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Veröffentlicht: 01.08.2016, 18:55 Uhr

Italienische Krisenbank Komplexer Plan für Monte dei Paschi

Am Freitag hat die EZB den Sanierungsplan für die Banca Monte dei Paschi gebilligt. Wie wird er von Analysten eingeschätzt?

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© AFP Sitz der Banca Monte dei Paschi in Siena

Die Aktie der angeschlagenen italienischen Banca Monte dei Paschi gehörte am Wochenanfang zu den wenigen Bankpapieren, die einen Kursaufschlag verzeichnen konnten. Der am Freitag vorgelegte und von der Europäischen Zentralbank als Bankenaufseherin gebilligte Plan ist nach Ansicht des Vorstandsvorsitzenden von Monte dei Paschi, Fabrizio Viola, komplex: „Das Vollzugsrisiko ist nicht sehr klein, aber wir denken, es ist machbar.“

Gerald Braunberger Folgen:

Die Bank will bis zum Jahresende ihre gesamten faulen Kredite zu einem Drittel ihres Buchwertes, entsprechend 9,2 Milliarden Euro, an einen Fonds abgeben. Das zweite Element sieht eine Kapitalerhöhung über 5 Milliarden Euro gegen Ende des Jahres vor, deren Organisation ein Bankenkonsortium übernehmen will.

Die Zeit bis zur Kapitalerhöhung soll durch eine Brückenfinanzierung bewältigt werden. Außerdem soll im Herbst ein neuer Strategieplan für die Bank, also vor der Kapitalerhöhung, präsentiert werden.

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Der jüngste Stresstest habe eine Lösung für Monte dei Paschi erzwungen, heißt es in der amerikanischen Großbank Morgan Stanley. Dies sei eine gute Nachricht für das italienische Bankgewerbe. Ähnlich äußert sich die britische Großbank Barclays. Fortschritte für Monte dei Paschi seien für die Branche in Italien wichtiger als die Ergebnisse des Stresstests, heißt es in einer Analyse.

Auf kleinere Banken übertragbar

Der Plan für Monte dei Paschi sei in erster Linie auf kleinere italienische Banken übertragbar. Der Sanierungsplan sei „definitiv komplex“, heißt es bei der französischen Großbank Société Générale. Der von Monte dei Paschi im Herbst vorzulegende Strategieplan werde die Bereitschaft von Investoren, neue Aktien der Bank zu zeichnen, stark beeinflussen.

Die Société Générale verweist darauf, dass die mit der Kapitalerhöhung beauftragten Banken vorsichtig seien. Sie hätten ihre Bereitschaft an den Verkauf aller faulen Kredite gebunden sowie an ein ausreichendes Interesse von Investoren, die Aktien zu zeichnen.

„Nicht endgültig gesichert“

Die Einschränkungen der Mitglieder des Bankenkonsortiums, das die Kapitalerhöhung organisieren soll, geben auch den Analysten der Investmentbank Keefe, Bruyette & Wood (KBW) zu denken. Außerdem seien die Ergebnisse von Monte dei Paschi für das zweite Quartal schlecht gewesen.

Der Sanierungsplan für Monte dei Paschi sei ein Bestandteil eines „lange überfälligen Aufräumens“ im italienischen Bankgewerbe, heißt es bei der Royal Bank of Canada. Positiver äußert sich das Pariser Maklerhaus Exane. Der Sanierungsplan sei „nachvollziehbar“ und „gut entworfen“; allerdings sei die Kapitalerhöhung nicht endgültig gesichert.

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