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Thailand Thailands SET-Index notiert so hoch wie seit Oktober 1996 nicht mehr

09.09.2010 ·  Die politischen Querelen im Lande können den SET nicht aufhalten. Thailands Leitindex befindet sich trotzdem auf Haussekurs. Verglichen mit dem im März 2009 markierten Tief hat sich der SET inzwischen deutlich mehr als verdoppelt.

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Am Donnerstag beendet der Index den Handel bei 926,61 Punkten. Das ist nicht weit entfernt, von dem am Montag aufgestellten Mehrjahreshoch von 931,52 Punkten. Und das war wiederum gleichbedeutend mit einem Anstieg von 126,5 Prozent verglichen mit dem am 09. März bei 411,27 Punkten aufgestellten Vorjahrestief.

Charttechnisch gesehen befindet sich der Markt somit auf einem strammen Höhenflug. Durch den Ausbruch auf den höchsten Stand seit Ende März 1996 sind hohe Charthürden beseitigt worden. Der Weg bis in den Bereich von 1.000 Punkten scheint dadurch jetzt relativ frei zu sein.

Hohes Wachstum lockt auch wieder Ausländer an

Rapee Sucharitakul, Executive Chairman bei Kasikorn Asset Management, geht sogar davon aus, dass der SET-Index diese nächste runde Zielmarke in diesem Jahr noch locker nehmen kann. Sein Optimismus gründet dabei auf einer gut laufende Wirtschaft und steigenden Unternehmensgewinnen. Denn das führt dazu, dass sich auch wieder Ausländer an den ausländischen Aktienmarkt trauen. „Geldzuflüsse aus dem Ausland werden den thailändischen Aktien in den nächsten Monaten helfen“, glaubt er. Im August beliefen sich die Nettokäufe thailändischer Aktien durch Ausländer, die vermutlich trotzdem auch jetzt noch immer unterinvestiert sind, auf 505 Millionen Dollar und in diesem Monat sind es bisher netto weitere 243 Millionen Dollar.

Angelockt werden die Investoren durch eine Konjunktur, die sich auch von den vor allem im Frühjahr mit blutigen Ausschreitungen verbundenen politischen Turbulenzen nicht von ihrem Erholungskurs hat abbringen lassen. Wie gut die Lage derzeit ist, zeigt sich an der Konsumentenstimmung, die im August trotz einer weiteren Zinserhöhung um 25 Basispunkte auf 1,75 Prozent auf ein 28-Monatshoch gestiegen ist. Nach einem sehr dynamisch verlaufenen ersten Halbjahr rechnet die Notenbank für das Gesamtjahr mit einem strammen Wirtschaftswachstum von 7,5 Prozent. Das wäre immerhin gleichbedeutend mit dem stärksten Anstieg seit 1995.

Fester Baht bereitet zunehmend Sorgen

Ein Risiko stellt allerdings der feste Baht der, ist die Landeswährung inzwischen zum Dollar doch auf den höchsten Stand seit August 1997 geklettert. Der daraus resultierende belastende Effekt für die Exporte und eine erwartete schwächere Weltwirtschaft sind dann auch die Hauptgründe, warum der Broker Kim Eng Securities im kommenden Jahr beim SET-Index einen Rückgang bis auf 600 Punkten befürchtet. Ein Unsicherheitsfaktor stellt zudem nach wie vor die politische Lage dar. Denn für den Fall neuer Massendemonstrationen könnte das Kurspendel auch schnell einmal in die andere Richtung ausschlagen und es zu spürbaren Gewinnmitnahmen kommen.

Risiken wie diese müssen Anleger natürlich auf jeden Fall im Hinterkopf behalten. Als Pluspunkt können sie zudem vermerken, dass sich die Bewertung mit einem durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13,3 noch in einem vertretbaren Rahmen bewegt. Auch der Finanzminister Kom Chatikavanij hat jüngst die Bewertung als relativ günstig im Vergleich mit anderen asiatischen Börsen bezeichnet. Diese Einschätzung gilt insbesondere dann, wenn die Prognose von Goldman Sachs stimmt. Denn die dortigen Analysten trauen den SET-Indexvertretern 2010 immerhin ein Gewinnplus von 17,6 Prozent zu und 2011 sollen die Unternehmensergebnisse dann um weitere 16,6 Prozent steigen.

Solange diese Gewinnerwartungen nicht nach unten geschraubt werden, dürfte die Hausse an Thailands Aktienmarkt noch nicht sterben. Problematisch dürfte es allerdings wie erwähnt für den Fall einer sich merklich abkühlenden Weltwirtschaft werden. Aber davon wären dann mit Sicherheit auch fast alle anderen Weltbörsen negativ betroffen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors wieder.

Quelle: @JüB
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