06.03.2008 · Eon legt eine saubere Bilanz vor und gibt einen klaren Ausblick. Die Aktie ist fair bewertet und hat gute Chancen, weitere Rekordkurse zu erreichen. Die Schwäche im Bereich erneuerbarer Energien spielt noch keine Rolle für die Börse.
Große Unternehmen verbreiten durch ihre öffentlichen Auftritte immer auch Botschaften. Eon lieferte davon jüngst gleich zwei. Die erste war an die Politik in Brüssel und Berlin gerichtet. Sie betraf das Stromnetz, das Eon gerne los werden würde, weil es zu wenig Rendite bringt. Das war gleichzeitig auch eine gute Nachricht für Investoren, die auf den Wert ihrer Eon-Aktien achten.
Die zweite Botschaft ging heute an die Kunden, von denen letztlich das künftige Wohl und Wehe eines großen Stromkonzerns abhängt. Nicht erst seit gestern spürt auch Eon, dass Ökostrom in Mode kommt und dass die Menschen daher den traditionellen Versorgern mit ihren Kohle- und Atomkraftwerken in großer Zahl weglaufen.
Sorge ums Image
Dagegen und gegen sein „Rotes-Tuch-Image“ in manchen Kreisen der Gesellschaft will der Konzern nun offenbar etwas tun. Er generiert sich sanft und grün - und stellt dies auch offensiver als bisher heraus. Die ersten Worte in der heutigen Pressemitteilung von Eon sind dafür ein sehr aussagekräftiger Beleg.
„Wir müssen den Menschen mehr als bisher das Gefühl geben, dass ein Unternehmen wie Eon gerade aufgrund seiner internationalen Präsenz und Größe, seines Technologiepotenzials und seiner Kapitalkraft für sie der richtige und verlässliche Partner ist, dem sie vertrauen können“, lässt sich Wulf H. Bernotat, der Vorstandsvorsitzende von Eon da zitieren. Eon suche daher verstärkt den Dialog mit der Öffentlichkeit. „Nur so können wir davon überzeugen, dass wir neue, ausgewogene Konzepte für eine nachhaltige Energieversorgung brauchen und entwickeln müssen.“
In Richtung erneuerbare Energien
Natürlich weiß ein erfahrener, erfolgreicher und guter Manager wie Bernotat, dass den Worten auch Taten folgen müssen. Und so stellte Eon neben seinen Gewinnzahlen heute heraus, dass man bis 2015 den Anteil erneuerbarer Energien auf 19 Prozent erhöhen will. Schon bisher ist der Stromversorger durch massive Investitionen in Windenergie aufgefallen. Hiermit geht er jedoch strategisch noch einen Schritt weiter. Es bedeutet, dass Eon in acht Jahren etwa 10 Gigawatt (GW) Strom mit Wind, Sonne und Biomasse produzieren könnte. Hinzu kämen 17 GW für die Wasserkraft.
Eon will allein bis 2010 mindestens sechs Milliarden Euro in den Ausbau des Erneuerbare-Energien-Geschäft investieren. Bis dahin solle die Windkraft-Leistung bereits auf knapp 4 GW steigen. Die am Jahresanfang gestartete neue Tochter Eon Climate & Renewables plane verschiedene Offshore-, aber auch umfangreiche Onshore-Projekte in Spanien, Portugal und in den USA.
Eon und RWE haben alternative Energien verschlafen
Eon wolle das Renewables-Geschäft global betreiben und viel versprechende Technologien durch Skaleneffekte zum Durchbruch verhelfen, sagte Bernotat. „Unser Ziel ist es, zu den weltweit führenden Unternehmen auf diesem Gebiet zu gehören.“
Offenbar hat er da endlich von den Spaniern gelernt, die solche Ziele bereits Anfang des Jahrtausends ausgegeben haben. Hintergrund für diese massiven Investitionen ist nicht nur die Klimaschutzpolitik auf der ganzen Welt. Wichtig ist auch, dass Windenergie inzwischen mit Strom aus der Steckdose konkurrieren kann. Alternative Energien entwickeln sich damit zu einem Wachstumsmarkt, den Eon aber genauso wie RWE bisher verschlafen hat.
Viel zu spät steigen die Deutschen ein. Vor allem die Spanier mit Iberdrola an der Spitze sind schon wesentlich weiter. Kein Wunder, dass die kapitalstarke Eon großes Interesse an einer Übernahme der Spanier hat, die vor kurzem ihre Expansionspläne für die nächsten Jahre noch einmal aggressiv präzisiert haben.
Eon genießt ausgezeichneten Ruf an den Kapitalmärkten
Obwohl Eon mit seinen alternativen Investments der Spitze hinterher läuft, schadet dies der Aktie im Moment noch nicht. Das Unternehmen hat sich an den Kapitalmärkten ein ausgezeichnetes Standing aufgebaut und verfügt über genügend Kapital, um auch einen Konkurrenten wie Iberdrola zu kaufen. Das Problem solch eines Deals ist jedoch die politische und kulturelle Seite, weshalb Eon wohl auch noch zögert, nachdem man sich bei Endesa eine blutige Nase geholt hat..
Noch spielt die Schwäche bei Wind, Wasser und Sonne auch deshalb keine entscheidende Rolle, weil dieser Bereich geschäftlich bisher kaum relevant ist. Und bis es im nächsten Jahrzehnt soweit ist, kann Eon noch jede Menge dagegen tun.
Der Kurs reagierte heute daher vor allem auf die guten Zahlen und die soliden Aussichten. Die Aktie hat nun gute Chancen, schon bald wieder neue Höchstkurse zu erreichen. Für Anleger ist wichtig, dass sich das Geschäft und die Gewinne stetig weiter nach oben entwickeln sollen. Das war bisher auch schon der Fall, insofern genießt die Aktie an den Märkten einen Vertrauensbonus und ist auch bei einer fairen Bewertung kaufenswert, zumal die Dividendenrendite leicht über dem Schnitt im Dax liegt.
Eon steigert den Gewinn kräftig
Der größte deutsche Energiekonzern Eon hat im vergangenen Jahr seinen Gewinn deutlich gesteigert und sieht sich weiter auf ungebremstem Wachstumskurs. Der um Sonderfaktoren bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sei 2007 um zehn Prozent auf 9,2 Milliarden Euro gestiegen, teilte der Versorger am Donnerstag mit.
Analysten hatten im Schnitt mit 9,08 Milliarden Euro gerechnet. Im laufenden Jahr soll dieser Wert um bis zu zehn Prozent gesteigert werden. Die Dividende will der Konzern bis 2010 jährlich um zehn bis 20 Prozent erhöhen. Für 2007 sollen die Anteilseigner 4,10 Euro je Aktie erhalten nach 3,35 Euro im Vorjahr.
Das Unternehmen profitierte vor allem von Zuwächsen im Strom- und Gasgeschäft auf dem europäischen Kontinent, während Eon in Großbritannien Einbußen hinnehmen musste. Der Konzernumsatz stieg auf auf 68,7 (2006: 64) Milliarden Euro, blieb damit allerdings hinter den Erwartungen von 70,5 Milliarden Euro zurück.
Den bereinigten Konzernüberschuss steigerte Eon um neun Prozent auf 5,1 Milliarden Euro. Bei diesem Wert will der Versorger im laufenden Jahr leicht zulegen.
Vorstandschef Wulf Bernotat dämpfte Erwartungen, der Konzern werde Einzelheiten zu dem geplanten Verkauf der Stromnetze preisgeben. Er könne sich weder zu einer möglichen privaten Netzgesellschaft noch zu potenziellen Kaufinteressenten äußern. Bernotat hatte überraschend angekündigt, dass Eon sich von seinem Hochspannungsnetzen in Deutschland und Kraftwerken mit einer Leistung von 4800 Megawatt trennen werde. Im Gegenzug soll die EU-Kommission laufende Kartellverfahren einstellen und damit die Gefahr hoher Strafen abwenden.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.696,30 | −0,91% |
| FAZ-INDEX | 1.492,60 | −1,03% |
| TecDAX | 768,93 | −1,54% |
| MDAX | 10.216,70 | −1,32% |
| SDAX | 4.972,59 | −0,96% |
| REX | 423,38 | +0,51% |
| Eurostoxx 50 | 2.469,43 | −0,98% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 79,75 | −0,99% |
| Dow Jones | 12.781,00 | −0,76% |
| Nasdaq 100 | 2.556,01 | −0,75% |
| S&P500 | 1.343,23 | −0,54% |
| Nikkei225 | 9.238,10 | −0,24% |
| EUR/USD | 1,3013 | −0,37% |
| Rohöl Brent Crude | 119,60 $ | +0,47% |
| Gold | 1.733,00 $ | 0,00% |
| Bund Future | 139,35 € | +0,22% |