26.06.2009 · Trotz pessimistischer Haltung steigt die Bereitschaft, Aktien oder Aktienfonds zu kaufen. Die allgemeine Stimmung in Deutschland unter den Anlegern hat sich gegenüber dem Vorquartal leicht verbessert, bleibt allerdings weiterhin eingetrübt.
Die allgemeine Stimmung in Deutschland unter den Anlegern hat sich gegenüber dem Vorquartal leicht verbessert, bleibt allerdings weiterhin eingetrübt auf vergleichbarem Niveau des ersten Quartals 2003.
Nur knapp ein Drittel der Befragten (32 Prozent) rechnet mit steigenden Aktienkursen in den nächsten sechs Monaten. Im letzten Quartal des Vorjahres waren es noch 43 Prozent gewesen. Mit Blick auf die Gesamtwirtschaft gehen unverändert zwei Drittel (65 Prozent) von einer Verschlechterung aus. Das sich hieraus negative Folgen für die eigene finanzielle Situation ergeben, glauben lediglich 23 Prozent der Befragten - genauso wenig wie im ersten Quartal 2009. Dies geht aus einer Umfrage von Union Investment zum Anlegerverhalten im zweiten Quartal 2009 hervor.
Zunehmende Bereitschaft, Aktien oder Aktienfonds zu kaufen
Die Einschätzung der Aktienmarktentwicklung in den nächsten sechs Monaten hat sich im Vergleich zum ersten Quartal 2009 kaum verändert. 38 Prozent der Anleger erwarten fallende Aktienmärkte gegenüber 37 Prozent im letzten Quartal. Davon rechnen nun zehn Prozent mit stark fallenden Kursen, drei Prozentpunkte mehr als im Vorquartal. An einen Aufwärtstrend an den Börsen glaubt weiterhin jeder Dritte (32 Prozent). Männer blicken dabei mit 36 Prozent wesentlich optimistischer in die Zukunft als Frauen mit 26 Prozent. Von einer Seitwärtsbewegung der Märkte gehen 23 Prozent der Befragten aus. Im Vorquartal waren es 24 Prozent. Auffällig ist, dass trotz der allgemeinen pessimistischen Haltung gegenüber der Aktienmarktentwicklung die Zahl der Aktien- und Aktienfondsbesitzer, die Aktien oder Aktienfonds (voraussichtlich) kaufen wollen, deutlich um 16 Prozentpunkte auf 50 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2009 gestiegen ist.
Trübe Aussichten für die Gesamtwirtschaft
Ähnlich wie im Vorquartal (64 Prozent) rechnen knapp zwei Drittel der Befragten (65 Prozent) mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage. Höher war Anteil der Pessimisten vor der Wirtschaftskrise lediglich im vierten Quartal 2002 (72 Prozent). Auch die Erwartungen an eine konstante Entwicklung der wirtschaftlichen Situation liegen mit gut einem Fünftel (22 Prozent) auf dem Niveau des Vorquartals - ebenso die Anzahl der Optimisten mit zwölf Prozent.
Eigene finanzielle Situation: Von der Wirtschaftskrise kaum betroffen
Die pessimistische Haltung gegenüber der zukünftigen Wirtschaftsentwicklung in Deutschland spiegelt sich nach wie vor nicht in der Einschätzung der persönlichen Lage wider: Ähnlich wie im Vorquartal geht nur knapp ein Viertel der Befragten (23 Prozent) von einer Verschlechterung der eigenen finanziellen Situation in den nächsten sechs Monaten aus. Eine Verbesserung erwarten 15 Prozent gegenüber 17 Prozent im ersten Quartal 2009. Nahezu unverändert rechnet weiterhin mehr als die Hälfte der Anleger (62 Prozent) mit keinerlei Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die persönliche Lage.
Geringere Preissteigerung erwartet
Hinsichtlich der allgemeinen Preisentwicklung waren die Befragten im vergangenen Jahr sehr pessimistisch gestimmt: Im dritten Quartal 2008 gingen 89 Prozent von (stark) steigenden Preisen in den kommenden sechs Monaten aus. Lediglich neun Prozent glaubten an eine konstante Entwicklung und gerade mal zwei Prozent waren von fallenden Preisen überzeugt. Seit Beginn dieses Jahres ist nun ein gegenläufiger Trend zu beobachten: Nur noch weniger als die Hälfte der Befragten (43 Prozent) erwartet (stark) steigende Preise im Vergleich zu 40 Prozent im ersten Quartal 2009. Gut ein Viertel (26 Prozent) rechnet bereits mit (stark) fallenden Preisen gegenüber 29 Prozent im Vorquartal und 30 Prozent gehen von einer konstanten Entwicklung aus (minus ein Prozentpunkt).
Wirtschaftskrise nahezu ohne Folgen für das Sparverhalten
Ebenso wenig wie auf die eigene finanzielle Situation scheint sich die Wirtschaftskrise auf das Sparverhalten auszuwirken. So spart die Mehrheit der Befragten (74 Prozent) genauso viel wie vor der Krise im Vergleich zu 79 Prozent im ersten Quartal 2009. Knapp ein Fünftel (19 Prozent) legt hingegen weniger auf die Seite als bisher (plus fünf Prozentpunkte), während unverändert sieben Prozent einen größeren Geldbetrag sparen. Mit Blick auf die Risikobereitschaft bei Geldanlagen sind sich die Befragten allerdings uneinig. Einerseits spielt nun der Sicherheitsaspekt bei 48 Prozent der Befragten eine größere Rolle als vor der Krise gegenüber 50 Prozent im ersten Quartal. Andererseits ist bei genauso vielen (48 Prozent) das Risikoverhalten gleich geblieben und damit um zwei Prozentpunkte höher als im vergangenen Quartal. Lediglich drei Prozent sind bereit, mehr Risiko einzugehen, um einen höheren Gewinn zu erzielen, zwei Prozentpunkte weniger als ein Quartal zuvor. Betrachtet man die verschiedenen Präferenzen bei der Geldanlage, spielt nach wie vor Sicherheit für 57 Prozent der Befragten die wichtigste Rolle. An zweiter Stelle steht der Aspekt der freien Verfügbarkeit (29 Prozent), der um drei Prozentpunkte gegenüber dem Vorquartal an Bedeutung gewinnen konnte. Schlusslicht bilden unverändert die Gewinnerzielungsabsicht (10 Prozent) und die steuerlichen Vorteile (fünf Prozent).
Quelle: Forsa-Studie ~ Anlegerbarometer
Seit Anfang 2001 lässt Union Investment durch das Marktforschungsinstitut Forsa quartalsweise eine Erhebung zum Anlegerverhalten durchführen. Befragt werden 500 Finanzentscheider in privaten Haushalten im Alter von 20 bis 59 Jahren, die mindestens eine Geldanlage besitzen. Die aktuelle Befragung für das zweite Quartal 2009 fand in der Zeit vom 4. bis 13. Mai statt. (Bei Umfragewerten, die sich nicht zu hundert Prozent addieren, gibt die Differenz den Anteil der unschlüssigen Befragten an.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.264,38 | −0,26% |
| FAZ-INDEX | 1.364,39 | −0,33% |
| TecDAX | 751,01 | −0,01% |
| MDAX | 10.147,80 | −0,59% |
| SDAX | 4.823,45 | +0,10% |
| REX | 437,51 | +0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.118,94 | +0,13% |
| F.A.Z. EURO | 68,54 | −0,23% |
| Dow Jones | 12.393,50 | −0,21% |
| Nasdaq 100 | 2.524,87 | −0,49% |
| S&P500 | 1.310,33 | −0,23% |
| Nikkei225 | 8.542,73 | −1,05% |
| EUR/USD | 1,2352 | −0,08% |
| Rohöl Brent Crude | 101,59 $ | −0,03% |
| Gold | 1.558,00 $ | +1,17% |
| Bund Future | 145,92 € | +0,31% |