den Kostenvergleich.
Rabatt vom Vermittler
Eine weitere Möglichkeit, billig Fonds zu kaufen, sind sogenannte Fondsvermittler: Hier kann der Kunde - zumeist im Internet - eine Fülle von Fonds häufig komplett ohne Ausgabeaufschlag erwerben. Bei einer Anlagesumme von 5000 Euro kommt man je nach Höhe des Ausgabeaufschlages rasch auf ein paar hundert Euro, die der Kunde spart. Allerdings verzichtet er dafür auf jegliche Form der Beratung. Die Fondsvermittler selbst leben von den sogenannten Bestandsprovisionen, welche die Fondsgesellschaften aus den Verwaltungsvergütungen der Fonds an die Vermittler ihrer Fonds zahlen.
Die Fondsvermittler bieten einen weiteren Vorteil: Wer seinen Fonds auf einem fondsfähigen Depot wie beispielsweise bei der Fondsservicebank, E-Base oder der DWS Fondsplattform liegen hat, kann in der Regel mit sehr geringen Kosten zwischen einzelnen Fonds wechseln.
Im Börsenhandel hingegen zahlt man jedesmal die vollen Gebühren und den vollen Spread. Und wer sein Depot bei der Fondsgesellschaft hat, kann in der Regel zumindest zwischen den einzelnen hauseigenen Produkten kostenlos wechseln. Damit erweist sich der börsengehandelte Fonds zumindest aus Kostengesichtspunkten nicht immer als die preiswerteste Alternative, zumal es auch viele Online-Banken gibt, die Fonds mit reduziertem Ausgabeaufschlag oder sogar ohne Ausgabeaufschlag anbieten.
Wem die hohen Ausgabeaufschläge ein Dorn in der Brieftasche sind, aber dennoch nicht auf Beratung verzichten will, kann immer noch den Gang zum Honorarberater antreten. Dieser verlangt einen festen Satz, leitet dafür aber alle indirekten Vergütungen, welche die Fondsgesellschaft an die Vermittler zahlt, an den Kunden weiter. Das ist oftmals nur auf den ersten Blick teurer als der Gang zur Bankfiliale, denn zumeist ist gute Beratung ihr Geld auch wert.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |