Bei einer Schlußnotiz von 13,58 Euro am Mittwoch hat die T-Aktie in diesem Jahr zwar um 10,9 Prozent zugelegt, aber anders als dem Dax ist es ihr zuletzt noch nicht gelungen, das bisherige Jahreshoch von 14,29 Euro zu überwinden. Und auch beim bisherigen Jahresvergleich bleibt der Titel gegenüber dem Dax zurück, denn der Index ist bislang schon um fast 30 Prozent gestiegen.
Doch nun dürfen die Aktionäre hoffen, daß der Wert zumindest einen Teil dieses Rückstands aufholt. Die neuesten Unternehmensnachrichten stehen steigenden Kursen jedenfalls nicht im Wege. Wie der Bonner Konzern am Donnerstag mitteilt, wurde nicht nur die Erwartungen für das dritte Quartal übertroffen, sondern zudem erneut die Prognosen für das Ergebnis im Gesamtjahr 2003 angehoben.
Rundum positives Zahlenwerk
Den Angaben zufolge hat der größte europäische Telekom-Konzern das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (Ebitda) von Juli bis September auf 4,711 (Vorjahr: 4,2) Milliarden Euro gesteigert. Analysten hatten im Schnitt ein Ebitda von 4,57 Milliarden Euro erwartet. Der Umsatz stieg im abgelaufenen Vierteljahr auf 14,077 Milliarden Euro (Vorjahr 13,42 Milliarden Euro).
Zugleich hob die Telekom ihre Erwartung an das operative Ergebnis für das Gesamtjahr auf 18,2 Milliarden Euro an. Bislang waren 17,2 bis 17,7 Milliarden Euro in Aussicht gestellt worden. Im kommenden Geschäftsjahr wird dann bei wieder steigenden Investitionen mit einem nochmaligen Anstieg des operativen Ergebnisses um eine Milliarde Euro gerechnet. Mit diesen Geschäftsprognosen für 2003 und 2004 liegt die Telekom über den jüngsten Schätzungen der Analysten.
Positiv zu werten ist auch, daß die Deutsche Telekom nach einer überraschend starken und vorzeitigen Schuldensenkung ihr vor einem Jahr aufgelegtes Sparprogramm “6+6“ für beendet erklären kann. Mit einer Rückführung der Nettofinanzverbindlichkeiten um 15 Milliarden Euro in den vergangenen zwölf Monaten auf 49,5 Milliarden Euro wurde das Entschuldungsziel früher als geplant erreicht hat.
Wiedergewonnene Prognose-Verläßlichkeit macht Mut
Die vorgelegten Zahlen deuten somit erneut an, daß das Unternehmen nach dem im Vorjahr verbuchten Rekordverlust in der deutschen Firmengeschichte von mehr als 20 Milliarden Euro auf dem Weg der Gesundung ist.
Die Börsianer dürften die im Vergleich mit der Ära des früheren Vorstandsvorsitzenden Ron Sommer wiedergewonnene Verläßlichkeit mit höheren Kursen belohnen. Mit den Zahlen im Rücken ist der T-Aktie endlich der Sprung auf ein neues Jahreshoch zuzutrauen, zumal sich die Aktie im Bereich um 12,36 Euro, in dem auch die 200-tage-Linie verläuft, auf eine sehr tragfähige Unterstützung verlassen kann.
Aktie auf dem Sprung
Gelingt es tatsächlich ein neues Jahreshoch zu markieren, wäre das charttechnisch gesehen sehr positiv zu werten. Insbesondere dann, wenn auch noch der Widerstand bei 14,50 Euro geknackt werden könnte. Denn dann wäre die Chance gegeben, bei einer allgemein positiven Grundstimmung an den Börsen längerfristig bis in den Bereich von 18 bis 20 Euro vorzustoßen.
Was die Bewertungsseite hat sich die Lage in letzter Zeit ebenfalls deutlich verbessert. Die Marktkapitalisierung bewegt sich mit rund 57 Milliarden Euro in etwa auf dem für das Jahr 2004 erwarteten Umsatz. Und wenn im nächsten Jahr auch der bisher von Analysten erwartete Gewinn je Aktie von 0,80 Euro erreicht werden sollte, würde sich das ehemals utopisch hohe Kurs-Gewinn-Verhältnis auf eher verträgliche 17 ermäßigen.