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Veröffentlicht: 14.06.2017, 14:51 Uhr

Börsengang Vapiano wagt sich noch im Juni aufs Parkett

Vapiano plant noch in diesem Monat an die Börse zu gehen. Ihre Aktien will die Pasta- und Pizza-Restaurant-Kette zum Stückpreis von 21 und 27 Euro verkaufen. Dabei hat sie noch nicht einmal den Börsenprospekt veröffentlicht - das macht eine Bewertung schwierig.

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© Julia Zimmermann Mittagsbetrieb in der Restaurant Kette Vapiano

Die Restaurantkette Vapiano macht mit ihrem angekündigten Börsengang noch vor der Sommerpause Ernst. Aktien im Wert von um die 200 Millionen Euro sollen den Besitzer wechseln. Insgesamt wird Vapiano je nach genauem Aktienpreis mit bis zu 600 Millionen Euro bewertet.

Martin Hock Folgen:

Die Aktien will Vapiano zum Stückpreis von 21 und 27 Euro an den Mann bringen. Den ersten Handelstag peilt das Unternehmen für den 27. Juni im regulierten Markt der Frankfurter Börse an, dem sogenannten Prime Standard.

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Im Zuge einer Kapitalerhöhung um bis zu 4 Millionen Aktien sollen dem Unternehmen dabei rund 85 Millionen Euro zufließen. Die Alteigentümer wollen bis zu 4,3 Millionen Aktien auf den Markt bringen - einschließlich einer Mehrzuteilungsoption von rund 758.000 Aktien. Dadurch sollen sich nach dem Börsengang mehr als 30 Prozent der Papiere im Streubesitz befinden.

Bisheriger Haupteigentümer der Kette ist der mit dem Kaffeeröster Tchibo reich gewordene Günter Herz: Seine Vermögensverwaltung Mayfair hält 44 Prozent an Vapiano. 30 Prozent liegen beim Firmengründer Gregor Gerlach. Die Wella-Erben Hans-Joachim und Gisa Sander halten 25 Prozent. Der Rest der Anteile liegt beim Management.

Je nachdem, zu welchem Preis Vapiano der Börsengang gelingt, wird das Unternehmen mit 512 bis 634 Millionen Euro bewertet. Der endgültige Preis für die Papiere wird im Zuge eines Bookbuilding-Verfahrens erst noch ermittelt.

Prospekt noch nicht veröffentlicht

Über die Bewertung des Unternehmens lässt sich kaum etwas sagen. Denn ungewöhnlicherweise ist der  Börsenprospekt noch nicht veröffentlicht. Dies werde „zeitnah erwartet“, heißt es in einer Mitteilung von Vapiano. Auch Geschäftsberichte hat das Unternehmen bislang nur im Bundesanzeiger veröffentlicht und auch da fehlt noch der Konzernabschluss für 2016.

Bekannt ist, dass der Umsatz zwischen 2014 und 2016 konzernweit um 64 Prozent auf 249 Millionen Euro gestiegen ist. Gruppenweit, also einschließlich der Franchise Restaurants und nicht konsolidierter Joint-Ventures, betrug der Anstieg 18 Prozent auf 460 Millionen Euro. Das um abzüglich Voreröffnungskosten bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) wuchs von 23,4 auf 28,6 Millionen Euro.

Bewertung könnte ambitioniert sein

Der Reingewinn war 2015 indes laut Konzernjahresbericht von 7,1 auf 4,23 Millionen Euro gefallen, ebenso hatte sich das Betriebsergebnis von 11,9 auf 9,6 Millionen Euro verringert. Geht man vom höheren Konzernreingewinn für 2014 aus, ergibt sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis im höheren zweistelligen Bereich.

Für die Fastfood-Ketten McDonald's und Darden Restaurants mit der Italiener-Marke Olive Garden liegt die Bewertung zwischen 20 und 25, für Domino's Pizza bei 38 für das kommende Jahr. Um auf das höhere Bewertungsverhältnis von Domino's zu kommen, müsste Vapiano im laufenden Jahr je nach Ausgabepreis einen Konzerngewinn von 13 bis 17 Millionen Euro erzielen.

Um aber belastbare Aussagen über die Bewertung zu treffen, muss man wohl aktuelle Geschäftszahlen abwarten.

Große Expansionspläne

Das 2002 in Hamburg gegründete Unternehmen Vapiano umfasst mittlerweile 185 Restaurants in 31 Ländern rund um den Globus. Vapiano ist vor allem für seine italienischen Nudel- und Pizzagerichte bekannt. Bestellt wird meist direkt an der Theke; die Kunden können dem Koch dann bei der Zubereitung zusehen. „Fast Casual Dining“ heißt das in der Branche - ein Mittelding zwischen Fast-Food-Tempeln wie McDonald’s und klassischen Restaurants mit Bedienung am Platz.

Bis Ende des Jahrzehnts soll die Zahl der Vapiano-Restaurants auf weltweit 330 steigern. „Unser Schwerpunkt bleibt eindeutig Europa, und dort wiederum werden wir überproportional in Frankreich investieren“, sagte der Vorstandvorsitzende Jochen Halfmann der „FAZ“.

Einen Rückschlag musste das Unternehmen Ende 2015 hinnehmen nach Vorwürfen von Mitarbeitern, es sei gammelige Ware verkauft worden. Das Unternehmen habe sich in den letzten Monaten ausführlich mit dem Thema beschäftigt, hatte Halfmann im Mai gesagt. Das Thema gehöre nun der Vergangenheit an.

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