Home
http://www.faz.net/-gv6-75cn6
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
CIO View

Weniger als nichts wert Bankia-Aktionären droht Totalverlust

Die Anteilseigner der spanischen Bank Bankia werden wohl für ihre Aktien kein Geld mehr bekommen. Der Bankenrettungsfonds FROB bezifferte den Wert des Unternehmens auf minus 4,2 Milliarden Euro.

© dapd Vergrößern Bankia-Aktionäre haben seit dem Börsengang Mitte 2011 bereits 80 Prozent ihres Einsatzes verloren.

Den Aktionären der angeschlagenen spanischen Sparkasse Bankia droht der Totalverlust. Der Bankenrettungsfonds FROB hat den aktuellen Unternehmenswert von Bankia am Mittwochabend auf minus 4,2 Milliarden Euro beziffert, ihre Muttergesellschaft BFA ist sogar minus 10,4 Milliarden Euro wert.

Bankia darf Anfang des Jahres mit einer Kapitalspritze von 18 Milliarden Euro aus dem Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) rechnen. Doch die Anteilseigner profitieren davon nicht - im Gegenteil: Die Aktien werden durch den folgenden Kapitalschnitt praktisch wertlos.

Mehr zum Thema

„Man kann noch nicht genau sagen, wie viel die Bankia-Aktionäre verlieren, aber der Verwässerungseffekt wird stark sein, sogar sehr stark“, sagte eine Person aus dem Umfeld der spanischen Notenbank der Nachrichtenagentur Reuters. Dabei haben die Bankia-Aktionäre bereits 80 Prozent ihres Einsatzes verloren, wenn sie die Papiere beim Börsengang Mitte 2011 gezeichnet haben. Am Donnerstag fielen die Papiere um weitere 13,7 Prozent auf rund 59 Cent.

6000 Beschäftigte müssen im Zuge der Rettung allein bei Bankia gehen

Bankia gehört zu den vier spanischen Banken, die mit Hilfe von 37 Milliarden Euro an EU-Mitteln gerettet werden sollen. Das Geld fließt zunächst an den FROB, der die Finanzspritze noch in diesem Jahr an die BFA weiterreicht. Bankia war aus dem Zusammenschluss von sieben Sparkassen 2010 entstanden. Im Zuge der Rettung müssen 6000 Beschäftigte allein bei Bankia gehen, mehr als ein Viertel der Belegschaft, Milliardensummen werden in eine Bad Bank ausgelagert.

Technisch begibt Bankia nach der Finanzspritze zunächst Zwangswandelanleihen (“CoCo-Bonds“), die von der BFA gezeichnet werden. Daraufhin folgt eine Kapitalherabsetzung, die zu einer Wandlung der Anleihen in Bankia-Stammaktien führt. Damit werden die bisherigen Aktionäre massiv verwässert. Auch die nachrangigen Anleihegläubiger müssen bluten. Die Anteilseigner von NCG Banco und Catalunya Banc werden de facto ebenfalls enteignet, die Banco de Valencia wird vom FROB direkt an die Caixa Bank weitergereicht.

Quelle: FAZ.net mit Reuters

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Mittelstandsanleihen-Ticker MS Deutschland wird doch kein ägyptisches Wohnschiff

Die MS Deutschland ist mit unbekannter Verwendungsabsicht in die Hände amerikanischer Betreiber übergegangen. Großaktionär Unister will Travel24-Aufsichtsratschef Kirchhof absetzen. Mehr

19.05.2015, 12:19 Uhr | Wirtschaft
SwissLeaks So hat die HSBC Geld gewaschen und Steuern hinterzogen

Unter dem Namen SwissLeaks sind spektakuläre Vorwürfe gegen die Schweizer Tochter der britischen Bank HSBC bekannt geworden: Systematische Beihilfe zu Steuerhinterziehung und Geldwäsche.Es geht um Vermögen von mehr als 100 Milliarden Euro. Wie die Bank das gemacht hat... Mehr

25.02.2015, 10:44 Uhr | Wirtschaft
Marktbericht Sorge um Griechenland und Spanien schwächen Dax

Der Dax ist am Dienstag mit einem dicken Minus aus dem Handel gegangen. Startete der Leitindex noch am Morgen im Plus, so verlor er zuletzt mehr als 1,5 Prozent. Die jüngsten Entwicklungen in Spanien und Griechenland bereiten Börsianer Sorgen. Mehr

26.05.2015, 17:21 Uhr | Finanzen
Energiewende Wieviel kostet sie wirklich?

Um den Strom aus den neuen Offshore-Windparks von Nord nach Süd zu transportieren, sind gewaltige Investitionen nötig – bis zu 4500 Kilometer Stromnetze müssen gebaut werden, geschätzte Kosten: rund 28 Milliarden Euro. Mehr

05.03.2015, 10:03 Uhr | Wirtschaft
ABN Amro Niederlande bringen verstaatlichte Bank an die Börse

Die niederländische Regierung will die in der Finanzkrise verstaatlichte Bank ABN Amro an die Börse bringen. Der Staat hatte die Bank 2008 für 17 Milliarden Euro aufgekauft und Milliarden in deren Sanierung gesteckt. Nun soll die Bank wieder auf eigenen Beinen stehen. Mehr

22.05.2015, 16:52 Uhr | Finanzen
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 27.12.2012, 13:23 Uhr


Aktienmärkte
Name Kurs Änderung
  F.A.Z.-Index --  --
  Dax --  --
  Dow Jones --  --
  Nikkei --  --
  Hang Seng --  --
  F.A.Z.-Euro-Index --  --
  EuroStoxx 50 --  --
  S&P 500 --  --
  Nasdaq 100 --  --
  M-Dax --  --
  Tec-Dax --  --
  S-Dax --  --
  Dax Future --  --
Wertpapiersuche