23.10.2006 · Der Deutsche Aktienindex Dax ist auf ein neues Jahreshoch gestiegen. 2006 und 2007 erwarten Analysten jeweils mehr als zehn Prozent Zuwachs bei den Unternehmensgewinnen. Positive Quartalsberichte aus Amerika sorgen für Optimismus.
Während Aktienanalysten für die bevorstehende Berichtssaison auf überwiegend erfreuliche Ergebnisse hoffen, ist der Deutsche Aktienindex Dax am Montag auf ein neues Jahreshoch gestiegen. Er erreichte am Nachmittag ein Tageshoch von 6.248 Punkten und schloß mit 0,7 Prozent im Plus bei 6.243 Punkten, dem höchsten Schlußstand seit April 2001.
Der deutsche Softwarehersteller SAP hat zwar mit der leicht nach unten korrigierten Jahresprognose in der vergangenen Woche nicht zur freundlichen Stimmung an den Börsen beigetragen. Dennoch rechnen Analysten mit einem günstigen Verlauf der Berichtssaison. In dieser Woche kommen Zahlen unter anderem von Daimler-Chrysler, RWE und Lufthansa.
Gewinnprognosen weiter angehoben
Für die optimistische These spricht der freundliche Auftakt in den Vereinigten Staaten, wo die Quartalsberichte traditionell früher veröffentlicht werden. Von den rund 130 Unternehmen, die dort bereits über das dritte Quartal berichtet haben, übertrafen gut zwei Drittel die Erwartungen. Bildet man den Durchschnitt der von Analysten vorhergesagten Gewinne, dürften die im S&P-500 vertretenen Unternehmen ihre Erträge im Vergleich zum dritten Quartal 2005 um rund 15 Prozent steigern.
Günstig wirke sich der im Vergleich zu den Höchstständen relativ niedrige Ölpreis aus, sagt Michael Kopmann, Aktienstratege der DZ Bank. Die geringeren Energiekosten würden sich zwar vermutlich noch nicht in den Ertragsrechnungen spiegeln. Aber wichtiger sei ohnehin, ob die Unternehmen ihre Gewinnprognosen für die Zukunft unverändert lassen oder gar weiter anheben. Der fallende Ölpreis habe die Voraussetzung dafür verbessert. Hinzu komme eine leichte Euro-Abwertung, die sich günstig auf die im Euro-Raum bilanzierenden Unternehmen auswirke.
Erfreuliche Überraschung möglich
Eine aggregierte Quartalsprognose für einen ganzen Index gibt es - anders als für den amerikanischen S&P-500 - für die europäischen Indizes nicht, weil die Aktienstrategen meist nur eine Jahresprognose veröffentlichen. Aus der Vielzahl der Einschätzungen für einzelne Aktien ergibt sich eine Index-Konsensschätzung. Für 2006 erwarten die Analysten für die 30 Dax-Werte im Durchschnitt einen Anstieg der Unternehmensgewinne um gut 10 Prozent und für 2007 einen Zuwachs von rund 12 Prozent. Dafür müßten die 30 Unternehmen in diesem Jahr 55 und im kommenden Jahr rund 62 Milliarden Euro Gewinne erwirtschaften.
Derzeit erwarten offenbar viele Anleger, daß dies gelingen kann oder sogar eine erfreuliche Überraschung möglich ist. Daniel Hupfer, Aktienstratege bei M.M. Warburg, ist der Optimismus schon zuviel. Es habe in den vergangenen Tagen fast nur günstige Nachrichten gegeben. So seien die Stimmungsindikatoren weniger stark als befürchtet gefallen, die Inflationszahlen seien erfreulich gewesen, ebenso die Daten über die Industrieproduktion in Europa. Das stimme die Anleger auffallend optimistisch, was sich unter anderem in einem geringen Verhältnis von Verkaufs- zu Kaufoptionen spiegele.
Aussichten für deutsche Aktien gut
Die euphorische Stimmungslage mache die Börsen anfällig für Rückschläge. Das sei allerdings nur ein kurzfristiger Vorbehalt, sagt Hupfer. Langfristig betrachtet, seien die Aussichten für deutsche Aktien wegen der relativ niedrigen Bewertung immer noch gut. Anleger zahlen für Dax-Aktien derzeit weniger als das 14fache des für 2006 erwarteten Gewinns und das 12fache auf Basis der für 2007 erwarteten Erträge. Das ist im internationalen Vergleich konkurrenzfähig und im Vergleich zu Anleihen, der wichtigsten Anlagealternative, ein Kaufargument.
Käufer von zehnjährigen Bundesanleihen können eine jährliche Rendite von rund 3,8 Prozent erwarten. Damit zahlen Anleger für die festverzinslichen Wertpapiere das 26fache des Ertrags. Anleihen sind zwar nur bedingt mit Aktien vergleichbar, weil sie eine viel größere Sicherheit bieten. Dennoch gibt die Gegenüberstellung ein Gefühl für die Bewertungsrelationen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |