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Telekommunikation Telefonica profitiert von gezielter Wachstumsstrategie

07.09.2009 ·  Die Aktien von Telefonica reagieren positiv auf Meldungen, nach denen das Unternehmen seine Zusammenarbeit mit China Unicom weiter ausweite. Die beiden Unternehmen fordern im chinesischen Wachstumsmarkt den Platzhirsch China Mobile heraus.

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Mit einem Kursgewinn von 2,1 Prozent auf 17,75 Euro reagiert am Montag die Aktie des spanischen Telekommunikationskonzerns Telefonica auf Meldungen, wonach das Unternehmen seine Zusammenarbeit mit China Unicom weiter ausweite.

In einer strategischen Allianz wollen die beiden Telekomkonzerne künftig zum Beispiel gemeinsam in Infrastruktur investieren und Dienstleistungen für multinationale Konzerne anbieten, teilte Telefonica am Sonntagabend mit. Zudem soll ein Austauschprogramm für die Manager beider Unternehmen eingerichtet werden. Telefonica und China Unicom kooperieren bereits in verschiedenen Bereichen. Dazu gehört eine Plattform, auf der kleine Softwareanwendungen für das Handy entwickelt werden.

Telefonica und China Unicom fordern China Mobile heraus

Besiegelt wird die Zusammenarbeit mit einem Aktientausch. Telefonica weitet nach der Vereinbarung seinen Anteil an Unicom auf 8,06 Prozent von zuvor 5,38 Prozent aus, während Unicom durch die Transaktion zwischen 0,885 und 0,892 Prozent an Telefonica halten wird. Insgesamt investieren beide Unternehmen jeweils eine Milliarde amerikanische Dollar in den Partner.

Telefonica-Vorstand Cesar Alierta erklärte, er sei froh über die Allianz, die den Kundenstamm der beiden Unternehmen auf rund 550 Millionen aufbaue. Damit fordern die beiden Chinas größten Telekomkonzern heraus. China Mobile, das bisher den chinesischen Markt mit einem Marktanteil von etwa 70 Prozent dominiert, kam zuletzt aus eigener Kraft auf knapp eine halbe Milliarde Kunden. Allerdings bei abnehmenden Wachstumsraten und bei zunehmenden Klagen über den „Missbrauch der Marktstellung“.

Das ist die Chance für Konkurrenten wie China Unicom oder China Telecom. In den ersten sieben Monaten des Jahres wuchs die Zahl der Mobilfunkteilnehmer um 61,4 Millionen auf etwas mehr als 700 Millionen Nutzer, während die Anzahl der Festnetznutzer um 12,41 Millionen auf 328 Millionen zurückging. Das heißt, der inzwischen weltweit größte Markt wächst, während der Trend eindeutig in Richtung mobile Telekommunikation geht.

Die gesamte Branche konnte in den ersten sieben Monaten des Jahres ihre Erlöse im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 2,6 Prozent auf 477,5 Milliarden Yuan steigern. Große Hoffnungen richtet sie auf die so genannten 3G-Netze, für die im Januar drei Lizenzen an China Mobile, China Unicom und an China Telecom vergeben wurden. Bisher nutzen erst ein Prozent der mobil Kommunizierenden 3G-Geräte. Schätzungen gehen davon aus, das die Wachstumsraten in der mobilen Telekommunikation in den kommenden drei Jahren bei acht Prozent liegen wird. In punkto Internet- und Breitbandzugang sollen sie sogar bei 17 und 26 Prozent liegen.

Gezielte Investitionen in Wachstumsmärkte

Mit der erweiterten Zusammenarbeit mit China Unicom ist Telefonica einmal mehr eine weitere Investition in einen Wachstumsmarkt gelungen. Das macht das spanische Unternehmen, das in den vergangenen Jahren in Lateinamerika überproportional wachsen und zuletzt einen Umsatzanteil von rund einem Dritte erzielen konnte, zusammen mit einer vernünftigen Bewertung interessanter, als viele seiner europäischen Konkurrenten. Die Aktien des Unternehmens bieten eine Dividendenrendite von 5,6 Prozent und Kurs-Gewinnverhältnisse von 10,5 und 9,8 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr.

Die vergleichsweise hohe Verschuldung, die sich in einem Verhältnis von 300 Prozent von Fremd- zu Eigenkapital zeigt. Weder Rentenmarkt noch Börse scheinen sich daran jedoch zu stören. Denn die Renditen der Unternehmensanleihen sind in den vergangenen Monaten im Trend gefallen, während die Aktie des Unternehmens zu den besten der Branche weltweit gehörten.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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