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Veröffentlicht: 13.08.2017, 15:03 Uhr

Wer folgt Kengeter? Es wird eng für den Chef der Börse

Der Aufsichtsrat der Börse sucht nach Alternativen für den Chef Carsten Kengeter. Aus dem Unternehmen selbst dürfte der Nachfolger eher nicht kommen und mit den genannten externen Namen gibt es Probleme.

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© dpa Bleibt Carsten Kengeter Chef der Deutschen Börse?

Bei der Deutschen Börse AG in Eschborn, nahe Frankfurt, rumort es kräftig und unablässig. Nach der Blamage der gescheiterten Fusion mit der Londoner Börse wollte sich der Vorstandsvorsitzende Carsten Kengeter (50) eigentlich darum kümmern, aus dem Brexit den maximalen Profit für sein Unternehmen zu ziehen. Dummerweise kommt er nicht richtig dazu, ermittelt doch seit Monaten die Staatsanwaltschaft gegen ihn wegen des Verdachts des Insiderhandels sowie verspäteter Information der Anleger über die damaligen Fusionspläne.

Rainer Hank Folgen:

Kengeter, ein ehemaliger Investmentbanker, dem allseits hohe Kompetenz und Intelligenz („schnell“, „schlau“) zuzüglich einer in seinen Kreisen üblichen Portion Arroganz bescheinigt werden, weist alle Vorwürfe zurück und will auf jeden Fall weitermachen. Doch sein im kommenden Frühjahr auslaufender Vertrag wurde, anders als sonst üblich, angesichts der laufenden Verfahren bis heute nicht verlängert.

Vielleicht ein Kollege?

Jetzt haben in der vergangenen Woche auch noch die hessische Börsenaufsicht und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) angekündigt, in einer mündlichen Anhörung die Zuverlässigkeit von Kengeter überprüfen zu lassen – und zwar erst nach Abschluss der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen. Kurzum: Die Sache zieht sich.

Kein Wunder, dass Investoren, Politiker und Banker am Finanzplatz Frankfurt nervös werden, wie lange sich die Börse eine derartige Lähmung leisten kann – völlig unabhängig davon, wie die Frage der Schuld Kengeters am Ende beantwortet wird. Als Kengeters Leute jüngst im Hauruckverfahren einen Befreiungsschlag unternahmen, ging dieser ziemlich peinlich nach hinten los.

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Kein Geheimnis ist, dass im Aufsichtsrat inzwischen über personelle Alternativen zu Kengeter geredet wird – am wenigsten allerdings von Aufsichtsratschef Joachim Faber (67), der sich entschieden hat, mit Kengeter durch dick und dünn zu gehen, was von Kritikern deshalb angesichts fehlender Distanz als nicht mehr objektiv bezeichnet wird.

Dass der in diesen Kreisen betriebene Wechsel nicht schneller vorankommt, liegt, so ist zu hören, auch daran, dass es bislang keine überzeugenden personellen Alternativen gibt. Eine interne Lösung aus dem Gremium von Kengeters Vorstandskollegen gilt als unwahrscheinlich.

Und den extern ins Spiel gebrachten Kandidaten fehlt das Profil: Lars Hille (54) von der DZ Bank hat den Makel, dass seine Bank an sogenannten Cum-Ex-Geschäften zu Lasten des Steuerzahlers beteiligt war, keine gute Voraussetzung für eine unbelastete Nachfolge Kengeters. Andreas Dombret (57) aus dem Vorstand der Bundesbank, fehle für das Amt das nötige Format, heißt es. So könnte sich am Ende auf ironische Weise Joachim Fabers Charakteristik Kengeters bewahrheiten: „Ein Ausnahmetalent: Von der Sorte haben wir nicht viele.“

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