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Zweitgrößter Börsengang des Jahres Japan Airlines kehrt zurück

 ·  Mit erwarteten Erlösen von 6,8 Milliarden Euro verdient der japanische Staat gut an der Sanierung der Fluggesellschaft Japan Airlines. Der Börsengang wird der bislang zweitgrößte des Jahres.

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Die Rückkehr an die Börse wird für die Luftfahrtgesellschaft Japan Airlines (JAL) gut zwei Jahre nach ihrer Insolvenz zu einer Erfolgsgeschichte. Die JAL erwartet im zweitgrößten Börsengang des Jahres einen Emissionserlös von 687 Milliarden Yen (6,8 Milliarden Euro).

Das Unternehmen, das im Januar 2010 Insolvenz angemeldet hatte und in den vergangenen Jahren unter staatlicher Kontrolle saniert worden ist, setzte den Ausgabepreis am Montag in Tokio auf 3790 Yen (37,86 Euro) je Aktie fest. Das entspricht dem oberen Ende der Preisspanne und weist auf eine solide Nachfrage hin. Der Handel mit den Aktien soll am 19. September beginnen.

Doppelt überzeichnet

Größer als der JAL-Börsengang war in diesem Jahr nur der Börsengang von Facebook, das soziale Netzwerk hatte im Mai 16 Milliarden Dollar erlöst. Die JAL war im Zuge des Insolvenzverfahrens 2010 von der Börse genommen worden.

Beim Börsengang werden 175 Millionen Aktien für 3790 Yen je Aktie angeboten. Das entspricht rund dem fünffachen des erwarteten Gewinns. Zum Vergleich: Die Aktien von All Nippon Airways (ANA), gemessen am Umsatz Japans größte Fluggesellschaft und schärfster Wettbewerber der JAL, werden mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15 gehandelt. Der Börsengang von JAL sei deswegen sehr populär, hieß es.

Ausländische Investoren konnten bei JAL rund 25 Prozent der Aktien zeichnen. Dem Vernehmen nach ist ihre Tranche bereits seit Tagen fast um das Doppelte überzeichnet. Auch die restlichen 75 Prozent der Aktien, die für institutionelle japanische Investoren und Kleinanleger vorgesehen sind, waren schon sehr bald gezeichnet gewesen, hieß es in Tokio weiter.

Ein bisschen billiger

Der Ausgabepreis, den JAL festgesetzt hat, liegt wegen dieser starken Nachfrage zwar am oberen Ende der erwarteten Spanne, er ist aber im Branchenvergleich immer noch recht niedrig angesetzt. Der Grund sei, dass man den Börsengang vor allem für private Investoren attraktiv machen wollte, hieß es in Tokio. Diese machten mehr als 50 Prozent aller Investoren aus. Der Preis zeigt aber auch die Ungewissheit über die weitere Entwicklung der JAL auf dem heiß umkämpften Luftfahrtmarkt.

Nach der abermaligen Börsennotierung will sich die staatliche Treuhandgesellschaft ETIC, die umgerechnet rund 3,5 Milliarden Euro für die Sanierung der JAL aufgewandt hat, von 96 Prozent ihrer Anteile trennen. Wenn die Emission wie geplant verläuft und mehr als sechs Milliarden Euro eingenommen werden, winken dem japanischen Staat satte Gewinne aus dem Geschäft. Er würde fast das Doppelte von dem erlösen, was er in die JAL investiert hat.

Mit Staatshilfe aus der Pleite

Japan Airlines war 2010 mit 2,3 Billionen Yen (23 Milliarden Euro) Schulden bankrott gegangen, es war die größte Unternehmenspleite außerhalb der Finanzbranche in der japanischen Unternehmensgeschichte. Im Zuge der Sanierung entließ das Unternehmen ein Drittel seiner Belegschaft, kürzte Gehälter und Betriebsrenten, strich unrentable internationale und inländische Flugrouten und trennte sich von Jumbo-Jets mit hohem Kerosinverbrauch.

In dem im März zu Ende gegangenen Geschäftsjahr 2011 flog Japan Airlines bereits wieder einen Betriebsgewinn von umgerechnet mehr als zwei Milliarden Euro ein. Das Unternehmen profitierte dabei allerdings auch von Steuervergünstigungen und Schuldenverzicht. Dies hat Kritik des heimischen Rivalen ANA ausgelöst. ANA sieht darin eine Wettbewerbsverzerrung.

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Jahrgang 1959, Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

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