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Absatzrückgang : Apple muss in China kämpfen

Apple-Chef Tim Cook am Wochenende auf dem China Development Forum in Peking Bild: Reuters

In seinem zweitgrößten Markt ist der iPhone-Hersteller hinter die Konkurrenz zurückgefallen. Jetzt eröffnet Apple-Vorstandschef Tim Cook weitere Entwicklungszentren in China – für Apple geht es um alles.

          Am Wochenende war Apple-Vorstandschef Tim Cook in Peking - wieder einmal. Auf dem China Development Forum, einer Gesprächsrunde mit hochrangigen Industrievertretern und Ökonomen, abgehalten im idyllisch gelegenen Hotelkomplex Diaoyou für Staatsgäste, saß Cook auf dem Podium.

          Hendrik Ankenbrand

          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

          Der Apple-Chef ist mittlerweile alle paar Monate in China. Denn in der Milliardennation, deren Konsumenten theoretisch den größten Markt der Welt bevölkern, droht Apple den Anschluss zu verlieren. Oppo, Vivo und Huawei heißen die heimischen Marken, die Apple mit ihren günstigen Smartphones das Leben schwer machen. Um 12 Prozent sind die Verkäufe des kalifornischen Riesen in China im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres zurückgegangen. Laut der Bank UBS sank die Anzahl der verkauften iPhones im vergangenen Jahr sogar um 19 Prozent.

          In der Verkaufsrangliste zurückgefallen

          Im Reich der Mitte, in dem Apple einst souverän die Verkaufsrangliste anführte, liegt der Konzern aus Cupertino nur noch auf Rang vier der größten Smartphone-Hersteller. Manch Analysehaus sieht Apple sogar nur auf Rang fünf. Der Marktanteil sank im vergangenen Jahr laut UBS um satte 17 Prozent.

          Jetzt hat Apple angekündigt, zwei weitere Forschungs- und Entwicklungszentren in China zu bauen. Nachdem Vorstandschef Cook bei einem Besuch im August vergangenen Jahres bereits den Bau zweier solcher Zentren in Peking mit 500 Mitarbeitern und später in Shenzhen angekündigt hatte, legt Apple nun nach. In Schanghai und dem Chinas Wirtschaftsmetropole benachbarten Suzhou sollen die Standorte sein, an denen Apple künftig Forscher von chinesischen Universitäten beschäftigen will.

          Derzeit arbeiten 12.000 Menschen bei Apple in China, die allerdings hauptsächlich in einem der vielen gläsernen Läden Telefone und Laptops an Kunden verkaufen. Nun schiele man auf die Absolventen der Spitzenuniversitäten in Peking und Schanghai, teilte Apple in einer Mitteilung mit. China soll nach Kalifornien zum zweiten Forschungsstandbein des Konzerns werden.

          Zweites Forschungsstandbein des Konzern

          Der Schritt dürfte auch als freundliche Geste gegenüber der chinesischen Regierung gedacht sein. Peking fordert seit langem, dass ausländische Konzerne in China nicht nur ihre Produkte verkaufen, sondern diese dort auch erforschen lassen. So hat zum Beispiel Daimler in Peking ein Forschungszentrum eröffnet. In Schanghai erhalten ausländische Unternehmen, die ein Entwicklungszentrum in der Stadt errichten, Steuererleichterungen und andere staatliche Hilfen.

          Während der amerikanische Investor Warren Buffett offensichtlich an Apple glaubt und trotz seiner Abneigung Technologie-Aktien gegenüber in den Telefonkonzern investiert, hat ein anderer Milliardär im vergangenen Jahr seine Apple-Anteile abgestoßen - aus Sorge um das China-Geschäft. Die dortigen Bedingungen für Apple hätten der Aktie ihren Status als „no-brainer“ geraubt, als Selbstläufer, bei dem die Gewinne wie automatisch auf die Konten fließen.

          APPLE

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          Immer wieder hat Apple in China mit Problemen mit der Regierung zu kämpfen. Mitunter gab es bei staatlichen Behörden sogar einen verordneten Boykott von Apple-Produkten. Beobachter haben kaum Zweifel daran, dass Peking langfristig vor allem heimische Marken fördern will, zur Not mit Protektionismus. Dass Hersteller wie Oppo und Vivo mit ihren wenig glamourösen, aber günstigen Smartphones in der Beliebtheit bei jungen Chinesen immer mehr Erfolg haben, dürfte allerdings das weitaus größere Hindernis für Apple in China werden. Tim Cook dürfte noch viele Male ins Reich der Mitte reisen.

          Quelle: FAZ.NET

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