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Vor Zinsentscheid der Fed Dax schließt leicht im Plus

 ·  Die deutschen Aktienmärkte sind am Mittwoch mit einem Aufschlag zwischen 0,5 und 1 Prozent aus dem Handel gegangen. Hoffnungen auf eine Lockerung der amerikanischen Geldpolitik belebten den Handel.

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Vor den mit Spannung erwarteten Aussagen der amerikanischen Notenbank Fed zur Geldpolitik hat der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch leicht zugelegt. Nach drei Gewinntagen in Folge war beim Dax zunächst keine klare Richtung erkennbar. Nach einem Rutsch ins Minus am Vormittag knackte der deutsche Leitindex am Nachmittag kurzzeitig die 6400-Punkte-Marke. Am Ende schloss er mit plus 0,45 Prozent auf 6392 Punkte. Der M-Dax stieg um 1 Prozent auf 10.404 Punkte, und der Tec-Dax kletterte 1,1 Prozent auf 748 Punkte. Der marktbreite FAZ-Index legte um 0,6 Prozent auf 1391 Punkte zu.

„Die Hoffnung der Marktteilnehmer auf eine geldpolitische Lockerung seitens der amerikanischen Notenbank Fed stützte den Markt“, sagte Marktanalyst Gregor Kuhn von IG Markets. Zudem könnte die Fed ihre sogenannte „Operation Twist“ verlängern, die eine intensivere Umschichtung von kurz in länger laufende Staatsanleihen beinhaltet. Beruhigt habe den Markt auch die aktuelle Entspannung an den europäischen Anleihemärkten. Chefstratege Christian Gattiker-Ericsson von der Schweizer Bank Julius Bär dämpfte allerdings die Erwartungen hinsichtlich der Fed-Entscheidungen. Mit einer neuen quantitativen Lockerung oder einer Verlängerung der „Operation Twist“ rechnet der Experte nicht.

Thyssen Krupp setzen Erholung fort

Die Papiere des Stahlkonzerns Thyssen Krupp knüpften an ihre Erholung der vergangenen Tage an und gewannen 3,5 Prozent. Auch die gute Entwicklung in dem Sektor trage zu der Reaktion der Aktien ein, sagte ein Händler. Zudem kauften wohl auch einige Anleger die Papiere zurück, die zuvor mit Leerverkäufen auf weiter fallende Kurse gesetzt hatten. Seit Anfang Februar hatten die Papiere in vier Monaten vor allem wegen der Probleme in neuen Stahlwerken in Brasilien und den Vereinigten Staaten mehr als die Hälfte ihren Wertes eingebüßt.

Die K+S-Titel stiegen um 3,2 Prozent. Zum offiziellen Produktionsstart in einer kanadischen Mine habe Konzernchef Norbert Steiner an seiner Politik Preis-vor-Umsatz festgehalten, sagte Equinet-Analyst Michael Schäfer. Er verwies auch auf die Verbesserung der fundamentalen Verfassung des Maismarktes, die positiv für den Salz- und Düngemittelhersteller wirke.

Henkel und Beiersdorf schwächste Dax-Werte

Die Aktien der Allianz verteuerten sich um 1,3 Prozent Euro. Händler begründeten das Plus vor allem mit einem Exklusivbericht der „Financial Times Deutschland“. Demnach wolle die EU die geplanten strengeren Kapitalvorschriften für Versicherer nach deutlichem Druck der Branchen sowie Kritik durch Aufsichtsbehörden entschärfen. Nach unten ging es für die Papiere von Henkel und Beiersdorf, nachdem der amerikanische Wettbewerber Procter & Gamble (P&G) seine Quartalsprognose reduziert hatte. Beiersdorf verloren 1,6 Prozent. Schwächer und damit das Indexschlusslicht waren nur die Anteilsscheine von Henkel mit minus 2,3 Prozent.

Ansonsten führten Analystenkommentare zu Bewegung im deutschen Leitindex. Die Anteilsscheine der Deutschen Telekom legten nach einer Hochstufung durch das amerikanische Analysehaus Bernstein Research um 1,7 Prozent zu. Analystin Robin Bienenstock traut der Aktie nun eine überdurchschnittliche Entwicklung zu und erhöhte auch das Kursziel, da die Telekom „teutonische Sicherheit mit spannenden Kurstreibern“ biete. Beim Energiekonzern Eon sorgte eine Kaufempfehlung der japanischen Bank Nomura für ein Kursplus von 2,3 Prozent.

Deutsche Wohnen sehr fest

Für die Papiere von Deutsche Wohnen ging es nach Details zur Kapitalerhöhung etwas mehr als 5 Prozent nach oben, womit sie einen der vorderen Plätze im M-Dax einnahmen. Zur Übernahme von Bau Be Con und anderer Unternehmen will die Immobiliengesellschaft rund 460 Millionen Euro einsammeln. Den Bezugspreis hatte das Unternehmen am Vorabend auf 10,50 Euro je Anteilsschein festgesetzt. „Dass der Bezugspreis am oberen Ende der Erwartungsspanne liegt, wirkt sich positiv auf die Aktien aus“, sagte ein Händler.

Wall Street kaum verändert vor Notenbank-Sitzung

Die wichtigsten amerikanischen Aktienbörsen haben sich am Mittwoch vor der mit Spannung erwarteten Sitzung der amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed) kaum von der Stelle bewegt. Der Dow Jones Index sank um 0,3 Prozent auf 12.799 Punkte, nachdem er am Dienstag noch um 0,75 Prozent gestiegen war. Für den breiter gefassten S&P 500 ging es zur Wochenmitte um 0,4 Prozent auf 1353 Punkte nach unten. Mit Blick auf die technologielastigen Nasdaq-Indizes fiel der Composite Index um 0,4 Prozent auf 2919 Punkte. Angesichts der Konjunktursorgen in Europa und den Vereinigten Staaten hatte die Wall Street am Dienstag von Spekulationen über neue geldmarktpolitische Maßnahmen der Notenbank profitiert. Die Fed gibt heute ihre Leitzinsentscheidung bekannt. Spannender aber dürften die Aussagen der Notenbank zur Geldpolitik sein. Chefstratege Christian Gattiker-Ericsson von der Schweizer Bank Julius Bär dämpfte allerdings die Erwartungen. Er rechnet nicht mit Überraschungen seitens der Fed.

Unter den Einzelwerten litten die im Dow Jones notierten Aktien von Procter & Gamble (P&G) unter einer gesenkten Prognose. Sie büßten am Indexende 3,5 Prozent auf 60 Dollar ein. Vor allem in den etablierten Märkten habe sich die Nachfrage schwächer entwickelt als erwartet, begründete der Konsumgüterkonzern die Kappung seiner Umsatz- und Gewinnziele für das laufende Quartal. „Die Gewinnprognose je Aktie liegt nun 8 Prozent unter der Markterwartung“, kommentierte ein Analyst. Allerdings sei einer der Gründe dafür auch die Wechselkursentwicklung der vergangenen ein bis zwei Monate, die noch nicht im Konsens berücksichtigt sein dürfte. Er habe den Eindruck, dass P&G inzwischen in den entwickelten Märkten konkurrenzfähiger werde und weniger in den Schwellenländern. Die Titel von Adobe Systems büßten rund 3 Prozent ein. Der Software-Konzern rechnet wegen einer abgeschwächten Nachfrage in Europa für sein drittes Geschäftsquartal mit einem Aktienergebnis vor Sonderposten (EPS) zwischen 56 und 61 Cents. Der Umsatz für das Ende August abgeschlossene Quartal dürfte bei 1,08 bis 1,13 Milliarden Dollar liegen. Analysten haben bislang mit einem EPS von 61 Cents und Umsätzen von 1,14 Milliarden Dollar gerechnet.

Für die Papiere von Research In Motion (RIM) ging es um 5 Prozent nach unten. Der Blackberry-Hersteller baut im Zuge seines Kosteneinsparprogramms Arbeitsplätze ab. Insgesamt sollen jährlich eine Milliarde Dollar an operativen Kosten wegfallen. Der Medienunternehmer Rupert Murdoch schließlich will das Bezahlfernseh-Geschäft in seiner Heimat Australien mit einem Milliardenzukauf deutlich stärken. Die News Corp plant, die Gesellschaft Consolidated Media Holdings für knapp 2 Milliarden australische Dollar (1,6 Milliarden Euro) zu übernehmen. Großaktionär und Milliardär James Packer, der die Hälfte an Consolidated Media hält, hat einem Verkauf bereits zugestimmt. Die News-Corp-Anteilsscheinenews co stiegen um rund 1 Prozent.

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