16.10.2008 · Eine weltumspannende Verkaufswelle reißt die internationalen Aktienmärkte wieder in die Tiefe. Die Wall Street erlitt am Mittwoch den schwersten Kurssturz seit dem Börsenkrach von 1987. Auch an den asiatischen Börsen warfen die Anleger am Donnerstag ihre Aktienpakete auf den Markt.
Die amerikanischen Aktienmärkte haben am Mittwoch ihren schwersten Kurseinbruch seit dem Börsenkrach von 1987 erlebt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stürzte um mehr als 733 Punkte oder 7,9 Prozent auf 8578 Punkte. Dies war der zweithöchste Tagesverlust in der Geschichte des Leitindex der New Yorker Börse - der bisher größte Einbruch wurde erst am 29. September dieses Jahres registriert.
Die Verkaufswelle an der New Yorker Börse setzte sich am Donnerstagmorgen an den asiatischen Aktienmärkten fort. In Tokio brach der Nikkei-Index um mehr als 10 Prozent ein. Schließlich lag der Index 11,4 Prozent im Minus bei 8458 Punkten.
Für die deutschen Aktienmärkte befürchten Händler nun auch am Donnerstag weitere schwere Kursverluste. Am Mittwoch stürzte der Dax um 6,5 Prozent auf 4862 Punkte und der Tec-Dax 5,6 Prozent auf 553 Punkte. Der deutsche Leitindex lag am Donnerstag im frühen Handel schon weitere 6 Prozent im Minus bei 4563 Punkten.
Finanzkrise greift auf Wirtschaft über
Die Akteure an der New Yorker Börse waren vor allem darüber beunruhigt, dass die Finanzkrise immer mehr auf die amerikanische Gesamtwirtschaft über greift. Der Ölpreis notierte wegen der sinkenden Nachfrage so tief wie seit mehr als einem Jahr nicht. Selbst teils überraschend gute Unternehmensergebnisse konnten den Kursverfall nicht stoppen.
Händler berichteten von umfangreichen Leerverkäufen insbesondere durch Hedge-Fonds. Sie nutzten die schlechte Stimmung und Ängste vor einer Rezession in den Vereinigten Staaten aus. Broker verlangten von ihren Kunden zudem bei Wertpapierkäufen höhere Sicherheiten, berichtet ein Händler, was ebenfalls zu den Verlusten beitrage.
Angst vor globaler Rezession
Die Angst vor einer globalen Rezession hat auch die asiatischen Aktienmärkte massiv unter Druck gesetzt. „Der massive Ausverkauf an der Wall Street hat eine weitere Verkaufswelle in Tokio ausgelöst“, sagte der Marktanalyst Kazuki Miyazawa von Daiwa Securities. „Aber was die amerikanischen und japanischen Märkte wirklich unter Druck setzt, ist die wachsende Angst vor einer globalen Rezession.“
Der japanische Ministerpräsident Taro Aso sagte am Donnerstag vor dem Parlament, der Rettungsplan für die amerikanischen Banken sei unzureíchend und daher mitverantwortlich für die weiteren Kursverluste an den Börsen.
Auch an anderen Börsenplätzen der Region ging es wieder steil bergab: in Seoul um 7,2 Prozent, in Sydney um 6,3 Prozent sowie in Singapore und Hongkong um etwa 6 Prozent.
Jetzt geht die Party ...
Reinhard Wolf (Pumuckel42)
- 16.10.2008, 10:09 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.050,29 | −3,42% |
| FAZ-INDEX | 1.319,85 | −3,26% |
| TecDAX | 730,90 | −2,68% |
| MDAX | 9.870,46 | −2,73% |
| SDAX | 4.717,40 | −2,20% |
| REX | 439,15 | +0,37% |
| Eurostoxx 50 | 2.068,66 | −2,37% |
| F.A.Z. EURO | 67,11 | −2,09% |
| Dow Jones | 12.118,60 | −2,22% |
| Nasdaq 100 | 2.458,83 | −2,62% |
| S&P500 | 1.278,04 | −2,46% |
| Nikkei225 | 8.440,25 | −1,20% |
| EUR/USD | 1,2433 | +0,58% |
| Rohöl Brent Crude | 98,82 $ | −2,76% |
| Gold | 1.606,00 $ | +3,08% |
| Bund Future | 146,44 € | +0,36% |