Die europäische OTP-Bank weiß am Dienstag ihre Aktionäre mit guten Ergebnissen zu überzeugen. Im ersten Quartal hat Ungarns größtes Kreditinstitut den Nettogewinn um 42 Prozent auf 18,98 Milliarden Forinth gesteigert. Einer Umfrage der Nachrichtenagentur Bloomberg zufogle hatten Analysten nur mit 16,44 Milliarden Forinth gerechnet.
Da wundert es nicht, daß der Aktienkurs in Reaktion auf das Zahelnwerk zulegt. Gegen 12.00 Uhr steigt die Notiz an der Frankfurter Börse um Prozent auf Euro. Lobende Worte findet auch Kornel Sakradi Szabo, Analyst bei der Raiffeisen Securities and Investment: „Insgesamt gesehen war dies ein sehr attraktiver Quartalsbericht“.
Aktie mit eine interessanten Investmentstory
Derart gestärkt scheint die Aktie durchaus gerüstet für einen Ausbruchsversuch aus der seit Mai 2002 gültigen Seitwärtsrange. Sollte der Kurs das Hoch dieser Spanne bei 10,50 Euro überschreiten, wäre nicht nur ein neues Rekordhoch markiert, sondern charttechnisch gesehen der Weg frei für weitere Avcancen.
Die Story für steigende Notierungen hat die OTP-Bank eigentlich zu bieten. Denn der Konvergenzprozeß im Zuge des im Jahr 2004 anstehenden EU-Beitritts Ungarns beschert gerade den osteuropäischen Banken eine Sonderkonjunktur. Die Annäherung des Zinsniveaus führt zu einer verstärkten Kreditnachfrage und so überrascht es nicht, daß die OTP-Bank den Gewinnzuwachs im jetzigen Quartalsbericht vor allem auf eine steigende Kreditnachfrage verweist. Dieser Trend dürfte anhalten, sagt der Internationale Währungsfonds dem Land für 2003 doch ein Wirtschaftswachstum von 3,6 Prozent voraus.
Stimmig ist auch das Kurs-Gewinn-Verhältnis der OTP-Aktie, das auf Basis der für 2003 und 2004 geschätzten Gewinne im einstelligen Bereich liegt. Dies hat den Chef des Researchs beim Osteuropa-Fondsspezialisten Trigon Markets im Gespräch mit FAZ.NET bereits am Montag im Vorfeld der Zahlenbekanntgabe mit Blick auf OTP von einer unterbewerteten und kaufenswerten Aktie schwärmen lassen.
Expansionsabsichten beinhalten zusätzliche Phantasie
Zusätzlichen Pepp bekommt der Titel durch die eingeleitete Expansion ins osteuropäische Ausland. Im Vorjahr haben die Ungarn bereits einen kleineren Konkurrenten in Slowenien übernommen und man hat inzwischen auch die Fühler nach Rumänien, Bulgarien und Serbien-Montenegro ausgestreckt.
Läuft alles glatt, könnte die im Zuge der Ausschreibung favorisierte OTP-Bank noch am Berichtstag den Zuschlag für die zum Verkauf stehende und noch im Staatsbesitz befindlichen Banka DSK bekommen. Sollte sich der Vorstand bei seinen Expansionsversuchen nicht verzetteln, sondern die Geschäfte ähnlich gut managen wie auf dem Heimatmarkt, dann könnte die Stufe für einen mittelfristig Kursschub bereits gezündet sein.