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Top-Dividenden Amerikaner dominieren die Rangliste

02.10.2009 ·  Wer nach hohen Dividenden sucht, kommt um amerikanische Aktien nicht herum. Vor allem kleine und mittlere Ölaktien versprechen hohe Renditen. Aber auch die Deutsche Telekom ist keineswegs zu verachten.

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Noch ist nicht ausgemacht, ob sich an die Sommerhausse eine Oktober-Depression anschließt. Doch nachdem in den vergangenen Wochen die Kurs schon eher seitwärts liefen, ist eine vorsichtigere Strategie vielleicht nicht unangebracht.

Eine kann darin liegen, wieder auf die Dividendenfähigkeit der Aktiengesellschaften zu blicken und am besten darauf, wie nachhaltig diese Dividendenzahlungen sind. Wer dabei nur auf Deutschland blickt, muss sich bescheiden. Den auf die Prognosen für die kommenden drei Dividendenausschüttungen bezogen, bieten lediglich elf Aktiengesellschaften mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 500 Millionen Euro auf Dauer eine Dividendenrendite von mehr als 5 Prozent.

Nur zwei deutsche Unternehmen in den Top 100

Das ist zwar so schlecht nicht, doch international wird mehr bezahlt. Von den elf deutschen Spitzenausschüttern schaffen es lediglich zwei, nämlich das Immobilienunternehmen Gagfah und die Deutsche Telekom unter die 100 internationalen Spitzenwerte, aber nicht unter die vorderen Plätze. Trotz prognostizierter Renditen zwischen 9,5 und 10,6 Prozent rangiert die Gagfah nur auf Platz 33, die Deutsche Telekom mit 8 bis 8,7 Prozent gar nur auf Rang 87.

Damit schneidet Deutschland letztlich gar nicht so schlecht ab. Britische oder spanische Aktiengesellschaften sucht man vergeblich und die meisten anderen Nationen sind auch nicht öfter vertreten.

Denn dominiert wird die Liste von Gesellschaften aus Nordamerika. Fast die Hälfte der Werte mit hohen Dividenden stammt aus den Vereinigten Staaten und Kanada, die gleichzeitig die ersten sechs Plätze belegen.

60 bis 100 Prozent

Allen voran gehen die kanadische Gran Tierra Energy und die amerikanische Armstrong World mit nahezu unglaublichen Renditen von 80 bis 115 bzw. 62 bis 77 Prozent. Dabei hat Gran Tierra bisher noch nie eine Dividende bezahlt, verzeichnete im vergangenen Jahr einen Umsatz von nur 113 Millionen Dollar, wohingegen die Ausschüttung rund 700 Millionen Dollar betragen würde. Doch spätestens seit dem jüngsten Bericht über eine höhere Produktion im kolumbianischen Ölfeld Costayaco sind die Analysten begeistert, da dies nämlich zu höheren Lizenzerlösen führt. Von 19 Experten empfehlen 15 die Aktie zum Kauf.

Weniger enthusiastisch, aber immer noch positiv gestimmt, sind die Analysten für den Fußboden- und Deckenhersteller Armstrong. Der ist zwar erst vor wenigen Jahren aus dem Konkursverfahren herausgekommen und leidet unter dem schwachen Immobilienmarkt. Doch im vergangene Jahr hat er eine Dividenden von 4,50 Dollar bezahlt, mithin eine Rendite von mehr als 13 Prozent. Im laufenden Jahr liegt die Durchschnittsprognose bei 21,30 Dollar. Das entspräche einer Ausschüttung von 1,2 Milliarden Dollar, knapp 90 Prozent des Halbjahresumsatzes.

Ihre Hoffnung setzen etwa die Analysten von Suntrust Robinson neben der Position als Marktführer und einer rasch fallenden Verschuldung dabei auch darauf, dass der Finanzinvestor TPG 14 Prozent an Armstrong übernimmt. Dieser könnte unter anderem für höhere Dividendenzahlungen Sorge tragen.

Viele Titel sind in Deutschland nicht handelbar

Für deutsche Anleger spielt das letztlich eine geringe Rolle: Denn die Aktie ist in Deutschland gar nicht handelbar. Dies trifft auch für zahlreiche andere Werte zu, die entweder gar nicht oder über nicht-dividendenberechtigte Zertifikate hierzulande handelbar sind.

Darunter zählen solche Exoten wie etwa die senegalesische Telekommunikationsgesellschaft Sonatel, deren Aktien an der Börse Abidjan (Elfenbeinküste) gehandelt werden. Doch auch auf alle brasilianischen Werte müssen deutsche Anleger weitgehend verzichten. Was bleibt ist, eine noch stärkere Dominanz der amerikanischen Titel.

Energie bringt Dividende

Wie anders kaum zu erwarten, konzentrieren sich die Titel auf wenige Branchen: Fast jeder dritte stammt aus der Ölindustrie, insgesamt stammen 80 Prozent aus fünf Branchen: Neben Öl sind das die Telekommunikation und die Immobilienbranche, in geringerem Maße Energieversorgung und der (Kohle-)Bergbau.

Hinter Gran Tierra werden die Dividendenrendite rasch kleiner. Nach Analystenmeinung dürfte die Rendite beim Ölförderer Cheniere Energy in den kommenden Jahren bei knapp 18 Prozent liegen, die Aktie des Immobiliengesellschaft Annaly Capital, ein sogenannter REIT, schon nur noch rund 14 Prozent, und von da an werden die Abstände kleiner.

Und immer wieder die T-Aktie

Europaweit bietet der griechische Glücksspielanbieter Opap mit die höchste Rendite. Diese soll allerdings von knapp 12 auf knapp 11 Prozent in zwei Jahren fallen.

Zudem sind einige Aktien hoch bewertet. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie von Cheniere Energy wird mit knapp 120, das der türkischen Raffinerie Tupras gar mit knapp 130 prognostiziert.

Der größte Wert ist übrigens die Deutsche Telekom. Und das mit weitem Abstand: ihre Marktkapitalisierung von 40 Milliarden Euro beträgt das Viereinhalbfache der Kapitalisierung des Zweitplazierten, des amerikanischen Ölförderers Diamond Offshore. Und das KGV hält sich mit rund 14 einigermaßen im Rahmen - vielleicht muss man doch nicht durch die Welt schweifen, um ein anständiges Verhältnis von Risiko und Dividendenrendite zu erzielen, zumal dem Anleger das Währungsrisiko so erspart bleibt.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @mho
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