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Zertifikate Anleger dürfen von „Alpha“ nicht zu viel erwarten

07.02.2007 ·  Alpha-Strategien versprechen Rendite in jeder Marktphase. Doch nicht jedes Alpha-Zertifikat ist sinnvoll. Und selbst Produkte, die auf bewährte Indizes mit großem Alpha setzen, können enttäuschen. FAZ.NET hat nachgerechnet.

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Rendite in jeder Marktphase - das ist der Traum jeden Anlegers. Zum Glück gibt es in Deutschland eine Branche, die sich immer gerne um die Erfüllung von Anlegerträumen kümmert: die Zertifikateindustrie.

Besonders beliebt sind derzeit Alpha-Strategien. Mit „Alpha“ wird der Mehrertrag bezeichnet, den zum Beispiel ein Fondsmanager gegenüber dem Vergleichsindex erzielt. Die Zertifikatebranche fasst den Begriff etwas breiter: Es geht nicht unbedingt um Managementleistung, sondern nur darum, dass sich der Basiswert besser entwickelt als der Vergleichsindex.

Das „Beta“, also die Entwicklung des Gesamtmarktes, spielt keine Rolle. Es wird „ausgeschaltet“, wie es im Finanz-Slang heißt. Auch in fallenden Märkten lässt sich mit entsprechenden Produkten also Geld verdienen - vorausgesetzt natürlich, der Basiswert verliert weniger an Wert als der Vergleichsindex.

Ein Index tritt gegen einen anderen an

Unterscheiden lassen sich grob zwei Typen von Zertifikaten: Der erste Typ lässt den Anleger darauf wetten, dass sich zum Beispiel ein Einzelwert besser entwickelt als der Dax. Von Managementleistung ist hier nichts zu sehen. In diese Rubrik fallen auch Zertifikate, die einen Ertrag erwirtschaften, wenn sich der Nikkei 225 besser entwickelt als der S&P 500.

Die Auswahl ist vielfältig: Nomura lässt zum Beispiel in einem Zertifikat den Dax gegen den MDax antreten und in einem zweiten Zertifikat den MDax gegen den Dax (siehe erste Grafik). Der Anleger muss also schon eine dezidierte Meinung haben, wenn er zu einem solchen Produkt greift.

So hat der MDax den Dax im langjährigen Vergleich deutlich geschlagen. Während der Korrektur an den Märkten im Mai und Juni aber büßte der MDax deutlich mehr ein als der Dax (siehe zweite Grafik). Es wäre also gewagt zu behaupten, dass einer der beiden Indizes in bestimmten Marktphasen stets überlegen ist.

Management bringt Mehrertrag

Darum bietet die zweite Kategorie von Alpha-Zertifikaten den Anlegern mehr: Sie setzen auf einen Mehrertrag durch Managementleistung. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Europe 1 Index von Merrill Lynch. Diesen Index hat die Investmentbank im Oktober 2000 eingeführt, um nach außen hin zeigen zu können, was ihr Aktienresearch taugt.

Im Schnitt gibt es in diesem Aktienindex, der 15 bis 30 Titel umfasst, alle acht Tage eine Änderung. Der Vergleich mit dem Dax überzeugt: Seit der Auflage hat der Index mehr als 130 Prozent gewonnen, während der deutsche Leitindex die Baisse gerade so ausgebügelt hat (siehe dritte Grafik).

Seit Auflegung summiert sich der Mehrertrag auf knapp 130 Prozent - auch wenn es immer wieder kleinere Rückschläge gab (siehe vierte Grafik). Dabei ist zu berücksichtigen, dass das Merrill-Lynch-Barometer ein Preisindex ist, der Dax aber ein Performanceindex. Auch ohne Berücksichtigung der Dividenden haben sie von Merrill Lynch ausgesuchten Aktien also wesentlich besser entwickelt als der Dax, bei dessen Berechnung die Ausschüttungen berücksichtigt werden.

Anleger dürfen nicht zu viel erwarten

Allerdings - und das dürfen Anleger nicht vergessen - ist der ML Europe 1 Index keinesfalls immer besser als der Dax. FAZ.NET hat mit Daten von Merrill Lynch die monatliche Outperformance berechnet und grafisch aufbereitet (siehe fünfte Grafik). Dabei zeigt sich: In manchen Monaten, etwa im April und Oktober 2003, blieb der ML-Index mehr als sechs Prozent hinter dem Dax zurück. Auch aktuell zieht der Index der Merrill-Lynch-Analysten den Kürzeren: Im Januar entwickelte sich der Dax um 3,8 Prozent besser.

Die Investmentbank hat sieben Zertifikate aufgelegt, für deren Wertentwicklung der ML Europe 1 Index eine entscheidende Rolle spielt: Zwei Indexzertifikate, zwei Alpha- und drei Alpha-Express-Produkte (siehe FAZ.NET-Tabelle in der Bilderstrecke). Passend zu der in jüngster Zeit vergleichsweise geringen Outperformance entwickeln sich die Kurse der Zertifikate bislang eher enttäuschend.

Das erste, Ende Oktober 2005 aufgelegte Indexzertifikat liegt bislang etwa gleichauf mit dem Dax. Und die Geldkurse der Alpha- und Alpha-Express-Zertifikate befinden sich derzeit unter dem Ausgabeniveau oder nur minimal darüber. Dabei ist unbestritten, dass diese Zertifikate durchaus attraktive Renditen bieten können (siehe auch: Alpha-Express-Zertifikat besteht den Praxistest). Die Produkte zeigen aber auch, dass die Anleger vom Schlagwort „Alpha“ nicht zu viel erwarten dürfen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @bemi
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25.05.2012 17:45 Uhr
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25.05.2012
Name Kurs Prozent
DAX 6.339,94 +0,38%
FAZ-INDEX 1.377,69 −0,11%
TecDAX 752,47 +0,08%
MDAX 10.196,40 −0,34%
SDAX 4.817,28 +0,29%
REX 434,70 −0,15%
Eurostoxx 50 2.161,87 +0,25%
F.A.Z. EURO 69,61 +0,13%
Dow Jones 12.454,80 −0,60%
Nasdaq 100 2.527,05 −0,17%
S&P500 1.317,82 −0,22%
Nikkei225 8.580,39 +0,20%
EUR/USD 1,2515 −0,14%
Rohöl Brent Crude 106,90 $ +0,14%
Gold 1.569,50 $ +0,06%
Bund Future 144,35 € +0,25%