Home
http://www.faz.net/-gv7-reyz
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
Zertifikate und ETFs

Verpackungsindustrie Verpackungsaktien sind gefragt

Eine merkwürdige Entdeckung: Verpackungen sind gefragt. S&P sieht das Wachstum der Branche auf Grund niedrigerer Kraftstoffkosten und der Marktlage positiv, wobei Metall vor Kunststoff liegt.

© Standard & Poors Vergrößern

Im Jahre 2005 fiel der Branchensubindex S&P-1500 Containers Metal & Glass um 8,3 Prozent, während der S&P-1500 um zehn Prozent zulegte. In diesem Jahr hat der Sektorindex bisher jedoch 9,9 Prozent zugelegt, während der Zuwachs des Marktes nur 5,5 Prozent betrug. Das veranlaßte S&P den Branchensubindex in seine „Industrie-Momentum-Liste“ aufzunehmen.

Der Index besteht aus zwei großen und zwei kleinen Unternehmen. Die beiden Großen, Ball und Pactiv machen mehr als 75 Prozent des Marktwertes des Index' aus. Auch das Schaubild zur relativen Kursstärke (siehe Chart) sieht positiv aus. Die gezackte blaue Linie stellt die rollierende 52-Wochen-Kursentwicklung des Branchensubindex im Verhältnis zur 52-Wochen-Kursentwicklung des S&P-1500 dar.

Mehr zum Thema

Dosenwandlung

Ein Punkt oberhalb der 100 zeigt eine über dem Markt liegende Wertentwicklung an, Punkte unterhalb der 100 geben eine geringere Performance als der Markt wieder. Die rote Linie ist ein rollierender gleitender 39-Wochen-Durchschnitt, während die beiden grünen Linien die Standardabweichung über und unter der mittleren relativen Stärke des Branchensubindex über 14 Jahre anzeigen.

Chart Ball 210906 © FAZ.NET Vergrößern

S&P-Aktienanalyst Stewart Scharf sieht positive Anlageaussichten für die Gruppe. Er stellt fest, daß die Kraftstoffkosten gesunken sind und die Weltmarktbedingungen günstig erscheinen, so daß die Lieferungen in bescheidenem Umfang anziehen müßten. Nach Auffassung von Scharf werden die meisten Verpackungshersteller die höheren Kosten für Kunststoffe, Stahl und andere Rohstoffe an die Kunden weitergeben können. Das projizierte Kurs-Gewinn-Verhältnis für die Gruppe weist nur einen geringen Abschlag gegenüber dem des S&P-1500 auf.

Auch habe sich inzwischen, meint Scharf, die Nachfrage nach Bier weltweit zugunsten von Wein und Spirituosen abgeschwächt. Das veranlasse die großen Dosenhersteller von der Standard-Dosengröße von 0,35 Liter auf 0,45 Liter und 0,7 Liter umzustellen, die sie als beliebter einschätzen. Zudem dürfte der Absatz von Getränkedosen und -flaschen von dem heißen und trockenen Sommer in vielen Regionen der Vereinigten Staaten sowie in Teilen Europas profitiert haben.

Keine guten Zeiten für Plastik

Nach Einschätzung des Analysten werde eine verbesserte Wirtschaftlichkeit in der Produktion und neue Produkte wie etwa leicht zu öffnende Dosenverschlüsse sowie die Umstellung auf größere Dosen allmählich das Wachstum des Stückabsatzvolumens fördern.

Dennoch rechnet Scharf damit, daß das Kunststoff-Absatzvolumen trotz einer verstärkten Umstellung auf Kunststoffflaschenrelativ schwach bleiben wird. Zudem dürften die Gewinnspannen kurzfristig durch höhere Kraftstoffkosten unter Druck geraten, die sich auf die Rohstoffpreise für Kunststoffe auswirken.

Die Verpackungshersteller konzentrieren sich derzeit auf die Schwellenmärkte wie etwa China, Osteuropa, Rußland und Lateinamerika, in denen sich die Verwendung von Einwegverpackungen häufig noch in der Entwicklung befindet.

Scharf ist auch der Meinung, der (im Mai 2006 in Kraft getretene) Beschluß über das gesetzliche Dosenpfand in Deutschland dürfte sich allmählich auf die dortigen Ergebnisse auswirken, indem die Dosen in die Regale zurückkehren. Die Nachfrage nach Getränkedosen in Europa werde weiterhin wachsen und die Lieferungen sich den Projektionen zufolge 2006 und 2007 in den mittleren bis hohen einstelligen Bereich verbessern.

Gesetzliche Damoklesschwerter

Einige Verpackungsunternehmen planten im Zuge der Konzentration auf die Entwicklung neuer Produkte eine Konsolidierung ihrer Betriebsstätten in Europa, die unterdurchschnittliche Ergebnisse erzielen.

Indes gibt es auch Anlaß zur Vorsicht: Scharf schließt nicht aus, daß künftig in den Vereinigten Staaten, Kanada, Europa und Asien Gesetze verabschiedet werden könnten, die den Verkauf oder Einsatz bestimmter Verpackungsarten verbieten, besteuern oder beschränken und die Umleitung von Abfallströmen vorschreiben würden, wie etwa den Ausschluß von Verpackungsmaterialien von der Entsorgung auf Deponien.

Würden solche Gesetze in breitem Rahmen verabschiedet, hätte dies nach Auffassung von S&P erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Verpackungsbranche. So ist es nunmal. Die Momentum- und fundamentalen Anlageaussichten des Branchensubindex deuten auf potentielle Kurssteigerungen über Marktniveau in der nächsten Zeit hin. Von den in diesem Artikel genannten Unternehmen wurden Ball und Pactiv von S&P mit 4 Sterne (kaufen) bewertet.

Sam Stovall ist Chefstratege von S&P

Quelle: Business Week Online

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Selbstbedienung 2.0 Wenn der Kunde selbst kassiert

An der Supermarktkasse hört die Selbstbedienung heute meist noch auf. Das muss nicht so bleiben. Mit der neuesten Kassengeneration kann der Kunde die Produkte genauso so schnell selbst einscannen. Mehr

04.03.2015, 08:24 Uhr | Finanzen
Mosambik Das Leiden der Müllsammler von Maputo

Ihre einzige Einnahmequelle ist die riesige Mülldeponie in Maputo, der Hauptstadt von Mosambik im Südosten Afrikas. Dort suchen die Armen nach wiederverwertbaren Materialien wie Plastik, Papier, Dosen und Flaschen. Mehr

06.02.2015, 10:50 Uhr | Gesellschaft
2:0 gegen Sporting Lissabon Wolfsburg siegt dank Dost-Doppelpack

Sechs der letzten sieben Treffer des VfL Wolfsburg gehen auf sein Konto: Bas Dost schießt die Niedersachsen auch gegen Sporting Lissabon zum Sieg. Nach dem 2:0 hat der VfL beste Chancen aufs Weiterkommen. Mehr

19.02.2015, 22:15 Uhr | Sport
Klimaspot Zombis schützen Klima

Dauerkipp ist gruselig fürs Klima. Für frische Luft im Winter ist kurzes Stoßlüften – also mindestens 5 bis 10 Minuten bei vollständig geöffnetem Fenster – der beste Weg, um Wärme zu sparen. Schon fünf Prozent weniger Wärmeverbrauch in deutschen Haushalten spart 4,55 Millionen Tonnen CO2. Das entspricht 158 Millionen Liter Heizöl. Zum Vergleich: Damit ließen sich über eine Million Badewannen füllen. Deshalb: Stoßlüften statt Dauerkipp! Mehr

20.11.2014, 13:17 Uhr | Wissen
0:0 bei Sporting Lissabon Wolfsburg reicht eine Nullnummer

Mit einem torlosen Remis macht Wolfsburg bei Sporting Lissabon den Einzug ins Achtelfinale der Europa League perfekt. Gegen die Portugiesen ist der Wundersturm um Dost, Schürrle und de Bruyne abgemeldet. Mann der Partie ist ein anderer VfL-Spieler. Mehr

26.02.2015, 23:04 Uhr | Sport
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 21.09.2006, 11:16 Uhr


Aktienmärkte
Name Kurs Änderung
  F.A.Z.-Index --  --
  Dax --  --
  Dow Jones --  --
  Nikkei --  --
  Hang Seng --  --
  F.A.Z.-Euro-Index --  --
  EuroStoxx 50 --  --
  S&P 500 --  --
  Nasdaq 100 --  --
  M-Dax --  --
  Tec-Dax --  --
  S-Dax --  --
  Dax Future --  --
Wertpapiersuche