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WM-Erfolg Adidas-Aktie dürfte weiter seitwärts tendieren

21.06.2010 ·  Die Fußball-WM schlägt sich positiv beim Sportartikler Adidas nieder. Allein „Jabulani“ geht weg wie warme Semmeln. Doch historisch war das schon immer ohne unmittelbaren Einfluss - das dürfte auch diesmal so bleiben.

Von Martin Hock
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Die Fußballweltmeisterschaft in Südafrika sorgt beim Sportartikelhersteller Adidas für einen kräftigen Umsatzschub. Schon jetzt zeichne sich im Adidas-Fußballgeschäft für das Jahr 2010 ein Rekordumsatz von 1,5 Milliarden Euro ab, teilte Adidas-Vorstandschef Herbert Hainer am Montag am Firmensitz Herzogenaurach mit. Damit werde sogar der bisherige Rekordumsatz im Europameisterschaftsjahr 2008 um 15 Prozent übertroffen. Im Vergleich zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 erwartet der Adidas-Chef sogar ein Plus von 25 Prozent.

Weltweit habe das fränkische Sportartikelunternehmen bereits sechs Millionen WM-Trikots abgesetzt - dies seien doppelt so viele wie im WM-Jahr 2006, berichtete Hainer. Insgesamt seien 20 Millionen Fußbälle verkauft worden, allein 13 Millionen im Design des WM-Balls „Jabulani“. „Es hätte nicht besser laufen können“, sagte der Firmenchef, der für 2010 zunächst nur mit einem Fußballumsatz von 1,3 Milliarden Euro gerechnet hatte. Zugleich unterstrichen diese Zahlen die weltweite Strahlkraft der Fußball-WM und die wachsende Bedeutung des Fußball-Sports, fügte Hainer hinzu.

WM-Erfolge erzeugen keine Kursreaktion

Auch auf dem Heimatmarkt Deutschland habe Adidas überraschend stark von der Fußballbegeisterung profitiert. In Deutschland liege der Absatz von Trikots, Fußbällen und anderen Fußballprodukten auf den Niveau des deutschen „Sommermärchens“ von 2006. So seien auf dem Adidas-Heimatmarkt allein eine Million Fußball-Trikots verkauft worden. Adidas habe hier wie auch in den Vereinigten Staaten inzwischen im Fußballgeschäft einen Marktanteil von rund 50 Prozent. Den entsprechenden weltweiten Marktanteil bezifferte Hainer mit 34 Prozent.

Die Aktie des Konzerns profitiert nicht oder zumindest wenig von diesen Rekordmeldungen. Mit einem Minus von 0,5 Prozent gehört sie sogar an einem allgemein eher freundlichen Montag zu den Verlieren. Das ist historisch betrachtet auch keine Überraschung. Denn trotz aller Erfolgsmeldungen, die es zu sportlichen Großereignissen von Adidas immer wieder gegeben hat, stieg der Aktienkurs zur Zeit sportlicher Großereignisse doch eher selten.

Sportliche Großereignisse ohne wesentlichen Einfluss

Den größten Kursgewinn verzeichnete die Adidas-Aktie mit einem Plus von 5,7 Prozent zur Fußball-Europameisterschaft 1996, wobei man da fast versucht ist, dies darauf zurückzuführen, dass die Aktie damals noch relativ neu an der Börse war. Und auch dann ging es gegen Ende der EM schon wieder deutlich abwärts. Einen größeren Kursgewinn verzeichnete die Adidas-Aktie ansonsten nur noch zu den olympischen Winterspielen 1998 und den Sommerspielen 2004.

Dagegen kam es weit öfter zu deutlichen Kursverlusten: Mehr als 10 Prozent fiel der Kurs während der Fußball-WM 1998, mehr als 9 Prozent während der EM 2008 und mehr als 8 Prozent zur Zeit der EM 2000.

Seitwärtstendenz dürfte anhalten

Eine einheitliche Tendenz für die Zeit davor und danach ist nicht wirklich festzustellen. Letztlich also scheinen sich sportliche Großereignisse also nicht unmittelbar auf den Kurs auszuwirken, wahrscheinlich deswegen weil ihre Auswirkungen längst bekannt und dauerhaft eingepreist sind.

Eine gute Nachricht ist das besser als erwartete Geschäft für Adidas dennoch. Allerdings macht der zusätzliche Umsatz nur rund 2 Prozent des Jahresumsatzes des Konzerns aus und ist damit insgesamt so nicht überzubewerten.

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von mehr als 18 für das laufende und mehr als 14 für das kommende Jahr ist die Aktie nicht überteuert, erscheint aber im wesentlichen ausgereizt. Die Kursverluste von 2008 sind praktisch aufgeholt und damit notiert die Aktie auf einem historisch durchaus hohen Kursniveau. Insofern dürfte sie auch in der kommenden Zeit eher seitwärts tendieren.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @mho
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Jahrgang 1964, Redakteur in der Wirtschaft.

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