03.06.2004 · Einer heftigen Berg- und Talfahrt unterliegt die Aktie von Allbecon in diesen Tagen. Frische Nachrichten aus dieser Zeitarbeitsfirma gibt es zwar nicht, dafür kurstreibende und -bremsende Einwürfe von außen.
Die Allbecon-Aktie sorgt nur selten für Aufregung unter ihren Aktionären. Monatelang langweilte sie die Börsianer, indem sie zwischen 1,30 und 1,40 Euro pendelte. Im Februar stieg die Aufmerksamkeit kurzzeitig wie schlagartig: Nach einem millionenschweren Forderungsverzicht des Großaktionärs Otto Wolff schoß der Kurs auf bis zu 2,34 Euro und verbuchte ein Plus von etwa 85 Prozent - um binnen weniger Tage auf rund 1,50 Euro bis 1,60 Euro zurückzufallen. Immerhin konnten sich die Aktionäre über einen Kursgewinn von gut 20 Prozent freuen im Vergleich zur vorherigen Hängepartie.
In dieser Region blieb der Titel bis in die zweite Mai-Hälfte. Anschließend erlebte er einen ähnlichen steilen Anstieg wie im Februar. Diesmal ging es zuerst von 1,60 Euro über 1,70 Euro auf 1,80 Euro. Der große Sprung war am 27. Mai zu verzeichnen, als der Titel um 24 Prozent auf 2,28 Euro flog. Seinen bisherigen Jahreshöhepunkt hat er zu Monatsbeginn mit 2,58 Euro, wobei der Kurs innerhalb eines Tages um 43 Prozent schwankte. Am Donnerstag kosten Allbecon im Xetra-Handel 1,85 Euro. Sie steht also in etwa da, wo sie notierte, bevor der Höhenflug eintrat.
Bei der Suche nach den Gründen sollte der Anleger weniger bei dem Unternehmen selbst nachschauen als bei Börsianern, die ihre Aktientips im Fernsehen veröffentlichen.
Normalisierung nach auffallend hohen Umsätzen
Auf einem privaten Nachrichtensender meldet sich regelmäßig ein Börsianer im Videotext zu Wort und preist Titel an. Vokabeln wie „Wahnsinns-News“ tauchen dort gerne auf. In diesen Tagen hat er Allbecon am Wickel (gehabt). Der Tip-Geber empfahl das Papier zum Kauf, stellte die Frage „Warum ausgerechnet Allbecon?“ - und versprach, die Antwort selbst zu geben: unter einer mit 0190 beginnenden Telefonnummer, bei der ein Anruf 1,86 Euro je Minute kostet. Als die Aktie abwärts rauschte, kam seine nächste Frage: „Allbecon - was tun?“
Auffällig außer diesem Muster, das dieser Tage auch bei ebenfalls von heftigen Kursturbulenzen gekennzeichneten Solar-Aktien wie Solarworld zu beobachten ist, fällt die Entwicklung der Umsätze mit Allbecon-Titeln ins Auge: Hat das Handelsvolumen auf Xetra auf Sicht von drei Monaten knapp 16.000 Euro betragen, so schoß es in den vergangenen sieben Tagen auf durchschnittlich 135.000 Euro - und beträgt am Donnerstag vormittag gegen 10.30 Uhr ganze 5.882 Euro und auf dem Frankfurter Parkett 28.200 Euro. Der Sturm um Allbecon hat sich in ein laues Lüftchen verwandelt. Der aufgeblasene Ballon ist erschlafft. Immerhin: Die Aktie hat wenigstens nicht an Wert eingebüßt und ihren flachen mittelfristigen Aufwärtstrend bestätigt.
Von Gewinnen ist bisher nicht die Rede
Ob sie nachhaltig zulegen kann, wird von der Frage abhängen, ob sich der Arbeitsmarkt in Deutschland und Europa belebt. Und ob Allbecon davon profitieren kann. Mehr dazu ist für den 18. Juni zu erwarten, wenn das Unternehmen seine Hauptversammlung abhält. Das erste Halbjahr wird am 23. August laut Plan bilanziert. Im Jahr 2003 hatte das Unternehmen dank seines Wachstums in der Schweiz und in Polen sowie in Spanien mit einem leichten Umsatzplus von 1,3 Prozent abschließen können. Das im Vorjahr negative Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (Ebitda) wurde 2003 in schwarzen Zahlen geschrieben und betrug 5,6 Millionen Euro.
Unter dem Strich stand ein Verlust von 4,9 Millionen Euro nach einem Minus von 14 Millionen Euro im Jahr davor. In diesem Jahr will Allbecon den Umsatz steigern und operativ wiederum profitabel abschneiden. Von echten Gewinnen ist bisher indes nicht die Rede gewesen. Insofern fehlt diesem Titel die Phantasie.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |