Home
http://www.faz.net/-gv7-77567
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
Zertifikate und ETFs

Vermittlungsausschuss Dividenden aus Mini-Beteiligungen werden steuerpflichtig

Wenn Unternehmen an anderen Firmen geringfügig beteiligt sind, müssen sie vom 1. März 2013 an die daraus entstehenden Dividenden versteuern. Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs machte die Neuregelung erforderlich.

© REUTERS Vergrößern Vom 1. März 2013 an sollen Streubesitzdividenden steuerlich belastet werden.

Die deutsche Wirtschaft muss sich auf eine Besteuerung ihrer Dividenden aus geringfügigen Firmenbeteiligungen einrichten. Eine Arbeitsgruppe des Vermittlungsausschusses von Bundestag und Bundesrat einigte sich auf ein Modell, das ab dem 1. März 2013 eine definitive Belastung von Streubesitzdividenden vorsieht. Der stellvertretende Vorsitzende der Unions-Fraktion, Michael Meister, sagte am Freitag in Berlin, Veräußerungsgewinne blieben außen vor.

Die Besteuerung von Dividenden aus Beteiligungen von unter 10 Prozent muss neu geregelt werden, weil der Europäische Gerichtshof die jetzige Regelung im Oktober 2011 gekippt hatte. Die Richter hatten moniert, dass deutsche Unternehmen auf Streubesitzdividenden zwar 25 Prozent Kapitalertragsteuer zahlen müssen, sie sich das Geld aber beim deutschen Fiskus zurückholen können. Ausländische Unternehmen konnten das allerdings nicht.

Erstattungen kosten Staatskassen 2012 fast 1,6 Milliarden Euro

Die Bundesregierung hatte deshalb vorgesehen, dass auch ausländische Streubesitzdividenden steuerfrei gestellt würden. Dies hatte der Bundesrat, wo Union und FDP keine Mehrheit haben, jedoch wegen zu hoher Steuerausfälle abgelehnt. Mit dem Kompromiss der Arbeitsgruppe wird nun eine Gleichbehandlung in- und ausländischer Bezieher von Streubesitzdividenden sichergestellt. Für Altfälle vor dem 1. März 2013 sollen sich ausländische Unternehmen die in Deutschland gezahlten Steuern auf Antrag zurückerstatten lassen können. Meister zufolge müssen sie dabei aber nachweisen, dass eine Anrechnung in ihrem Heimatland nicht stattgefunden hat.

Die Erstattungen werden die Staatskassen in diesem Jahr nach Berechnungen des Finanzministeriums 2012 mit fast 1,6 Milliarden Euro belasten und 2014 noch einmal mit gut einer Milliarde Euro. Weil eine Besteuerung von Veräußerungsgewinnen auch für die Zukunft nicht vorgesehen ist, werden Wagniskapitalgeber nicht belastet, die sich üblicherweise nach einiger Zeit wieder von ihren Beteiligungen trennen. In dem Gesetzentwurf sollen zudem die Besonderheiten von Verbundunternehmen wie Sparkassen und Volksbanken berücksichtigt werden. Insbesondere sollen sogenannte Kaskadeneffekte vermieden werden, bei denen es zu Mehrfachbesteuerungen innerhalb einer Verbundstruktur kommt.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.net mit Reuters

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Mangelnder Wirtschaftspatriotismus? Amerika geht gegen Steuerflucht vor

Finanzminister Jacob Lew will mit neuen Weisungen großen Unternehmen erschweren, sich steuerlich ins Ausland abzusetzen. Doch der Verdacht liegt nahe, dass es um Stimmungsmache vor einer wichtigen Wahl geht. Mehr

23.09.2014, 05:40 Uhr | Wirtschaft
Obama verspricht Afrika Geld

Energieprojekte mit Blackstone, Trinkwasser von Coca-Cola, eine bessere Infrastruktur durch General Electric, Hotels von Marriott - das sind die Ergebnisse des Afrika-Gipfels in Washington. Mindestens 14 Milliarden Dollar sollen investiert werden. Mehr

06.08.2014, 11:03 Uhr | Politik
Mittelstandsanleihen-Ticker Deutsche Rohstoff verkauft Wolfram Camp Mine

KTG Energie plaziert eine Kapitalerhöhung. Mifa entlässt Vorstand Peter Barth, Singulus senkt die Prognosen, Gebr. Sanders machen mehr Verlust, ebenso Sanha, wo auch der Umsatz sinkt. Mehr

23.09.2014, 13:31 Uhr | Finanzen
Blei im Wild

Die meisten Jäger in Deutschland halten hartnäckig an bleihaltiger Jagdmunition fest. Dabei zeigen Studien, dass das giftige Schwermetall Mensch und Tier belastet. Jedes Jahr gelangen so geschätzt 3.000 bis 9.000 Tonnen Blei in die Umwelt. Mehr

10.04.2014, 11:11 Uhr | Gesellschaft
Bankenstrafen-Ticker HSBC zahlt 550 Millionen Dollar an amerikanische Behörde

Betrug, Geldwäsche, Zinsmanipulationen, Devisenskandal: Banken weltweit müssen für ihre Fehltritte büßen. Jetzt legt die größte europäische Bank HSBC ihren Hypothekenpapier-Streit in Amerika bei. Die wichtigsten Sanktionen im Überblick. Mehr

13.09.2014, 16:54 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 22.02.2013, 15:23 Uhr


Aktienmärkte
Name Kurs Änderung
  F.A.Z.-Index --  --
  Dax --  --
  Dow Jones --  --
  Nikkei --  --
  Hang Seng --  --
  F.A.Z.-Euro-Index --  --
  EuroStoxx 50 --  --
  S&P 500 --  --
  Nasdaq 100 --  --
  M-Dax --  --
  Tec-Dax --  --
  S-Dax --  --
  Dax Future --  --
Wertpapiersuche