02.02.2004 · Die wegen Bilanzproblemen unter massiven Abgabedruck geratene Adecco-Aktie hat sich zuletzt deutlich berappelt. Bleibt es bei den, wie es inzwischen heißt, begrenzten Unregelmäßigkeiten, könnte dieser Prozeß anhalten.
Ausgesprochenen Kursturbulenzen war zuletzt die Aktie von Adecco ausgesetzt. Nachdem der Vorstand des weltgrößten Personalvermittlers am 12. Januar über Bilanzprobleme berichten mußte und deswegen die Veröffentlichung des Jahresberichtes 2003 verschoben hatte, hatte sich der Aktienkurs auch wegen der Unkenntnis über das Ausmaß der Schwierigkeiten anschließend fast gedrittelt.
Doch in den vergangenen Tagen hat sich der Kurs gemessen an den Tiefs schon wieder um über 20 Prozent erholt. Und diese Gegenbewegung könnte für den Fall anhalten, daß die jüngsten Unternehmensangaben stimmen und es dabei bleibt, daß es keine Hinweise auf breit angelegte Unterschlagungen oder ähnliche Unregelmäßigkeiten gibt. Zwar sei es in einigen Ländern zu Fällen von Unterschlagungen gekommen, diese Unregelmäßigkeiten auf Filialebene seien aber für das Gesamtunternehmen nicht von Bedeutung. Vielmehr sei die finanzielle Verfassung des Unternehmens gesund und die Nachfrage nach Dienstleistungen stärker als im Vorjahr.
Beschwichtigungen helfen dem Aktienkurs
Analysten sprachen daraufhin von einer teilweisen Entwarnung. Die schlimmsten Befürchtungen seien nicht eingetreten, hieß es in diversen Kommentaren. Die Banken Fortis, Vontobel und ZKB stuften Adecco wohl auch deshalb hoch, weil der Titel nach den jüngsten Turbulenzen bei begrenzten Problemen einen Bewertungsabschlag gegenüber den Konkurrenten aufweist.
Dennoch müssen mitmischende Anleger wissen, daß sie vor negativen Überraschungen noch immer nicht restlos gefeit sind. Schließlich befinden sich die Untersuchungen, wie auch das Unternehmen einräumt, noch in einem frühen Stadium. Noch eine gewisse Skepsis kommt auch in einem Statement eines Aktienhändlers zum Ausdruck: „Das Vertrauen ist einfach ein wenig gestört. Ich weiß nicht, ob da nicht noch ein Hund begraben ist."
Restrisiken bleiben
Außerdem fehlen bisher klare Angaben darüber, um welche Summen es bei den bisher festgestellten Unterschlagungen geht. Das führt bei Paul Linssen, Analyst bei Petercom Nederland, zu einer gewissen Reserviertheit gegenüber der Aktie: „Adecco spricht zwar von begrenzten negativen Effekten, veröffentlicht aber keine Details, so daß die Unsicherheit anhalten dürfte, bis die Untersuchungen abgeschlossen sind.“
Für Börsianer kann daraus folgendes Handlungsdrehbuch abgeleitet werden. Wer die Glaubwürdigkeit des Unternehmens weiterhin anzweifelt, läßt die Aktie links liegen. Anleger, die dagegen an ein überschaubares Problem und zudem an eine Belebung des Arbeitsmarktes in Amerika und Europa glauben, greifen zu. Denn dann sind im Zuge der derzeit laufenden Erholung noch 20 Prozent an Kursgewinnen drin. Allerdings stellt sich die Frage, ob sich bei der Renditeaussicht angesichts der bestehenden Unsicherheiten der Titel unter Chance-Risiko-Aspekten wirklich lohnt.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.848,03 | +1,42% |
| FAZ-INDEX | 1.526,72 | +1,43% |
| TecDAX | 778,36 | +0,73% |
| MDAX | 10.441,40 | +1,41% |
| SDAX | 5.048,27 | +1,17% |
| REX | 422,26 | −0,26% |
| Eurostoxx 50 | 2.520,31 | +1,24% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 81,56 | +1,37% |
| Dow Jones | 12.949,90 | +0,35% |
| Nasdaq 100 | 2.584,24 | −0,31% |
| S&P500 | 1.361,23 | +0,23% |
| Nikkei225 | 9.384,17 | +1,58% |
| EUR/USD | 1,3138 | +0,07% |
| Rohöl Brent Crude | 119,87 $ | −0,15% |
| Gold | 1.713,00 $ | 0,00% |
| Bund Future | 138,50 € | −0,16% |