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Veröffentlicht: 16.12.2015, 18:15 Uhr

Marktbericht Vorsichtiger Optimismus vor Zinsentscheid in Amerika

Der Dax ist am Mittwoch mit einem leichten Plus aus dem Handel gegangen. Die Börsianer blicken gebannt in die Vereinigten Staaten, wo die erste Anhebung der Leitzinsen durch die amerikanische Notenbank Fed seit der Finanz- und Wirtschaftskrise erwartet wird.

© Reuters Die Börse in Frankfurt

Kurz vor dem mit Spannung erwarteten amerikanischen Zinsentscheid hat sich am deutschen Aktienmarkt vorsichtige Zuversicht breit gemacht. Nach einem verhaltenen Frühhandel und zwischenzeitlich deutlicheren Gewinnen schloss der Dax am Mittwoch 0,2 Prozent fester bei 10.469,3 Punkten. Damit knüpfte der hiesige Leitindex an seine deutliche Vortagserholung an.

Ähnliches galt für die anderen Indizes: Der M-Dax der mittelgroßen Werte rückte um 0,9 Prozent auf 20.664,2 Punkte vor und der Technologiewerte-Index Tec-Dax stieg um 0,2 Prozent auf 1792,5 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 ging es um 0,2 Prozent auf 3246,8 Punkte hoch. Die nationalen Indizes in Paris und London behaupteten sich ebenfalls in positivem Terrain. Der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial präsentierte sich zum europäischen Handelsende fast unbewegt.

„Zinserhöhung ist überfällig’

Die weithin erwartete erste Anhebung der Leitzinsen durch die amerikanische Notenbank Fed seit der Finanz- und Wirtschaftskrise „ist auch angesichts der amerikanischen Wirtschaftsdaten überfällig“, schrieb Stefan Kooths, Leiter des Prognosezentrums beim Institut der Weltwirtschaft (IfW). Laut Marktexperte Gregor Kuhn vom Broker IG hoffen die Anleger auf eine „Zinswende light“. Die Bekanntgabe der Leitzinsentscheidung steht um 20 Uhr deutscher Zeit an, die Pressekonferenz mit Fed-Präsidentin Janet Yellen beginnt um 20.30 Uhr.

Neue Konjunkturdaten aus dem Euroraum wie etwa zum Preisauftrieb und die am Vormittag veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes spielten am deutschen Aktienmarkt dagegen nur eine untergeordnete Rolle. Auch die jüngsten amerikanischen Daten hatten keinen erkennbaren Einfluss auf die Kurse.

Die Märkte rechnen inzwischen fest mit einer moderaten Zinsanhebung. Von Interesse ist nun insbesondere, welche Hinweise Yellen auf das Tempo möglicher weiterer Zinsschritte geben wird. „Man sollte die erste Zinsanhebung seit fast zehn Jahren als Signal interpretieren, dass sich die Stimmung verbessert hat“, schrieb Jochen Stanzl von CMC Markets.

IfW-Experte Kooths erinnerte daran, dass es „für den Ausstieg aus der ultra-expansiven Politik der letzten sechs Jahre nie den ’richtigen’ Zeitpunkt in dem Sinne geben wird, dass man ihn aus monatlich hereinkommenden Kurzfristindikatoren bestimmen könnte“. Auch nütze es nichts, diesen aus Furcht vor möglichen Verwerfungen aufzuschieben. Denn „je länger die künstlich niedrigen Zinsen bestehen bleiben, umso mehr Verzerrungen entstehen und desto schmerzhafter würde eine noch spätere Korrektur“.

Nachdem die amerikanischen Währungshüter die Zinswende im September verschoben hatten, bleibt aber auch jetzt ein Rest Unsicherheit. Denn in den vergangenen Wochen waren amerikanische Konjunkturdaten, die sie bei ihren Entscheidungen mit im Blick halten, unter dem Strich durchwachsen ausgefallen.

Energietitel vorn - Infineon Schlusslicht

Am hiesigen Aktienmarkt besetzten die Energiekonzerne die vordersten Plätze im Dax: Die Papiere von RWE und Eon gewannen 3,4 beziehungsweise 1,4 Prozent. Händler verwiesen auf eine positive Aussagen von Experten der spanischen Bank Santander.

Unter Verlusten litten dagegen die Konsumgüterhersteller. Die Henkel-Titel gaben 0,05 Prozent ab. Am Vorabend war bekannt geworden, dass die Düsseldorfer das amerikanische Unternehmen Magna-Tech Manufacturing of Indiana übernehmen wollen. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Die Aktien von Henkel-Konkurrent Beiersdorf verloren 0,8 Prozent. Dax-Schlusslicht waren die Aktien des Halbleiterkonzerns Infineon mit minus 3 Prozent.

Carl-Zeiss-Meditec-Aktie legt zu

Derweil konnten sich die Anleger bei Carl Zeiss Meditec über einen Kurssprung von fast 7 Prozent freuen. Der Medizintechnik-Hersteller hatte zwar im abgelaufenen Geschäftsjahr wegen Investitionen operativ nicht so viel verdient wie angepeilt. Doch ein Analyst lobte die gute Entwicklung zum Jahresende hin sowie den Dividendenvorschlag. Außerdem klinge der Ausblick des Tec-Dax-Konzerns optimistisch.

Gewinnwarnungen von Adler Modemärkte und dessen Mutterkonzern Steilmann wegen des milden Wetters im vierten Quartal belasteten indes auch einige Konkurrenten-Titel. Im S-Dax der geringer kapitalisierten Unternehmen verloren die Aktien von Gerry Weber 1,6 Prozent. Die Papiere von Tom Tailor büßten sogar 7,8 Prozent ein. M-Dax-Mitglied Hugo Boss stemmte sich hingegen mit plus 1,7 Prozent gegen den Branchentrend.

Am deutschen Rentenmarkt sank die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 0,45 (Vortag: 0,46) Prozent. Der Rentenindex Rex verharrte bei 139,56 Punkten. Der Bund-Future verlor 0,22 Prozent auf 157,35 Punkte. Der Euro notierte bei 1,0940 Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,0933 (Dienstag: 1,0990) Dollar festgesetzt; der Dollar kostete damit 0,9147 (0,9099) Euro.

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