19.04.2010 · Die Nordex-Aktie hat Anlegern schon lange nicht mehr so recht Freude gemacht. Selbst im hervorragenden Aktienjahr 2009 wollte es nicht aufwärts gehen. Nun senkt der Konzern die Umsatzprognose für das laufende Jahr.
Von Martin HockDie Erwartungen an die Bilanzsaison sind hoch - zu hoch, fürchten einige Beobachter. Das zeigte sich erst am Freitag an der Kursreaktion auf die Zahlen von Google, als der Aktienkurs sogar trotz erfüllter Erwartungen deutlich in die Knie ging. Wie soll es da erst den Aktienkursen von Unternehmen ergehen, die diese nicht erfüllen können?
Der Windkraftanlagenhersteller Nordex etwa hat bei der Vorlage der endgültigen Zahlen für das Jahr 2009 zwar die Anfang März vorgelegten vorläufigen bestätigt, zeigt sich aber mit seinem neuen Ausblick auf das Jahr deutlich zurückhaltender. Grund für die neue Vorsicht ist eine nach Darstellung des Unternehmens enttäuschender Auftragseingang zu Jahresanfang.
Enttäuschungen im Auftragseingang
Anfang März hatte alles noch rosiger ausgesehen und der im TecDax notierte Konzern hatte erklärt den Umsatz im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Bereich steigern zu wollen. Nun will Nordex im laufenden Jahr will nur ein Umsatzwachstum wie 2009
erwirtschaften. Dies entspräche einem Zuwachs von lediglich rund 4 Prozent.
Da der Auftragseingang erst zum Ende des Quartals wieder zugenommen habe, sei ein Wachstum im zweistelligen Bereich unwahrscheinlicher geworden, sagte ein Unternehmenssprecher. Der Konzern aus Norderstedt werde die Kosten aber stabil halten
und will seine Profitabilität nach wie vor steigern. Dabei hofft Nordex nun insbesondere auf Neugeschäft im zweiten Halbjahr. „Das kann uns im laufenden Jahr ermöglichen, ein ähnliches Umsatzwachstum wie 2009 und positive Skalenerträge zu erwirtschaften“, sagte Vorstandschef Thomas Richterich.
Besser im Gegenwind
2009 setzte Nordex 1,18 Milliarden Euro, davon rund 97 Prozent im Export. Insbesondere in den Vereinigten Staaten stieg der Umsatz um rund 130 Prozent auf 135 Millionen Euro. Zudem stieg die Rohertragsmarge auf 22,8 von 21,1 Prozent im Jahr zuvor. Aufgrund höherer Personalkosten aber sank der Betriebsgewinn um mehr als ein Drittel auf 40 Millionen Euro.
Trotz allem schlug sich Nordex bislang besser als die Branche, die einen Auftragsrückgang von rund 40 Prozent zu verkraften hat, während dieser bei dem Norderstedter Unternehmen 16 Prozent betrug.
Die Analysten hatten Nordex 2010 bislang einen Umsatzanstieg von rund 11 Prozent zugetraut. Der niedrigere Umsatz muss sich nicht auf die Gewinnentwicklung niederschlagen, zumal die Analysten lediglich mit einer betrieblichen Marge von 3,9 Prozent kalkulierten. Nichtsdestoweniger beträgt das geschätzte Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2010 schon knapp 20, wird aber für 2011 lediglich bei 12 gesehen.
Aktienkurs hängt fest
Die Umsatzwarnung beeindruckte auch die Anleger nicht weiter: Zur Handelseröffnung legte der Kurs leicht zu. Das dürfte aber auch daran liegen, dass die Kursentwicklung der vergangenen Jahre und Monate auch alles andere als berauschend war. Seit Ende 2007 hält die Talfahrt an und selbst das Aktienjahr 2009 brachte nur eine kurze Erholung. Schon im Mai 2009 ging diese zu Ende, und Ende März des laufenden Jahres erreichte der Kurs bei 8,35 Euro ein neues 12-Monats-Tief, als bekannt wurde, dass die Investmentbank Goldman Sachs ihrer Beteiligung wesentlich reduziert.
Diese Kursverluste hat die Notierung zwar wett gemacht, doch die Marke von 9,40 Euro hat sie nun seit Anfang Februar nicht mehr überwinden können. Sollte erst das zweite Halbjahr die erhofften Impulse bringen, so dürfte das vorläufig auch so bleiben.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |