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Weniger als nichts wert Bankia-Aktionären droht Totalverlust

 ·  Die Anteilseigner der spanischen Bank Bankia werden wohl für ihre Aktien kein Geld mehr bekommen. Der Bankenrettungsfonds FROB bezifferte den Wert des Unternehmens auf minus 4,2 Milliarden Euro.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (12)
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Gerold Keefer

"Rolle und Aufgabe des Gläubigers"

Auch wenn Sie Zeitung lesen haben Sie offensichtlich ein recht ausgeprägtes Verständnis- und Deutungsproblem. Wenn die Gläubiger so sehr bluten müssen, dann stellt sich doch die Frage, warum im Euroraum keine einzige bedeutende Bank den kaufmännisch angebrachten Weg über den Jordan angetreten hat?
Zeitweilig erleichterten die Griechen ihre Konten täglich um mehrere hunder Millionen Euro, aber die Banken blieben liquide - ein mathematisches Wunder, dass sich nur mit dem Schrott erklären läßt, der sich bei EZB und Bundesbank an "Sicherheiten" angesammelt hat und für den der Steuerzahler letztendlich haftet.

Der Gläubigertyp "Bank" hat neben der genannten faktischen Unsterblichkeit beim großen Aderlaß noch einen zweiten Vorteil: Die Abschreibungen werden auf selbstgeschöpftes Geld fällig. Die Bank verliert zum großen Teil Geld, dass durch Gutschrift aus dem Nichts erzeugt wurde. Was die Bank vorher nicht hatte, hat sich nachher auch nicht mehr und den Rest erledigt die Bilanzkosmetik!

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Chris Heidrich

@Kuhns

Sie Hoffman wohl, dass Goldman Sachs ihren Namen googled, wenn man ihre Bewerbung zum Praktikum anschaut. Aber mal im ernst: so naiv wie Sie kann man doch fast nicht sein.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 28.12.2012 12:43 Uhr
Gerold Keefer

"Derjenige der nicht mal Argumente vortragen kann? "

Argumente tragen Sie ja durchaus vor, nur tragen diese Argumente nicht. Die sind leider allesamt hohl, da Sie dem Zusammenwirken von versagenden Eliten keine Aufmerksamkeit schenken und die Verantwortung zu gleichen Teilen bei einem Herrn Ackermann und bei der Frau hinter der Wursttheke abladen wollen.

Es gibt in einer Gesellschaft Leute, die etwas mehr zu sagen haben als der Rest und in dem Maße in dem sie mehr zu sagen haben, haben Sie auch mehr zu verantworten. Zugegeben, mit Defiziten bei Sozialkunde auf dem Niveau der Mittelstufen ist diese Erkenntnis schwer zu greifen, das ändert aber nichts daran, dass sie zutrifft.

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Klaus Wege (covenants) - 27.12.2012 18:54 Uhr

Alcobendas, ein glanzloses Nest 13 km nördlich von Madrid: Wohnraum 5300 Euro / qm

Von 1997 bis 2006 verdreifachten sich Spaniens Immobilienpreise. Die Entwicklung war kein Ausdruck steigender Wirtschaftskraft - die Preise wurden auf Pump getrieben.
Ausufernde Kreditaufnahme+verantwortungslose Kreditvergabe gingen dabei Hand in Hand.
Als das Schneeballsystem endlich ins Stocken geriet, war dies aus marktwirtschaftl. Sicht der überfällige 1.Schritt einer Rückkehr zur Vernunft.
Doch das reinigende Gewitter, das in einer Marktwirtschaft Exzesse+Versager wegspült, soll nun ausfallen.
Immobiliengaukler, Misswirtschaft + Preisblasen werden unter Naturschutz gestellt, Bilanzlücken der Spielbanken mit EU-Steuergeldern aufgefüllt.
Ermutigt werden die Subventionisten durch die irische "Eurorettung":
Irland hatte gezeigt, was die Kombination aus korrupter Politik, entmündigter Bevölkerung und EU-Phrasen möglich macht:
Die zuvor moderate Staatsverschuldung ver4fachte sich, als die Spielschulden des Finanzsektors auf die Bevölkerung abgewälzt wurden ( "Verstaatlichung") ...

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 28.12.2012 15:46 Uhr
Christian Treczoks

Natürlich Sorgfaltspflicht

Da in den meisten Fällen der Kreditgeber einen Wissensvorsprung vor dem Kreditnehmer hat (oder zumindest haben sollte, wenn man der Bank eine professionellen Umgang mit Geld unterstellen will), dann liegt die Sorgfaltspflicht bei der Vergabe eines Kredites durchaus bei der Bank. Wer aus lauter Gier auf Hoffen und Versprechen hin Kredite vergibt, darf sich nicht über die Folgen beschweren. Natürlich hat der Schuldner die Verpflichtung, den Kredit zurückzuzahlen, aber genau so hat die Bank ihre Kreditvergabe so zu bewerkstelligen, dass die Risiken eines Kreditausfalls nicht ignoriert werden. Und da haben einige Banken ein handwerkliches Vollversagen hingelegt.

Könnten Sie übrigens bitte Ihre Aussage, Banken und Versicherungen wären gesetzlich gezwungen worden, Staatsanleihen zu kaufen, etwas fundieren? Ein solches Gesetz wäre wohl kaum mit irgendeiner Verfassung vereinbar.

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vera schmidt (vera-s) - 27.12.2012 23:12 Uhr

auch wenn sie es immer wieder wiederholen...

es wird deswegen auch nicht besser!

es sind nicht einfach alle selber schuld, es gehören immer ZWEI dazu... ein dummer/unwissender, und einer, der die dummheit ausnutzt.

und vermutlich haben Sie auch noch nie etwas davon gehört, dass banken SORGFALTSPFLICHTEN bei der kreditvergabe haben? damit nämlich idioten, die es sich nicht leisten können, nicht einfach kredite aufnehmen können, und damit die banken nicht zu sehr in versuchung sind, die dummheit auszunutzen.

man sollte diese sorgfaltspflichten auf idiotische politiker ausdehnen!

ach ja, und noch was: warum sagen sie eigentlich nie, die banken und deren anleger seien die deppen und selber schuld, wenn sie wider besseren wissens unsichere kredite an personen oder staaten vergeben? schließlich hat sie ja keiner mit vorgehaltener waffe zur kreditvergabe gezwungen, oder? :-)

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Christian Treczoks

Warum reagiert da keiner?

Wenn diese "Bankia" einen negativen Wert hat, warum wird dann nicht einfach ein Konkursverfahren eröffnet? Warum werden die Manager, die bestimmt über sie Situation ihrer Bank Bescheid wissen, nicht wegen Insolvenzverschleppung bzw. -Betrug hinter Gitter gesteckt?

Die Frage muss man stellen dürfen, auch wenn die Antwort lauten wird, dass sie irgendwie doch nicht insolvent sind (denn das wäre ja schlimm!), wir deutschen Steuerzahler für die Verluste zahlen werden, und den Managern ihr Bonus für ihre "Leistung" erhalten bleibt.

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Antworten (5) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 28.12.2012 15:31 Uhr
Christian Treczoks

Was haben Sie dagegen,

Dass Herr Kaess Sie für einen Politiker hält? Ihre Einstellung zu diesem Thema, ihre Realitätsdisjunktion, wenn es um die Rolle und Schuld der Banken geht, das alles deutet durchaus darauf hin, dass Sie in das Schema "Politiker" hineinpassen. Ob Sie sich nun Politiker SIND, spielt da keine Rolle mehr.

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Christian Treczoks

Griechenland und Bankenschuld

Gezwungen zur Schuldenaufnahme hat Griechenland niemand. Aber z.B. Goldman-Sachs hat sehr, sehr kräftig bei der Verschleierung des Griechischen Defizits mitgearbeitet, als es um den Beitritt zur Eurozone ging. Und das bestimmt nicht aus reiner Selbstlosigkeit. Da braucht man keine Verschwörungstheorie. Da reichen ein paar rückratlose Politiker, denen ihr Machterhalt wichtiger als die Zukunft des Landes ist, durchaus aus.

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Christian Treczoks

Herr Kuhs,

Ich halte den Vorwurf, dass die Manager der Bankia Insolvenzverschleppung und -Betrug betrieben haben durchaus nicht für eine Unterstellung. Wenn ein Unternehmen einen negativen Wert hat, dann ist es Bankrott. Das kann prinzipiell durchaus auch schuldlos vorkommen.Aber ein negativer Wert von über vier Milliarden Euro kommt nicht von heute auf morgen. Da läuft schon länger etwas sehr, sehr schief. Und anzunehmen, die Manager hätten das alle nicht erwartet oder gewusst, ist schon sehr, sehr blauäugig.

Da muss nun die Staatsanwaltschaft ran und untersuchen, welche Mitarbeiter und Politiker wann was gewusst haben, und warum sie trotz eines schon erstaunlich negativen Unternehmenswertes das Insolvenzverfahren nicht selber eingeleitet haben.

Und bei einem Wirtschaftsvergehen einer solchen Dimension sollte eine angemessene Gesetzgebung und Justiz durchaus adäquate Gefängnisstrafen vorsehen, sonst stimmen die Relationen nicht.

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Norbert G. Kaess (GeJN) - 27.12.2012 20:30 Uhr

Nicht so verbissen, Herr Kuhs,

besser versuchen den Zynismus zwischen meinen Zeilen zu verstehen! Damit haben Politiker aber Probleme!

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Norbert G. Kaess (GeJN) - 27.12.2012 16:24 Uhr

Sind Sie Politiker, Herr Kuhs?

Tatsache wird sein, dass Staatsschuldverschreibungen gekauft wurden, die aufgrund der bekannten europäischen Situation substanziell an Wert verloren haben und abgeschrieben werden mussten, Immobilienkredite in unverantwortlicher Form ausgereicht wurden, die auch zu wertberichtigen waren, die Spinnereien der spanischen Fussballvereine finanziert wurden etc. etc.!
Alles dieses im Konsens der Politik (inkl. der EU), die nun mit Erklärungen wie der Ihren dem Volk Sand in die Augen streuen will (was auch aufgrund des kurzen Langzeitgedächtnis der Bevölkerung gelingen wird!).
Bleiben wird "ein bitterer Geschmack" bezüglich "der Politik" und der "konservativen Banker", die "völlig überrascht wurden" von diesen "unvorstellbaren Situationen"!

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27.12.2012, 13:23 Uhr

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