16.09.2008 · Lange Zeit blieben Anlagestrategen und -berater optimistisch. Nun scheint sich das zu ändern. Die Zuspitzung der Finanzmarktkrise und die Konjunkturabkühlung lassen die Prognosen für den deutschen Aktienmarkt immer düsterer ausfallen.
Lange Zeit blieben Anlagestrategen und -berater optimistisch. Nun scheint sich das zu ändern. Die Zuspitzung der Finanzmarktkrise und die weltweite Konjunkturabkühlung lassen die Experten-Prognosen für den deutschen Aktienmarkt immer düsterer ausfallen.
Im Schnitt sehen 21 von Reuters befragte Analysten den Leitindex zum Jahresende nur noch bei 6.258 Punkten. Das wäre auf Jahressicht ein Minus von mehr als 20 Prozent und der erste Verlust seit sechs Jahren.
Dax-Prognosen schwanken zwischen 5.430 und 7.200 Punkten
Die Prognosen schwanken zwischen 5.430 und 7.200 Punkten und wurden vor dem Kollaps von Lehman Brothers und dem Aufkauf von Merrill Lynch durch die Bank of America abgegeben. Die Verstaatlichung von Fannie Mae und Freddie Mac war dagegen zum Zeitpunkt der Erhebung bereits bekannt.
Lehman und Merrill seien nun zusätzliche Belastungsfaktoren und zeigten, dass die Finanzkrise weiter um sich greife, erklärte Kapitalmarktanalyst Dennis Nacken von Allianz Global Investors. „Es erhöht die Verunsicherung, und das ist Gift für die Märkte.“ Dennoch gebe es auch in dieser Gemengelage einige positive Signale.
Krise nur auf den Finanzsektor beschränkt?
„Die Krise fokussiert sich stark auf den Finanzsektor und das verzerrt das Bild. Die breite Wirtschaft steht immer noch relativ robust da.“ Auch die Liquiditätsversorgung durch die Notenbanken sei positiv, sagte Nacken. Der um rund 40 Prozent gefallene Ölpreis funktioniere „fast als zusätzliches Konjunkturprogramm“ und den exportorientierten deutschen Firmen helfe der anziehende Dollar.
Bei der Umfrage im Juni hatten die von Reuters befragten Aktienstrategen im Schnitt noch mit einem Daxstand von 7.300 Zählern gerechnet. Zum Jahresende 2007 hatte der deutsche Leitindex bei 8.067 Zählern gelegen. Seitdem hat der Dax mehr als 26 Prozent verloren und damit in etwa so viel wie der Dow Jones Stoxx 50. Der amerikanische amerikanische S&P 500 büßte knapp 20 Prozent ein. In den Jahren 2003 bis 2007 hatte sich der deutsche Leitindex deutlich besser entwickelt als die internationalen Pendants.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |