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Veröffentlicht: 10.03.2003, 21:36 Uhr

Wall Street Fannie und Freddie machen die Anleger nervös

Ein Vertreter der US-Notenbank hat systemgefährdende Risiken bei den US-Hypothekenbanken ausgemacht. Dies schickt nicht nur deren Kurse in den Keller, sondern macht die Börsianer allgemein nervös.

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So nervös wie an diesem Montag waren die Börsianer an Wall Street schon lange nicht mehr. Aufgeschreckt wurden sie von einem Kommentar von William Poole, dem Präsidenten der Federal Reserve Bank von St. Louis. Dieser hatte gesagt, dass von den Hypothekenbanken Freddie Mac und Fannie Mae Risiken auf das gesamte System ausgehen könnte.

Beide Institute seien nicht ausreichend finanziert um etwaigen Krisen standhalten zu können. Dies wiederum könnte zu einer Krise an den Finanzmärkten führen und dem Immobilienmarkt sowie der US-Wirtschaft beträchtlichen Schaden zufügen. Denn durch den Umfang der kurzfristigen Verbindlichkeiten beider Gesellschaften könnten sich mögliche Probleme rasch ausbreiten, sagte Poole.

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Deutliche Kursabschläge

Bei hohen Umsätzen rauschten beide Aktien daraufhin in den Keller. Bei Fannie Mae stand gegen 21:10 Uhr ein Minus von 7,1 Prozent auf 58,82 Prozent zu Buche und bei Freddie Mac ein Abschlag von 6,56 Prozent auf 50,46 Dollar. Die mit den Worten von Poole verbundenen Schockwellen strahlten auch auf den Gesamtmarkt aus, der ebenfalls deutlich im Minus notierte. Warum die Anleger nervös wurden, wird dann klar, wenn man sich verdeutlicht, dass Freddie Mac und Fannie Mae 42 Prozent aller Hypothekenkredite in den USA vergeben.

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An der Einschätzung von Marktteilnehmern wie Keith Keenan von Wall Street Access zeigt sich, wie sehr der Schreck den Anlegern in die Knie gefahren ist: „Poole hat einige negative Kommentare zu Fannie Mae und Freddie Mac abgegeben. Das hat den Markt überrascht. Eine Krise ist denkbar“, so Keenan.

Die Nervosität wird noch durch das Wissen verstärkt, dass Poole nicht der erste Experte ist, der vor Risiken bei den beiden Hypothekenfinanzierern warnt (Fannie Mae und Freddie Mac bergen Risiken). Auch von anderer Seite war bereits Kritik laut geworden, die beiden Institute nutzten den Staat im Rücken dazu aus, um im aktuellen Immobilienboom unter Mißachtung etwaiger Risiken ein zu großes Rad bei der Kreidtvergabe zu drehen. Insgesamt stehen bei Freddie Mac und Fannie Mae Kredite im Werte von 3,1 Billionen Dollar in den Büchern.

Kritische technische Lage

Unabhängig davon, ob die Vorwürfe nun berechtigt sind oder nicht, stehen beide Aktien charttechnisch betrachtet auf der Kippe. Schließt der Kurs von Freddie Mae demnächst unter dem Vorjahrestief bei 58,75 Dollar, wäre theoretisch ein weiteres Abrutschen bis zu den im Jahr 2002 markierten Tiefpunkten knapp unter 50 Dollar denkbar. Noch kritischer ist die Lage bei Freddie Mac. Hier droht bei Kursen von unter 54 Dollar im schlimmsten Fall ein Test der Region um 40 Dollar.

Die relativ entspannten Bewertungsrelationen, die speziell bei Freddie Mac ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von deutlich unter zehn anzeigen, lassen eine derart negative Entwicklung zwar nicht unmittelbar erwartet. Aber wenn selbst ein Vertreter der US-Notenbank vor den beschriebenen Risiken warnt, kann angesichts der allgemein trüben Börsenlage auch eine solche Entwicklung nicht gänzlich ausgeschlossen werden.

Der Chart zeigt in dieser Reihenfolge die Kursentwicklung der Aktien von Fannie Mae und Freddie Mac.

ie in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @JüB

 

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