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Versicherungen Kurserholung bei Münchener Rück versandet

28.08.2003 ·  Die Herabstufung der Kreditwürdigkeit und maximal durchschnittliche Halbjahreszahlen belasten die Münchener Rück-Aktie. Damit droht die jüngste Aufwärtsbewegung schon wieder ins Stocken zu geraten.

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Die Kurserholung, welche der Aktie von Münchener Rück seit dem Ende März markierten Tief bei 53,20 Euro in der Spitze eine glatte Verdoppelung bescherte, verliert zunehmend an Schwung. Seit einigen Wochen tritt der Titel nun schon wieder weitgehend auf der Stelle. Und die neuesten Nachrichten sind nicht dazu angetan, daran etwas zu ändern.

Im Gegenteil: Mit einem gegen 10.00 Uhr verbuchten Tagesminus von 4,20 Prozent auf 96,28 Euro fällt die Notiz nicht nur wieder in den zweistelligen Bereich zurück, sondern auch wieder eindeutig in die seit einiger Zeit gültige Handelsspanne zwischen 106,39 und 80,20 Euro.

Rückstufung der Kreditwürdigkeit und Halbjahreszahlen belasten

Ursächlich dafür ist die Abstufung der Kreditwürdigkeit durch die Ratinagentur Standard & Poor's. Denn die Ratingagentur hat am Vorabend beschlossen, das langfristige Emittenten- und Finanzstärke-Rating der Münchener Rück von "AA-" auf "A+" zu senken. Börsianer reagieren negativ überrascht. „In den vergangenen Tagen kursierten Gerüchte über eine Kapitalerhöhung", sagte ein Händler. „Damit wollte der Konzern angeblich sein Rating verteidigen." Auch wenn die Münchener Rück noch nichts über eine Kapitalerhöhung gesagt habe, rechne der Markt weiter damit, sagte er. Dies hat schon am Vorrtag kursbelastend gewirkt.

Lediglich gemischt fielen zudem die Reaktionen auf die am Morgen veröffentlichten Halbjahreszahlen aus. Auf der einen Seite hieß es, das Nettoergebnis sei schlechter als erwartet ausgefallen. Nach vier Verlustquartalen ist der weltgrößte Rückversicherer auch im zweiten Jahresviertel überraschend in den roten Zahlen geblieben. Der Quartalsverlust verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 4,7 Prozent auf 365 Millionen Euro. Einen so hohen Fehlbetrag hatte kein Experte vorhergesagt. Auf der anderen Seite wurde aber die operative Entwicklung gelobt. Da habe sich die Münchener Rück „besser als die meisten Konkurrenten" entwickelt, kommentierte ein Händler.

Warten auf eindeutige Kurssignale

Nachteilig auf die Kursfindung wirkt sich auch seit einiger Zeit die Sorge für eine Rauswurf aus dem Stoxx 50 Index aus, dessen Zusammensetzung Anfang Sepetember überprüft wird. Derzeit liefern sich die Münchener ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem britischen Versicherer Prudential um den Verbleib im EuroStoxx 50 liefert.

Fundamental betrachtet steckt im Aktienkurs wie bei allen Vertretern aus ähnlich gebeutelten Branchen wie dem Versicherungssektor natürlich bereits viel Negatives. Doch wegen der zuvor genannten Umstände kommt dies momentan nicht zum Tragen. Und ob die Börsianer den Titel mittelfristig wieder entdecken, wird auch davon abhängen, ob sich die Finanzmärkte dauerhaft vorteilhaft entwickeln oder wieder in sich zusammensacken. Neue Signale zum Handeln gibt es für Anleger somit eigentlich erst dann, wenn die Eingangs genannten Handelsspanne in die eine oder andere Richtung verlassen wird.

Der Chart zeigt die Kursentwicklung der Aktie von Münchener Rück.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @JüB
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