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Umweltaktien Windenergie-Aktien bläst der Wind ins Gesicht

29.08.2003 ·  Den Unternehmen, die sich mit Windenergie beschäftigen, ist zuletzt viel Luft aus den Segeln genommen worde. Wegen gedämpfter Geschäftsaussichten droht auch deren Aktien eine anhaltende Flaute.

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Die Nachrichten, die aus der Branche der Windenergie-Anbieter kommen, sind alles andere als ermutigend. Vielmehr wird immer deutlicher, daß der einst auch an der Börse gefeierte Sektor, der im Vorjahr auf einen Umsatz von 3,5 Milliarden Euro kam, auf sich alleine gestellt längst nicht so wachstumsstark ist wie erhofft.

Von den aus dem Bereich stammenden Unternehmen, die ihre Quartalszahlen bereits vorgelegt haben, gab es immer nur Negatives zu hören. Durch die Bank wurden nach einem schwach verlaufenen Halbjahr die Jahresprognosen gesenkt. Das spiegelt sich auch in den Aktienkursen von Anbietern wie Nordex, Plambeck, Energiekontor und Repower wider. An ihnen ist der Kursaufschwung der vergangenen Monate weitgehend vorbeigegangen.

Drohender Subventionsabbau belastet

Was das Interesse der Anleger bremst, hat auch mit politischen Einflüssen zu tun. Denn in Deutschland wackeln die bisher für Windenergie gewährten Subventionen. Der Bundesverband Windenergie befürchtet wegen der vom Bundesumweltministerium geplanten Förderungskürzungen für die Branche Umsatzeinbußen. Bei der angestrebten Senkung der Förderung von Windanlagen auf Land um 30 Prozent bis 2010 sei mit einem jährlichen Umsatzrückgang von etwa zehn bis 15 Prozent zu rechnen, hat der Verband ermittelt.

Zum Hintergrund ist zu sagen, daß das Bundesumweltministerium in einem Gesetzesentwurf plant, die Förderung in den nächsten sieben Jahren um 30 Prozent statt wie bislang nur um 20 Prozent zu kürzen. Die Windenergie wird gegenwärtig noch über eine Umlage beim Strompreis gefördert, die gegenwärtig monatlich etwa einen Euro pro Haushalt ausmacht. Schon in diesem Jahr war der Neubau von Windkraftanlagen erstmals rückläufig gewesen. Und den befürchteten Umsatzrückgang kann die Branche nach Darstellung des Verbandes noch nicht durch Anlagen auf See oder Export ausgleichen.

Windenergie-Aktien ohne Reize

Vor diesem Hintergrund können die Aktionäre froh sein, daß die Aktien der Windenenergie-Unternehmen nach den schon früher eingefahrenen deutlichen Verlusten bereits auf einem tiefen Niveau notieren. Dadurch halten sich jetzt die negativen Kursreaktionen auf die jüngsten Hiobsbotschaften in Grenzen. Das hat auch damit zu tun, daß inzwischen „auch der Letzte mitbekommen hat, daß es nicht so gut aussieht wie bislang erwartet“, wie es ein Aktienhändler etwas resignierend formuliert.

Das weitere Abwärtspotential dürfte deshalb zumindest bei den Unternehmen begrenzt sein, denen es gelingt, die jetzt eingeläutete Schwächephase des Sektors zu überstehen. Echte Kurschancen sind aber ebenfalls noch nicht zu wittern, denn dafür sind die kurzfristigen Geschäftsperspektiven einfach zu schlecht. Anleger sollten sich deshalb besser auf eine anhaltende Kursflaute einstellen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @JüB
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